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Idyllisch gelegen: Das Gebäude (u.) steht mitten im Wald zwischen den Weilern Sallach und Brand.

Angeblicher Schwarzbau

Wirbel um Waldhütte: Landratsamt stoppt Bauarbeiten

Schöffau – Es ist ein Fall, bei dem die Meinungen aufeinanderprallen. Das Landratsamt sagt, dass für das Gebäude im Wald bei Schöffau keine Baugenehmigung vorliege. Der Eigentümer ist sich hingegen keiner Schuld bewusst. „Das ist kein Schwarzbau.“

Zum Hintergrund: Beim Tagblatt ging ein anonymes Schreiben ein. Darin ist von einem „Wohnhaus-Schwarzbau mitten im Wald zwischen Brand und Sallach (Gemeinde Uffing)“ die Rede. Die Redaktion ging der Sache nach. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen stellte dann im Rahmen einer Ortsbesichtigung fest, dass im besagten Bereich „ein zweigeschossiges Gebäude mit Keller“ steht. Es sei „offenkundig für den Aufenthalt von Personen bestimmt“, sagt Sprecher Stephan Scharf. Die erforderliche Baugenehmigung liege nicht vor. Die Konsequenz: Das Landratsamt stellte die Bauarbeiten ein, die „noch im Gange“ gewesen seien. Der Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden will, kann die Aufregung nicht verstehen. Der Uffinger sagt, die Hütte stehe dort seit 1945. „Das ist nachgewiesen.“ Sie sei zum Beispiel auch in Wanderkarten von 1980 aufgeführt. Es gelte Bestandsschutz, findet der Eigentümer. In den vergangenen Jahrzehnten sei bei der fünf auf sieben Meter großen Hütte immer wieder mal etwas repariert worden. „Es ist wohl verständlich, dass man so etwas nicht verfallen lässt.“ In den vergangenen drei Jahren sei an dem Gebäude, in dem laut Eigentümer einst Heimatvertriebene einquartiert waren, aber gar nichts mehr gemacht worden. Und in den letzten 20 Jahren sei es auch nicht genutzt worden. Einen Keller hat die Hütte seiner Auffassung übrigens nicht. „Das sind Fundamente“, meinte er.

Der Gemeinde Uffing flatterte das anonyme Schreiben ebenfalls ins Haus. Sie sah jedoch keine Veranlassung, tätig zu werden. „So etwas behandeln wir nicht“, sagt Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU). Dass der Bau eingestellt wurde, hat die Kreisbehörde der Kommune vor Kurzem mitgeteilt. Und jetzt? „Im weiteren Verfahren ist der Bauherr beziehungsweise Grundstückseigentümer anzuhören und über eine Beseitigungsanordnung zu entscheiden“, sagt Scharf. Sollten die Bauarbeiten fortgesetzt werden und/oder das Gebäude zum Wohnen genutzt werden, müsse der Bauherr mit weiteren Zwangsmitteln rechnen. Ein Beispiel wären erhöhte Zwangsgelder. „Außerdem drohen allen am Bau Beteiligten in diesem Fall empfindliche Geldbußen.“ Der Eigentümer will jetzt die vorhandenen Unterlagen zusammensuchen. Danach will er sich mit den Zuständigen vom Landratsamt zusammensetzen und die Sache klären.

Roland Lory

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