Zu wertvoll, um in der Schublade zu landen

Ohlstadt - Nach dem Super-Gau in Fukushima ist es auch an den Gemeinden, sich verstärkt mit dem Thema Energie zu beschäftigen. In Ohlstadt gibt es derzeit Überlegungen für einen Energienutzungsplan. Der Gemeinderat einigte sich nach längerer Diskussion darauf, sich auf einer Klausurtagung mit der Sache zu befassen.

Der Vorstoß war von der CSU-Fraktion gekommen. Diese „sieht in der Erstellung eines Energienutzungsplanes einen weiteren Baustein“, Ohlstadt im Bereich Energieversorgung voranzubringen. Es gebe drei Hauptphasen: Bestands- und Potenzialanalyse, Konzeptentwicklung sowie die Umsetzung. „Wir möchten auch die Bürger einbinden. Das ist entscheidend“, betonte CSU-Rat Christian Binder.

Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) hielt den Antrag für „sehr gut“. Einen Beschluss zu fassen, hielt er aber für verfrüht. „Das sind viele Themen anzusprechen.“ Das sprenge den Rahmen einer Gemeinderatssitzung. Grundsätzlich sei ein Energienutzungsplan nur sinnvoll, „wenn man ihn ernst nimmt“. Viele Kommunen strichen jedoch die Fördergelder ein und das Papier verschwinde dann in der Schublade: „Ein Alibi-Energienutzungsplan wäre schade.“

Eigentlich wäre es der CSU am liebsten gewesen, wenn sich das Gremium gleich für die Erstellung eines Nutzungsplans entschieden hätte. Doch am Ende zeigten sich die Christsozialen und auch die anderen Volksvertreter mit Scheuerers Vorschlag einverstanden, im Januar über die Sache im Rahmen einer Klausurtagung zu sprechen. Diese soll entweder in Benediktbeuern oder Ohlstadt stattfinden. Dabei soll ein Fachmann vor Ort sein sowie ein Vertreter einer Gemeinde, die Erfahrung auf dem besagten Gebiet hat. Die Ergebnisse sollen dann in einer öffentlichen Ratssitzung bekannt gegeben werden. „Wir vertun uns nichts, wenn wir das Thema zurückstellen“, meinte Anton Fischer (NLO). Denn die Materie sei „abendfüllend“.

Scheuerer machte auch deutlich, dass in Ohlstadt energietechnisch schon einiges passiert sei: So gebe es die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt, LED-Straßenbeleuchtung sowie mehrere Wasserkraftwerke. Energienutzungspläne werden in der Regel von Ingenieurbüros erstellt, die Fachkenntnisse im Bereich Energie, Umwelt, Städtebau, Bauleitplanung, Architektur, Bauphysik und Versorgungstechnik haben. Die Kosten würden nach CSU-Angaben rund 30 000 Euro ausmachen. Dabei berufen sich die Christsozialen auf Erfahrungswerte anderer Gemeinden in der Größenordnung Ohlstadts. Es winken staatliche Zuschüsse. „Laut Förderprogramm werden 70 Prozent der Kosten getragen, also 21 000 Euro“, erklärt die CSU. Den Rest müsse die Gemeinde über den Haushalt 2015 schultern. (roy)

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