Die Weiße Nacht soll in Zukunft edler gestaltet werden. foto: archiv

Werbeoffensive des Garmischer Zentrums

Garmisch-Partenkirchen - Die Werbegemeinschaft „Garmischer Zentrum“ will weiter alles tun, um die anspruchsvollen Kunden und Touristen auch dieses Jahr wieder für die örtlichen Geschäfte zu begeistern. Dies soll durch Märkte, verkaufsoffene Sonntage und Festivals gelingen.

Die Garmischer und die Partenkirchner Geschäfte haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Größere Schwierigkeiten im Wettbewerb um die Besucherzahlen hat dabei Partenkirchen. Im Vergleich mit der belebten und von Touristen gut besuchten Garmischer Fußgängerzone, verirren sich in die historische Partenkirchner Ludwigstraße deutlich weniger Urlauber, um einen ausgiebigen Einkaufsbummel zu machen. Auch der Partenkirchner Christkindlmarkt schneidet zu seinem Garmischer Pendant eher bescheiden ab. Eine neue Winterbeleuchtung für die Ludwigstraße soll dies nun ändern. Da die Partenkirchner Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ sich diese Investition nicht hätte leisten können, bezeichnete es Schatzmeister Manfred Zimmermann auf der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft „Garmischer Zentrum“ als „gerecht“, dass aus den 60 000 Euro staatlichen Zuschuss für den G7-Gipfel rund 43 000 Euro nach Partenkirchen gehen. Die G7- Staatszuwendung wurde somit komplett für eine insgesamt über 85 305 Euro teure Winterbeleuchtung für die beiden Ortsteile verwendet.

Ausgegeben hat die Garmischer Werbegemeinschaft selbst im Geschäftsjahr (1. April bis 31. März) insgesamt rund 213 000 Euro unter anderem für Verwaltungskosten, Werbung, Sponsoring, und Neuanschaffungen. Erfreulich für den Schatzmeister ist, dass die Rechnung dabei genau aufgegangen ist. Ausgaben und Einnahmen ergeben „eine klassische schwarze Null“. Ein Grund für die erfreuliche Finanzlage sei unter anderem der Christkindlmarkt gewesen, der heuer länger stattfand und für rund 21 000 Euro Umsatz gesorgt hat und natürlich der G7- Zuschuss, der als Entschädigung für Demonstranten und wegbleibende Kundschaft an die Garmisch-Partenkirchner Geschäftsleute ging.

Auch heuer erhofft sich Zimmermann „erfreuliche Einnahmen“, schließlich beginnt der Weihnachtsmarkt am 25. November, also wieder „recht früh“. Ob dies erneut zu schwarzen Zahlen führt, muss nun Anton Voith von der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen berechnen. Voith ist in der Mitgliederversammlung nämlich zum neuen Schatzmeister ernannt worden. Er tritt somit in „meine schmalen Fußstapfen“, wie Zimmermann im Scherz verkündete.

Um die anspruchsvollen Kunden und Touristen auch dieses Jahr wieder für die örtlichen Geschäfte zu begeistern, finden auch heuer wieder Märkte, verkaufsoffene Sonntage und Festivals statt, ebenso wie die weiße Nacht - die dieses Mal jedoch mit einem anderen Musikprogramm. Die „teilweise zu laute und unpassende Musik“, bei der letzten Veranstaltung traf nicht jedermanns Geschmack. Vorschläge, das Fest mit klassischer oder italienischer Musik „noch edler zu machen“, sollten mit Organisator Marco Wanke besprochen werden. Franz Grasegger wies darauf hin, dass man bei der Veranstaltung „ein klares Profil zeichnen“ müsse. „Entscheidet man sich für einen Musikstil, dann sollte man auch dabei bleiben, sonst kommen die Leute durcheinander.“

Auch ihre Werbestrategie wollen die hiesigen Geschäftsleute „optimieren und ausweiten“. Nicht nur der Landkreis, auch der Münchner Süden soll mithilfe von kostspieliger Radiowerbung beworben und auf Märkte und Veranstaltungen in der Marktgemeinde gelockt werden. Vorsitzende Michaela Nelhiebel machte den Vorschlag, es mit der teuren Radiowerbung „erst einmal auszuprobieren“. Die Mitglieder einigten sich daraufhin auf den verkaufsoffenen Sonntag am 6. Januar.

Weniger Werbung brauchen hingegen Veranstaltungen wie das Alpentestival im Olympiastadion, oder die Zugspitz Trail Challenge, berichtete David Stiehler von Ga-Pa-Tourismus. „Die Events haben sich im Laufe der Jahre selbst einen Namen gemacht und sind immer sehr gut besucht.“ Zum ersten Mal solle im September auch der Transalpine Run stattfinden, bei dem Teilnehmer in sieben Tagen vom Garmisch-Partenkirchner Richard-Strauss Platz nach Brixen laufen. Gasthäuser, Cafes und Geschäfte sollen laut Stiehler von diesen Veranstaltungen wieder mit profitieren.

Profitieren wollen die Garmisch-Partenkirchner Unternehmer weiter von den vielen arabischen Gästen, die im Sommer wieder in der Marktgemeinde erwartet werden. Edeltraut Wölfles (Blumenoase) Vorschlag, Informationsschilder mit arabischer Schrift im Ort anzubringen, „damit sich die Urlauber besser auskennen“ fanden die Mitglieder der Werbegemeinschaft aber dann doch etwas übertrieben. „Schließlich sprechen arabische Touristen sehr gut Englisch“, sagte Nelhiebel.

maw

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