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Große Ziele: Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger will neue Firmen nach Murnau locken, unter anderem ins alte Gemeinde-Krankenhaus, wo ein Innovationszentrum entstehen soll.

Wirtschaftsförderung in Murnau

Oberstes Ziel: Neue Branchen im Ort ansiedeln

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Murnau - Jan-Ulrich Bittlinger hat Großes vor: Murnaus neuer Wirtschaftsförderer will neue Branchen anlocken, um Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven für junge Menschen zu schaffen. Ein erstes Konzept stellte er jetzt im Gemeinderat vor. Das Motto: „Murnau kann mehr.“

Seit etwa einem halben Jahr ist nun Jan-Ulrich Bittlinger als neuer Rathaus-Experte für Wirtschaftsfragen tätig. Leicht ist der Job nicht: Die Stelle war politisch umstritten, die Erwartungen sind sehr hoch. Er habe keinen „Masterplan“ vorliegen, stellte Bittlinger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zu Beginn seiner Präsentation klar, wolle aber mit einigen Ideen eine Diskussion anschieben. Seine Vision von Murnau: „Ein breit aufgestellter und moderner Wirtschaftsstandort.“

Die Probleme, die die Staffelsee-Gemeinde – wie der gesamte Landkreis – hat, sind bekannt: Die Bevölkerung überaltert in den nächsten Jahren massiv. Und bei den Wirtschaftszweigen dominieren das Gesundheitswesen sowie das Hotel- und Gastgewerbe, was dazu führt, dass junge Menschen, die andere berufliche Vorstellungen haben, wegziehen. „Wir stellen den Bürgern nur ein eingeschränktes Arbeitsplatzangebot zur Verfügung“, lautet Bittlingers nüchternes Fazit. Seiner Meinung nach macht es keinen Sinn, weitere Firmen der Gesundheitsbranche anzusiedeln, was in der Vergangenheit in der politischen Debatte immer wieder vorgeschlagen wurde. Denn schon jetzt, so Bittlingers Argument, hätten die ansässigen Arbeitgeber Probleme damit, Fachkräfte zu finden. Ein Ausbau dieses Bereichs würde nur zu einem Verdrängungswettbewerb führen.

 Der Ansprechpartner für die Betriebe plädiert stattdessen dafür – neben der Stärkung des Handwerks und Kleingewerbes –, zu versuchen, neue Branchen hierherzuholen. „Es gibt Entwicklungspotential“, meint der Fachmann. Als Beispiele nennt er freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, den Maschinenbau sowie den Wirtschaftszweig Kommunikation und Information. Besonders angetan ist er von der Software-Programmierung. Entsprechende Kenntnisse bräuchten mittlerweile viele Facharbeiter, etwa beim Eschenloher Maschinenbauer Kern Microtechnik. Bittlingers erstes großes Projekt, das den erwünschten breiteren Branchenmix bringen soll, ist das Innovationszentrum im alten Gemeinde-Krankenhaus. Wie berichtet, sollen sich hier Firmen der Kreativszene – zumindest vorübergehend – niederlassen. Auch wünscht sich Bittlinger eine Art Hightech-Werkstatt mit 3D-Druckverfahren, mit dem sich alle möglichen Teile herstellen lassen. Dort sollen, so sein Plan, auch Jugendliche an die neue Technologie herangeführt werden.

Doch damit ist es in seinen Augen nicht getan. Laut Bittlinger muss eine Reihe an Standortfaktoren im Ort verbessert werden. „An allererster Stelle“, so der Verwaltungsmitarbeiter, müsse die Schaffung bezahlbaren Wohnraums stehen. Es ist bekannt, dass freie Immobilien in Murnau rar und meist sehr teuer sind. Aber es gehe auch um schnellere Internet-Leitungen und längere Betreuungszeiten für Kinder – um Beispiele zu nennen. Bittlinger will außerdem weitere Felder der wirtschaftlichen Ortsentwicklung beackern. So macht er sich für eine Hotelansiedlung stark und für ein Konzept, mit dem man mehr Frequenz in Murnaus „gute Stube“ bringen und somit den Einzelhandel stärken kann. Die Flüchtlingskrise sieht er entspannt. Man sollte die Migration vor dem Hintergrund des demografischen Wandels als Chance begreifen. Denn: „Murnau braucht Zuzug.“

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