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Seit fünf Jahren haben die Pferdefreunde eine Standarte. Stolz präsentieren diese bei Veranstaltungen (v. l.) Franziska Maurer, Thomas Saller und Diana Bader.

Werdenfelser Pferdefreunde feiern 25-Jähriges

Wo das Glück liegt

Garmisch-Partenkirchen - Mit einem großen Showprogramm mit Dressur- und Springreiten feiern die Werdenfelser Pferdefreunde am Sonntag ihr 25-jähriges Bestehen. Dabei erinnern sie auf dem Bichlerhof am Hausberg auch daran, was in diesem Vierteljahrhundert alles passiert ist.

Das Glück dieser Erde liegt für Diana Bader ganz bestimmt auf dem Rücken ihres Pferdes, auf dem des walisischen Warmbluthengstes Chacomo. Mit ihrer Liebe zu den großen Vierbeinern befindet sie sich in guter Gesellschaft unter den etwa 180 Mitgliedern der Werdenfelser Pferdefreunde. Der Verein feiert am Sonntag sein 25-jähriges Bestehen auf dem Garmisch-Partenkirchner Bichlerhof am Hausberg.

Ihre Pferdeleidenschaft hat Bader, davon ist sie überzeugt, geerbt. „Die bekam ich garantiert von meiner Mama, die ebenfalls reitet, in die Wiege gelegt“, sagt die 23-Jährige. Bereits seit 15 Jahren ist sie Mitglied bei den Werdenfelser Pferdefreunden – und engagiert sich für den Verein: Als Zweite Vorsitzende übernimmt die junge Frau inzwischen Verantwortung. Das weiß Josef Sailer zu schätzen. „Toll, dass sich junge Menschen für Funktionen bereit erklären und aktiv sind“, sagt der Vorsitzende. Seit 2001 fungiert er als Vereinschef. Neben Bader stehen ihm Claudia Metsch (Schriftführerin und Kassier) sowie Nadine Fischer als Jugendwartin zur Seite.

Gegründet wurde der Verein von Pferdefreunden aus dem Landkreis, um den Tieren eine Lobby in der Region zu geben. „Wir fördern den Breiten- und Freizeitsport, sind nicht auf Leistung orientiert.“ Auf diese Erklärung legt Sailer besonderen Wert. Das aber heißt nicht, dass Vereinsmitglieder nicht an Turnieren teilnehmen und Preise, etwa im Springreiten, holen. Im Gegenteil.

Zeitintensiv ist die Pferdeliebe auf alle Fälle, denn die Tiere verlangen tägliche Betreuung, brauchen Ausritte oder zumindest Bewegung in der Halle. Ein Grund, warum die anfängliche Begeisterung besonders bei Mädchen oft schnell wieder verfliegt. Darin liegt ein Problem. „Wir haben eine große Fluktuation“, sagt Bader. Doch sie hebt auch das Positive hervor: „Es kommen auch immer wieder neue Mitglieder hinzu.“ Die junge Frau wirbt für die Arbeit mit den Pferden. „Wer ein Tier betreut, lernt Verantwortung zu übernehmen. Und das ist bereits für Kinder wichtig.“ Sie schwärmt: „Wenn ich mal widerwillig zum Stall fahre, komme ich garantiert gut gelaunt zurück.“

Zum 20. Geburtstag vor fünf Jahren leistete sich der Verein eine eigene Standarte, die seitdem stolz bei den verschiedenen Veranstaltungen mitgeführt wird. Unter anderem wirken die Pferdefreunde beim Georgi-Ritt mit, organisieren seit über 20 Jahren den Leonhardi-Ritt in Garmisch-Partenkirchen. Bis 2004 wurden auch diverse Feste im Olympia-Skistadion und Schlittenrennen mit Skijöring veranstaltet. Großen Wert legen die Mitglieder auf Geselligkeit. Unter anderem gehören die Frühjahrs- und Herbstfeste mit Ritten zum Plansee und zu anderen Orten zum Programm. Bader schätzt dabei besonders das Miteinander, den Austausch unter Pferdenarren.

Ferien für Kinder auf Reiterhöfen im Landkreis haben in den vergangenen Jahrzehnten an Attraktivität gewonnen. Für Urlaubsgäste veranstaltet der Verein regelmäßig Ponyreiten, es gibt Reitunterricht. Zudem werden pferdegestützte Therapien angeboten. Besondere Erfolge feiert in diesem Bereich Psychologin und Therapeutin Lea Höfl mit ihren Ponys bei den jungen Patienten der Kinderrheumaklinik. Neu sind Pferde in der Therapie nicht. Bereits im einstigen Kurheilbad–Kainzenbad wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihnen gearbeitet.

Unentbehrlich waren die Tiere von jeher in der Land- und Forstwirtschaft. Vor dem Eisenbahn- und Autoverkehr reiste man per (Post-)Kutsche, im Winter mit dem Pferdeschlitten ins Werdenfelser Land. Zu Beginn der 1920er Jahre bis 1934 besaß Garmisch-Partenkirchen sogar eine Pferderennbahn auf dem Gelände des heutigen Olympia-Eisstadions, die bis zu 8000 Zuschauern Platz bot. Sie musste jedoch den Bauten für die Olympischen Winterspiele 1936 weichen.

Margot Schäfer

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