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So soll’s aussehen: Das Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit den angegliederten Chalets, die nördlich des Schmalensees entstehen sollen.

Fünf-Sterne-Luxus-Vision am Tonihof

Behörde hegt "erhebliche Bedenken"

Mittenwald - Das geplante Chalet-Dorf am Tonihof  findet nicht nur Freunde. Ein Grund könnte in der Skepsis der Unteren Naturschutzbehörde liegen.

Johannes Rabl hat mit seiner Vision im November 2014 in Mittenwald für Aufsehen gesorgt. Ein Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit rund 40 angegliederten Chalets auf dem Areal des stillgelegten Tonihofs will der weitgereiste Tourismus-Manager im Verbund mit der Eigentümer-Familie Dudek und einer handverlesenen Investoren-Gruppe auf etwa 76 000 Quadratmetern verwirklichen. Doch seit der vielbeachteten Präsentation ist es ruhig geworden um das ambitionierte 80-Millionen-Euro-Projekt.

Was nicht an den politisch Verantwortlichen in Mittenwald liegt. Der Marktgemeinderat steht Rabls Vorhaben wohlwollend gegenüber und arbeitet aktuell an der dafür notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans. Das wiederum ist die Voraussetzung für den sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan – der Grundlage des Chalatdorfs auf dem sonnigen Höhenrücken nördlich des Schmalensees.

Doch genau an dieser exquisiten und exponierten Lage scheiden sich wie schon 2007 bei den Plänen für ein Luxushotel mit 27-Loch-Golfplatz offenbar die Geister. Zumindest im Landratsamt scheint das Chalet-Dorf nicht auf uneingeschränkte Zustimmung zu stoßen. Konkret gesagt, handelt es sich um die Untere Naturschutzbehörde. „Es hat sich im Rahmen des Verfahrens nicht grundsätzlich gegen eine Entwicklung des Tonihofs ausgesprochen, wohl aber erhebliche Bedenken gegen ein Projekt mit diesem Ausmaß vorgetragen“, teilt Dr. Simone Hilgers, Sprecherin der übergeordneten Regierung von Oberbayern, mit. „Diese Bedenken teilt die höhere Naturschutzbehörde.“

Für die Verantwortlichen im Mittenwalder Rathaus kommt das Veto nicht überraschend. „Solche Vorgänge dauern lange“, weiß Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) aus leidvoller Erfahrung in puncto Luxushotel an der Bahnhofstraße. „Da geben wir uns keinen Illusionen hin.“ Trotz der kritischen Sichtweise der Unteren Naturschutzbehörde glaubt Hornsteiner, die Novellierung des Flächennutzungs zu einem – aus Gemeindesicht – positiven Ende zu bringen.

Ähnlich zuversichtlich zeigt sich auch Projektplaner Rabl von der Dischinger Hotels GmbH. „Wenn wir geduldig sind, können wir alles regeln.“ Der Spross einer alteingesessenen Hoteliers-Familie aus Bad Kötzting sieht sich dahingehend „sehr eng mit der Gemeinde“ verbunden. Mindestens ein- bis zweimal im Monat schaut Rabl in Mittenwald vorbei. Neulich soll er sogar den Dudeks vom Tonihof ein Flascherl Wein geschenkt haben. Deren Gusto-Immobilie hat übrigens noch nicht den Eigentümer gewechselt. Warum auch, meint Rabl. „Falls das Projekt nicht realisiert wird, dann brauche ich auch das Grundstück nicht.“

Doch Rabl ist nach wie vor von der Realisierungschance seiner Luxus-Vison überzeugt. Darin bestärkt haben ihn auch die Nachbarn, die in nicht-öffentlicher Runde vor geraumer Zeit über das Projekt informiert wurden. Rabl blieb dabei die „positive Stimmung“ bestens in Erinnerung. Sein Mitstreiter Hornsteiner hebt in diesem Zusammenhang die „konstruktive Atmosphäre“ hervor.

Von den Menschen rund um den Schmalensee droht in puncto Klage oder Bürgerbegehren zum jetztigen Stadium offenbar keine Gefahr. Unabhängig davon wirbt der Projektplaner um Vertrauen. „Ich möchte ein guter Bürger sein“, versichert Johannes Rabl, der mit Rathauschef Hornsteiner den richtigen Mann an seiner Seite weiß. „Der hängt sich voll rein. Wenn jeder Bürgermeister so wäre, würde es vielen Orten besser gehen.“ Christof Schnürer

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