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Fußgängerzone wird zur Feiermeile

"Weiße Nacht" entwickelt sich zum Renner

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Garmisch-Partenkirchen - Sie war ein Fest der Superlative: Fast 10.000 Besucher kamen zur "Weißen Nacht" und  säumten  die Garmischer Fußgängerzone.

Fast 10.000 ganz in weiß gekleidete Menschen saßen am Samstag an mit weißen Kerzen, Tischdecken und Blumen dekorierten Tischen oder flanierten durch die Fußgängerzone im Ortsteil Garmisch. Die diesjährige, dritte Weiße Nacht wurde bei sommerlich warmem Wetter zu einem Fest der Superlative, wie es die Marktgemeinde so noch nicht erlebt hat. „Ich bin sprachlos und ergriffen und kann nur sagen: ein absoluter Wahnsinn, der nicht mehr zu toppen ist“, sagte Marco Wanke von der Werbegemeinschaft Garmisch-Partenkirchen.

Italiener, Österreicher, Münchner und Einheimische feierten ausgelassen miteinander, genossen ein vielseitiges Musikprogramm und einmalige Lichteffekte, die eine bezaubernde, feierliche Atmosphäre zauberten. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das ist ja eine grandiose Stimmung hier“, meinte Rainer Kaufmann, der zufällig vorbeigekommen war und im Werdenfelser Land seinen dreiwöchigen Urlaub verbringt. Wie der EDV-Spezialist aus Düsseldorf amüsierten sich die Gäste, ließen es sich an der 423 Meter langen festlich dekorierten Tafel schmecken und schwangen zu späterer Stunde das Tanzbein, die etwas älteren Semester zu Bigband-Klängen vor der Spielbank im Walzertakt, die Jüngeren zu fetziger DJ-Musik im Rock-Rhythmus.

Nachdem es am Nachmittag noch bewölkt gewesen war, verzogen sich gen Abend die Wolkenfelder und machten einer leuchtenden Mondsichel und einem grandiosen Sternenhimmel Platz. Eine passende Stimmung für das verliebte Pärchen Sarah Schuster und Florian Findeisen, das zum ersten Mal bei der Weißen Nacht dabei war und sich rundum wohl fühlte. „So viele weiß gekleidete Leute auf einem Fleck haben ich noch nie gesehen“, meinte die Garmisch-Partenkirchnerin beeindruckt.

Wie die Gäste waren auch die Gastronomen hellauf begeistert. „Toll, dass für Jung und Alt etwas geboten wird“, lobte Toni Hoffmann von Hoffmanns Bistro & Waffelhaus, dessen leckere Waffeln und Salate beim Publikum besonders gut ankamen. „Der Quinoa-Bulgur-Couscous-Salat ist der Renner“, verriet der Küchen-Chef. Es sei nicht leicht, die Garmisch-Partenkirchner vor dem Ofen hervorzulocken, aber zu diesem einmaligen Fest kommen sie alle. Auch Amalia Shoppengerd war mit 14 anderen Mädels aus Reutte in Tirol angereist, die lustige Truppe polterte durch die Weiße Nacht, weil ihre gemeinsame Freundin Sarah demnächst heiratet. „Die Stimmung hier ist super und eine schönere Kulisse für unseren Anlass ist kaum vorstellbar“, schwärmte die hübsche Blondine. „Schade, dass es ein solches Fest nicht auch bei uns gibt.“ Christina Wank flanierte mit ihrem weißen Mischlingshund Ciara über die Meile. „Gut, dass sie nicht schwarz ist“, sagte die zwölfjährige Schülerin vom St.-Irmengard-Gymnasium.

Die Weiße Nacht entwickelt sich zum Magneten, zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucher an: Im ersten Jahr waren es noch 3000, im vergangenen etwa 5000, heuer doppelt so viele. „Mehr geht nicht“, sagt Wanke. Und nicht nur die Gesamt-Gästezahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, sondern auch die Zahl der Schaulustigen, die sich mit dem Kran der Firma PUS aus Farchant am Bischoffeck in die Höhe begaben und einen Blick von hoch oben auf das weiße Treiben warfen. Der gesamte Erlös, der dieses Mal bei 1350 Euro lag (im vergangenen Jahr 500 Euro) ging wieder an die Heilpädagogische Tagesstätte der Kinder-, Jugend und Erwachsenenhilfe in Farchant. „Wir wollen mit unserem Event einen sozialen Beitrag leisten“, erklärt Wanke.

Bis Sonntagfrüh um fünf Uhr haben er und seine fleißigen Helfer nach diesem gelungenen Fest aufgeräumt und alle Spuren beseitigt. „Bis auf ein paar zerbrochene Gläser ist nichts passiert“, meinte er am Tag danach. Und auch wenn es schwer sei, da noch eins drauf zu setzen, kündigt der Organisator schon jetzt an: „Fürs kommende Jahr hab’ ich schon zwei, drei neue Ideen.“

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