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Ihr eigenwilliger Sound kommt gut an: die Musiker von Kofelgschroa heizen ein. 

Ausverkauftes Heimspiel

So war das Kofelgschroa-Konzert in der Westtorhalle

Riedhausen - Psychedelische Endlosschleife: Die Gruppe Kofelgschroa aus Oberammergau sorgt in der Riedhauser Westtorhalle für volles Haus. Die Musiker gastierten dort im Rahmen ihrer  „Baaz“-Tour.

Riedhausen – Blätter, die von Bäumen fallen, ein heißgeliebter Anorak und Regen, der an die Scheibe prasselt – all diese scheinbaren Banalitäten verwandeln die Musiker der Ammertaler Band Kofelgschroa in originelle Songs. Diese kommen als dialektischer Kraut-Rock daher, der auch tanzbar ist. Das bewiesen die Besucher in der ausverkauften Riedhauser Westtorhalle, wo die Musiker ein Konzert im Rahmen der Release-Tour des aktuellen Albums „Baaz“ gaben.

 Als die ersten Töne erklangen, wippten auch schon die Füße der Zuschauer im Takt. Mit einem träumerischen Ausdruck auf dem Gesicht ließen sie sich in eine musikalische Welt voller melancholischer Molltöne und Wechseltakte entführen. Eine Welt, die alltäglichen Unscheinbarkeiten eine nie gedachte Schönheit entlockt und vom dynamischen Rhythmus der Tuba angetrieben wird.

 Auf ihrem dritten Album entdecken Maxi Pongratz (Akkordeon, Gesang), Matthias Meichelböck (Tenorhorn, Gesang) und die Brüder Martin (Helikontuba) und Michael von Mücke (Gitarre, Flügelhorn, Gesang) eine neue Lust am Experimentieren. Erstmalig kommen Instrumente wie Schlagzither, Kontrabass und Heimorgel zum Einsatz. Letztere verwandelte das Stück „Baaz“ in eine psychedelisch anmutende Endlosschleife. Dazu sang Maxi Pongratz den repetitiven Text: „In Baaz g´hörscht nei, in Baaz g´hörscht nei.“ Der Konzertabend bot eine ausgewogene Mischung aus neuen Stücken sowie Klassikern des Erstlingsalbums. „Wäsche“ ist und bleibt eines der absoluten Lieblingsstücke. Grundsätzlich gehen die Liedtexte von Kofelgschroa schnell ins Ohr und bieten trotz ihrer Einfachheit viel Tiefsinn. Etwa singt Pongratz von einem Ballon, der dem schweren Leben der Erde entfliehen will, um seine Sternenkollegen zu besuchen. Bei „Unzertrennlich“ erzählt ein plätschernder Bach über die wankelmütige Natur der Liebe, und das herabfallende Laub eines Baumes im Stück „Bladl“ repräsentiert die Vergänglichkeit des Lebens.     Auch wenn die Ammertaler mittlerweile große Hallen in Berlin oder Hamburg füllen – der Heimat sind sie trotzdem treu geblieben und wissen ihre Fans dort bestens zu unterhalten. „Kofelgschroa sind authentisch und machen Musik, die urtümlich und modern zugleich ist. Für mich ist das der Inbegriff von Heimatsound“, fand etwa Besucherin Doris Schmidt.
 Constanze Wilz

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