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Im Freudenrausch: Nach seinem Sieg im Riesenslalom wirft sich Felix Neureuther im Zielbereich auf den Boden – und jubelt.

Weltcup-Riesenslalom

„Wir sind wahnsinnig stolz auf Felix“

Garmisch-Partenkirchen - Es ist ein historischer Sieg, den Felix Neureuther am Samstag in Adelboden/Schweiz eingefahren hat. Erstmals nach 41 Jahren gewann wieder ein Deutscher einen Weltcup-Riesenslalom.

Worte der Superlative sind es, in denen die Garmisch-Partenkirchner an diesem Wochenende schwelgen. Grandios, ein Hammer, großartig, unglaublich - so äußern sich die Anhänger von Felix Neureuther in Gesprächen und auf Facebook. Der 29-Jährige hat am Samstag in Adelboden/Schweiz Skigeschichte geschrieben. Nach 41 Jahren gewann wieder ein Deutscher einen Weltcup-Riesenslalom - ein historischer Sieg. „Ein Werdenfelser löst den anderen Werdenfelser ab“, sagt Heinz Mohr vom Fanclub. Damit spielt er darauf an, dass zuletzt 1973 Max Rieger aus Mittenwald in dieser Disziplin auf dem Stockerl stand. Dass Neureuther hervorragend in Form ist, hat Mohr schon beim Training am heimischen Gudiberg gesehen. „Da war klar, wenn er einen guten Lauf hat, ist er vorne mit dabei.“ Und genau den hatte der Top-Athlet des Skiclubs Partenkirchen (SCP) an diesem Samstag: „Er ist wirklich sensationell gefahren.“

Den Lauf konnte der Mittenwalder nur am Fernsehen verfolgen. Vor Ort vertrat unter anderem Vorsitzende Traudl Münch den Fanclub und sorgte dafür, dass auch das große Plakat im Zielbereich aufgehängt wird. „Wir versuchen, möglichst oft dabei zu sein und Felix zu unterstützen“, betont Mohr. Auch beim Slalom am Sonntag jubelten heimische Fans in der Schweiz für den Technik-Spezialisten, der nach dem ersten Durchgang auf dem zweiten Rang lag. Dass ein Einfädler im zweiten Lauf seine Hoffnungen auf einen Stockerl-Platz zunichte machte, nennt Mohr „Pech“.

Das könne immer passieren, sagt auch Hannes Ziembinski, Vize-Präsident des SCP: „Ansonsten wäre er auch da vorne dabei gewesen.“ Davon lässt er sich freilich die Freude über den Erfolg beim Riesenslalom nicht trüben: „Wir sind wahnsinnig stolz, so ein Aushängeschild in unserem Club zu haben“, unterstreicht er. „Eigentlich ist er ja für die ganze Region ein Aushängeschild.“ Und dem wird der SCP auch heuer wieder einen besonderen Empfang bereiten - in Abstimmung mit dem Terminplan des Ski-Stars. „Die Saisonleistung würdigen wir auf alle Fälle.“ Seine Hoffnung ist natürlich, dass Neureuther auch bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi vorne mitfährt: „Da ist er ganz klar einer der Top-Favoriten.“

Geht der 29-Jährige an den Start, wird im Hause Kümmerle eine Kerze für ihn angezündet. „Das haben wir auch bei unseren Töchtern so gemacht, wenn sie zum Beispiel eine Prüfung hatten“, verrät Josef Kümmerle, der ebenfalls im Fanclub aktiv ist. Mit einer SMS hat er Neureuther, den er von Kindesbeinen an kennt, zu seinem Erfolg beglückwünscht. „Ich wäre natürlich lieber vor Ort gewesen, aber immer geht das halt nicht.“ Und so verfolgten er und seine Familie den sensationellen Lauf daheim am Fernseher. „Nur meine Frau geht immer raus, wenn der Felix fährt“, erzählt er. Mit Musik übertönt sie in der Küche die Emotionen, die aus dem Wohnzimmer erklingen - erst wenn Neureuther sicher im Ziel ist, gesellt sie sich wieder zu ihren Lieben.

Die spannenden Rennen verfolgt auch der alpine Nachwuchs im Landkreis mit Begeisterung: Beim SCP „sind alle Felix-Fans“, bestätigt Ziembinski. Mit seiner lockeren Art kommt er bei den Kindern sehr gut an - „sie finden ihn einfach cool“. Nicht nur den Mädchen und Buben des Skiclubs bescherte Neureuther an diesem Wochenende spannende Momente - all seine Fans fieberten mit ihm mit. Auf seiner Facebook-Seite hagelte es bereits Glückwünsche. Die von seinem Fanclub lassen noch ein bisschen auf sich warten: „Gleich nach dem Rennen wollten wir nicht stören, da prasselt so viel auf ihn ein“, erklärt Mohr. Deshalb gratulieren er und seine Mitstreiter erst später - „dann aber natürlich umso herzlicher“.

Tanja Brinkmann

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