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Vorbereitung für die Sonnenäcker: Ludwig Auer beginnt bereits, den künftigen Sonnenacker zu pflügen (Bild l.) Die Fachfrauen Kathi Benedikt (r.) und Gartenbäuerin Adelheid Buchner erläuterten das Projekt. 

19 Pächter haben sich bereits eine Fläche gesichert

Projekt Sonnenäcker startet

Garmisch-Partenkirchen - Gesundes Essen, selber anbauen – ein Trend, der auch im Landkreis auf dem Vormarsch ist. Jetzt startet auch in Garmisch-Partenkirchen das Projekt Sonnenäcker. 

Draußen ist der Winter mit ergiebigen Schneefällen zurückgekommen, drinnen, im AOK–Vortragsraum an der Hindenburgstraße, wird vom Sommer, von bunten Blumen, knackigem Gemüse und frischen Kräutern geträumt. Über Sonnenäcker – den Gärten auf dem Feld informierte Kathi Benedikt, die Verantwortliche von „Werdenfelser Land – Sonnenäcker“. Die Bilder, die sie von blühenden Blumen, Kartoffel- und Kürbis-Ernten zeigt, machen auf alle Fälle Lust, sich so ein Stück Land zu pachten, um es zu bestellen. Im Landkreis, in Weichs, Ohlstadt, Murnau und Bad Kohlgrub, wird seit einigen Jahren bereits eifrig gegartelt. „Jetzt starten wir im Mai auch in Garmisch-Partenkirchen“, verkündet die Ohlstädter Bio-Bäuerin.

Mehr als 35 Interessierte waren zu ihrer Präsentation, bei der sie von der zertifizierten Gartenbäuerin Adelheid Buchner unterstützt wurde, gekommen. Die Anmeldezettel machten schnell die Runde und am Schluss waren 19 Sonnenäcker bereits vergeben. Über das große Interesse war Benedikt sehr erstaunt. Vor allem Familien mit Kindern sind ihr willkommen, „denn die Mädchen und Buben sollen miterleben, wie alles wächst, wie die Natur Mühe mit gesunder Nahrung belohnt, die anders schmeckt, als im Supermarkt“. Inzwischen sind nur noch zwei bis drei Plätze auf dem 2000 Quadratmeter großem Acker an der Riffelstraße frei. Circa 80 Quadratmeter erhält jeder Hobby-Gärtner gegen eine Gebühr von 55 Euro.

Lange wurde in Garmisch-Partenkirchen geeignetes Land gesucht. Jetzt ist die von der katholischen Kirche gepachtete Wiese – hier war Josef Sailer von seinem Pacht-Vorrecht zurückgetreten – von Ludwig Auer aus Farchant bereits umgepflügt, später wird noch gefräst. Von der großen Humusauflage ist Benedikt positiv überrascht: „Guter, ausgeruhter Boden, da kann auf Düngung gut verzichtet werden“. Angebaut werden nur einjährige Kulturen. Verboten sind mineralische Dünger und chemischer Pflanzenschutz. Grünabfälle werden gemeinsam kompostiert. Welches Bio-Saatgut, welche Jungpflanzen wann in die Erde müssen, wo man alles am besten kauft und überhaupt viel Wissenswertes über Mischkulturen im Hobbygarten – darüber informierte Buchner. Von der Bodenbeschaffenheit über Kartoffelsorten bis zur Markiersaat erteilte sie Nachhilfeunterricht in Sachen Anbau.

Ulrike Lorenz, von Beruf Krankenschwester, die mit ihrer Familie in einem Burgrainer Mehrfamilienhaus wohnt, freut sich auf ihren Sonnenacker: „Alles ist dann direkt vor der Haustür und ohne Chemie gewachsen. Ich tue etwas für die Gesundheit und die Umwelt.“ Wichtig ist ihr auch der Austausch mit den anderen.

„Auf jeden Fall feiern wir im Herbst ein zünftiges Kartoffelfest“, verspricht Benedikt schon jetzt. An die Hundebesitzer, die im Riffelstraßengebiet ihr bevorzugtes Gassigelände haben, geht schon jetzt ihr Appell, ihre Lieblinge nicht auf den Sonnenacker zu führen und die Hinterlassenschaften bitte mitzunehmen.

Margot Schäfer

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