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Das Werdenfels Museum wird - zur Freude von Leiter Josef Kümmerle (r.) und Museumsvereins-Vorsitzendem Dr. Lorenz Wackerle - erweitert.

Grünes Licht für Umbau

Mehr Platz fürs Werdenfels Museum 

Garmisch-Partenkirchen - Dem Umbau und der Erweiterung des Werdenfels Museums steht nichts mehr im Weg. Der Kreisausschuss segnete das 2,12-Millionen-Euro-Projekt ab. Jetzt soll die Verwaltung Fördermöglichkeiten ausloten.

Es gilt als eines der schönsten und wichtigsten Heimatmuseen in Oberbayern und zeigt auf fünf Geschossen mit 900 Quadratmetern Heimatschichte von der Römerzeit bis Ende des 19. Jahrhunderts. Ebenso anschaulich wie qualitativ hochwertig präsentiert das Werdenfels Museum an der Ludwigstraße in Partenkirchen die Historie des einstigen „Goldenen Landls“. Doch es hat einen großen Nachteil: Es ist viel zu klein und Museumsleiter Josef Kümmerle kann nicht annähernd all die 11 000 Objekte zeigen, die seine Sammlungen aufweisen. Darum beschloss der Kreistag schon vor drei Jahren, das alte Kaufmannsgebäude aufwändig zu erweitern und zeitgemäß barrierefrei samt Lift ausstatten zu lassen. Jetzt ist es soweit: Der Kreisausschuss gab Grünes Licht für dieses 2,12-Millionen-Euro-Projekt.

Soll soll das umgestaltete Museum ausschauen.

Mit dem Bau kann Kreisbaumeister Alkmar Zenger zufolge im Mai begonnen werden – zunächst mit dem Teilabriss und der originalgetreuen Restaurierung des etwas niedrigeren Rückgebäudes inklusive barrerierefreier Umgestaltung und Einbau eines Lifts. 2017 soll in einem zweiten Abschnitt ein Verbindungstrakt zu einem neuen kleinen Südgebäude, das auf zwei Geschossen Räumlichkeiten für Museumspädagogik und -leitung enthält, entstehen. „Bei der jetzigen Zinslage ist es zweckmäßig, gleich weiterzumachen“, meinte Kreisrat Thomas Schwarzenberger (CSU), und seine Kollegen nickten zustimmend.08

Das Architekturbüro Wolf-Eckart Lüps aus Schondorf, das vor zwei Jahren den Architekturwettbewerb gewonnen hatte, wurde auch mit der Planung des Erweiterungsbaus betraut. Zudem kümmert es sich um die weiteren Bereiche von der Elektro- und Sanitär- bis zur Lüftungsinstallation. Die Pläne liegen mittlerweile bei der Marktgemeinde. Eine Entscheidung des Bauausschusses steht aber noch aus.

Angesichts der staatlichen Vorgabe, öffentliche Bauten barrierefrei zu gestalten, habe man von drei Varianten die „große“ bevorzugt: „Diese ermöglicht es nämlich, dass alle Geschosse in diesem Bestandsgebäude mit dem Aufzug anfahrbar sind, um es museumsgemäß allen Teilen der Bevölkerung zugänglich zu machen“, erklärte Zenger. Der bisher ebenfalls denkmalgeschützte und etwas niedrigere Bereich im rückwärts gelegenen ursprünglichen Stall des Hauses werde dann zunächst bis zum Erdgeschoss rückgebaut, ehe die beiden Obergeschosse wieder neu draufgesetzt werden, um das historische Erscheinungsbild zu erhalten. Zugleich entstehe ein vielfach verwendbarer Ausstellungsraum für größere Objekte und Anlässe.

Diese Kernsanierung des Gebäudes soll 2016 durchgezogen werden. Insgesamt sind dafür 1,57 Millionen Euro veranschlagt, für den zweiten 550 000 Euro. Die Bauverwaltung des Landratsamts wurde nun vom Kreisausschuss vergattert, sämtliche Fördermöglichkeiten auszuloten und zu beantragen. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) verwies unter anderem auf die Bayerische Landesstiftung, den Kulturfonds Bayern, die Landesstelle für nichtstaatliche Museen und nicht zuletzt die Regierung von Oberbayern. „Doch diese Förderstellen brauchen zwecks Genehmigung von Geldern einen konkreten Beschluss zur Baumaßnahme“, meinte Speer. „Darum stimmen wir heute ab“. Gleichzeitig wurde die Bauverwaltung beauftragt, alle für die Maßnahme erforderlichen Planungs- und Bauleistungen zu vergeben.

Wolfgang Kaiser

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