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Kein ungewöhnliches Bild: Autofahrer parken die Straße zu, egal ob sie im Halteverbot stehen oder nicht.  

Oberes Kurgebiet Bad Kohlgrub  

Wilder Westen am Hörnle

Bad Kohlgrub –  Zugeparkte Straßen und Grundstückseinfahrten, viel Verkehr und aufgeschnittene Weidezäune: Wintersportler, die sich am Hörnle austoben, zerren an den Nerven der Nachbarn im oberen Kurgebiet in Bad Kohlgrub. Letztere hoffen auf Rücksichtnahme – bislang aber vergeblich.

Für Skitourengeher, Skifahrer und Schneeschuhwanderer waren die vergangenen Winter-Wochen ein Traum. Direkt vor der Haustür oder schnell mit dem Auto zu erreichen, bietet das Hörnle in Bad Kohlgrub für alle optimale Bedingungen. Doch so mancher Anwohner oder Grundstückbesitzer sehnt mittlerweile den Frühling herbei – damit wieder Ruhe eingekehrt.

Hinter der Abzweigung nach Sonnen hat die Gemeinde zwar bereits Schilder aufgestellt, die besagen, dass das Parken nur auf gekennzeichneten Flächen erlaubt ist. Und so lange sich der Schnee in solchen Massen auf beiden Seiten der Fahrbahn türmt, haben die Winter-Touristen auch gar keine andere Möglichkeit. Damit die Anwohner auch dann ihre Grundstücke problemlos verlassen können, wenn der Schnee weniger wird oder ganz verschwindet, hat Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) Maßnahmen ergriffen: Der Zweckverband für kommunale Verkehrssicherheit Oberland überwacht seit Anfang des Jahres auch das Kohlgruber Gemeindegebiet.

„Wir können jetzt die Mitarbeiter flexibel und nach Bedarf bestellen und werden diese verstärkt auch im oberen Kurgebiet einsetzen“, erklärt Reichert. Es dürfe nicht angehen, dass den Gästen ein paar Meter Fußweg – hin zur sportlichen Aktivität – zu weit sind, und die Anwohner darunter leiden. Da Parkplätze an der Talstation der Hörnle-Schwebebahn nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen, viele Autofahrer an schönen Tagen dennoch ihr Glück versuchen, entsteht ein weiteres Problem: Von unten kommen die Autos wie an einer Perlenkette aufgereiht nach oben gefahren. Dort stellen sie dann fest, dass die Parkplätze allesamt belegt sind – und fahren postwendend wieder nach unten. So kommt es, dass es bisweilen sehr lange dauert, bis zum Beispiel ältere Menschen die Fallerstraße gefahrlos überqueren können. Reichert möchte deshalb die Mitarbeiter der Schwebebahn fragen, ob es möglich ist, an der Abzweigung ins Kurgebiet ein Schild aufzustellen, wenn es oben keine freien Parkplätze mehr gibt.

Ein weiteres, in den Wintermonaten wieder kehrendes Ärgernis sind mutwillig zerstörte Zäune an den Hörnle-Hängen. „Wir versuchen natürlich, die Tourengeher zu kanalisieren, aber immer gelingt uns das nicht“, räumt das Gemeindeoberhaupt ein. Es bestehe natürlich auch am Bad Kohlgruber Hausberg „grundsätzlich ein freies Betretungsrecht der Natur für alle“. Doch wenn man nun mal auf einen Zaun stößt, habe man nicht das Recht, diesen mit einer Zange aufzuzwicken: „Das ist Sachbeschädigung, die rechtlich verfolgt werden kann.“

Angesichts der vielen Probleme bleibt der Gemeinde und den Betroffenen hauptsächlich ein Appell an die Wintersportler. Und zwar Rücksicht zu nehmen.

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