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Soll zum Dauerhalt werden: Der Bahnsteig im Bereich Skistadion und Kainzenbad, der bis 1984 in Betrieb war, soll reaktiviert und umgebaut werden.

Haltestelle Kainzenbad wird reaktiviert

Wiederbelebung eines Bahnhalts

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Garmisch-Partenkirchen - Der Bahnhalt Kainzenbad, der seit 1984 nur noch zum Neujahrsspringen genutzt wird, soll reaktiviert werden – und zwar wieder dauerhaft. Ein Vorhaben, das der Gemeinderat einhellig unterstützt. Neben dem touristischen Angebot würde auch das Klinikum davon profitieren.

Einmal im Jahr hat er seinen großen Auftritt. Da steht er im Fokus, da entströmen ihm Menschenmassen. Beim Neujahrsspringen ist der Bahnhalt Kainzenbad ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Viele Zuschauer reisen mit dem Zug an und steigen dann wenige Meter vom Olympia-Skistadion entfernt aus. Der momentane Bahnsteig, der bis 1984 noch regelmäßig angefahren wurde, hat aber keine Zukunft. Auch dann nicht, wenn die Beleuchtung, die nach einem Unfall mit einem Lkw Ende 2014 am Übergang Wildenauer Straße nicht mehr funktionierte, erneuert ist. Darauf wies Garmisch-Partenkirchens Bauamtsleiter Jörg Hahn jetzt im Gemeinderat hin. „So wie er jetzt dasteht, ist er eine Übergangslösung, die noch sechs Jahre gilt.“ Zum einen sei er zu kurz, zum anderen entspreche auch die Höhe nicht den aktuellen Vorgaben. Somit war guter Rat teuer.

Die Gespräche mit Vertretern der Deutschen Bahn, in denen es um die Finanzierung der Beleuchtung ging – dafür zahlen die Gemeinde und der Skiclub Partenkirchen zusammen 60 000 Euro –, nutzte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), um die dauerhafte Wiedereröffnung des Halts anzustoßen. „Neben den touristischen Attraktionen wie Skistadion, Kainzenbad und Partnachklamm ist dieses Stelle ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen“, meint sie. Dazu kommt, dass es eine ideale Anbindung für die Mitarbeiter des Klinikums, dem größten Arbeitgeber im Landkreis, darstellt. Argumente, denen sich auch die Bahn nicht verschließen konnte.

Das Bayerische Innenministerium sei nun bereit, eine Machbarkeitsprüfung zu veranlassen. „Hierzu ist allerdings zuerst eine Positionierung des Marktes Garmisch-Partenkirchen erforderlich, ob ein solcher Haltepunkt gewünscht ist und falls ja, an welcher Stelle er eingerichtet werden soll“, erklärt Meierhofer. Somit war der Gemeinderat gefragt, der sich einstimmig für das Vorhaben aussprach. Mit diesem Votum im Rücken werde nun die Bayerische Eisenbahngesellschaft beauftragt, die Möglichkeiten für die Einrichtung dieses Haltepunktes zu prüfen.

Nachdem der jetzige Bahnsteig nicht mehr passt, schlägt Hahn eine Verlegung in südöstlicher Richtung vor. Das heißt näher am Stadion und vor allem auf der Seite der Sportstätten, so dass Besucher nicht mehr über die Gleise gehen müssen. Entscheidend, um dieses Angebot zu reaktivieren, „sind 100 Zustiege pro Tag“. Werden die erreicht, dann bezahlt die Deutsche Bahn den kompletten Bau, die Gemeinde ist lediglich für die Infrastruktur zuständig. „Das kann kein großer Aufwand sein“, betont Meierhofer. Ein Parkplatz sei schließlich vorhanden, so dass sie nur von Fahrradständern ausgeht. Vor dem Hintergrund, dass das Skistadion zu einer touristischen Erlebniswelt ausgebaut werden soll, nennt Robert Allmann (SPD) diese Möglichkeit „einen absoluten Glücksfall“.

Dem kann sich Bernward Schröter, Geschäftsführer des Klinikums nur anschließen: „Das wäre für unser Haus und für die ganze Region einfach super.“ Von Seiten der Mitarbeiter sei das Interesse an diesem Angebot groß und auch aus Gesprächen mit Bewerbern weiß er, dass die Anbindung des Krankenhauses ans öffentliche Verkehrsnetz wichtig ist. Rund 1300 Menschen sind aktuell in der Einrichtung beschäftigt, „wir wollen aber expandieren“. Um möglichst rasch zu erfahren, wie viele davon tatsächlich per Zug zur Arbeit fahren würden, startet Schröter nun eine Befragung des Personals. Die Chefärzte des Hauses haben zudem den enormen Nutzen für die Patienten und auch ihre Besucher ins Spiel gebracht. Daher freut den Geschäftsführer, dass die Gemeinde das Anliegen unterstützt. „Unsere verkehrstechnische Anbindung ist bislang ja nicht optimal.“

Dieses Dilemma hat auch Elisabeth Koch (CSU) im Blick, wenn sie an die momentane Zufahrt zum Klinikum denkt. „Das ist ein echtes Nadelöhr.“ Um das zu beseitigen, schwebt Meierhofer ein Kreisverkehr vor. Ein entsprechendes Konzept wird Hahn zufolge in Verbindung mit dem neuen Bebauungsplan für das Areal an der Auenstraße erstellt.

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