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Stolz auf den Abitur-Jahrgang: Schulleiter Tobias Schürmer überreicht den 93 Absolventen in der Aula des Werdenfels-Gymasiums ihre Zeugnisse.

93 Jugendliche bestehen Abitur

Werdenfels-Gymnasiasten schreiben Geschichte

Garmisch-Partenkirchen - Den besten Abiturschnitt in der Geschichte des G 8 am Werdenfels-Gymnasium haben die 93 Absolventen in diesem Jahr erreicht. Bei der feierlichen Zeugnisverleihung in der Aula beeindruckten die Schüler auch mit musikalischem und komödiantischem Talent.

Nun ist es vorbei. Eine lange Zeit haben die Zwölftklässler des Garmisch-Partenkirchner Werdenfels-Gymnaisums laut Direktor Tobias Schürmer die Schulbank gedrückt, bis sie das „langersehnte“ Abiturzeugnis endlich in den Händen halten konnten. Doch gab es beim vielen Lernen, Vorbereiten und Prüfungen schreiben auch ein Leben neben der Schule? „Die meisten von Euch würden das mit einem Nein beantworten“, vermutete Schürmer. „Ich gebe Euch Recht. Das Leben geht jetzt erst so richtig los.“

Dieser Meinung waren auch die 93 Jugendlichen, die ihre Hochschulreife in diesem Jahr am Werdenfels-Gymnasium bestanden haben. Mit einem Notenspiegel, zwischen 1,0 und 3,5 schafften sie den besten Schnitt, seit der Einführung des achtstufigen Gymnasiums an der Schule. Bei der Zeugnisvergabe haben es sich die Absolventen nicht nehmen lassen, ihre Lehrer mit vielen Einlagen ordentlich auf die Schippe zu nehmen. Die Freude darüber, dass sie die Hallen des Gymnasiums nun nicht mehr betreten müssen, zeigten sie dabei deutlich. Benjamin Altmiks, Markus Kauschinger, Michael Saalfeld und Laurent Wehrsdorf besangen den Abschied in A-cappella mit den Worten: „Good bye my dear Werdenfels-Gymnasium – Ich will Dich niemals wiedersehen“. Dafür ernteten die begabten Künstler viele Lacher und Applaus. In unterschiedlicher Besetzung gaben sie außerdem die Lieder „Coney Island Baby“ und „Feeling Good“ zum Besten. Dabei stach vor allem das gesangliche Talent von Saalfeld heraus, der das drittbeste Abitur geschafft hatte. Anton Kammermeier und Kilian Gal brillierten mit zwei Kontrabässen, das Fachseminar Musik beeindruckte mit einem von Kammermeier komponierten Kanon, nach einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe.

Für ordentlich Stimmung sorgten die Schülersprecher Felix Brandelik und Johanna Weinmeier mit ihrer Abiturrede. Sie zitierten dabei mit einem gehörigen Schuss Ironie aus dem fiktiven Tagebuch eines Schülers. Besonders amüsant waren Einträge wie: „Liebes Tagebuch, seit der Oberstufe haben sich meine Leberwerte gar nicht erhöht.“ Brandelik erinnerte an den ehemaligen Schulleiter Reinhard Bothschafter, den er gekonnt imitierte. Aber auch die Vorliebe des aktuellen Direktors für „durchdachte, seitenlange Konzepte“ wurde von den beiden Absolventen humorvoll aufs Korn genommen. So spielten sie eine Besprechung für die „interne Abiturfeier“ nach, die Brandelik – in der Rolle von Schürmer – als „Krisenstabnetz“ bezeichnete, dem man – natürlich – nur mit einem „ordentlichen Konzept“ Herr werden könne. Der Direktor nahm es mit Humor und bedankte sich bei den Gymnasiasten „für die durchwegs erfreuliche Zusammenarbeit“.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und der Zweite Bürgermeister Wolfgang Baur (CSU) gratulierten den frischgebackenen Abiturienten herzlich. Der Landrat empfahl ihnen „g’scheid zu feiern“. Baur ermahnte sie, „es nicht zu übertreiben“, sonst könne es ihnen wie den beiden österreichischen Künstlern „Seiler und Speer“ gehen, die davon singen, dass sie nach einer „schweren Partie“ – also einer durchzechten Nacht – Zuhause rausgeschmissen werden. Ob dieser Ratschlag bei den Jugendlichen Gehör gefunden hat, ist nicht bekannt. Gefeiert wurde beim anschließenden Abiturball jedenfalls bis in die frühen Morgenstunden.

Magdalena Kratzer

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