Relikte vergangener Zeiten: Was mit der alten Bausubstanz passiert, ist noch offen. F.: roy

Wohnbebauung statt Gewerbe?

Eschenlohe - Im Bereich des ehemaligen Sägewerks und früheren Gästehauses Zur Mühle in Eschenlohe tut sich etwas. Zumindest auf dem Papier. Denn der Gemeinderat hat beschlossen, das rund 1,3 Hektar große Areal zu überplanen.

Nicht nur die Kommune wünscht sich, dass ein Wohngebiet daraus wird. „Das ist das einzige, was Sinn macht“, sagt Bürgermeister Anton Kölbl (CSU).

Ob in dem Bereich am Ende tatsächlich nur Wohnen möglich sein wird oder auch Gewerbe, wird das bevorstehende Verfahren zeigen. Der Anlass für die Volksvertreter tätig zu werden, war ein Vorbescheidsantrag für ein Einfamilienhaus mit Garagen. Doch die Räte wollten dieses Vorhaben nicht alleine für sich behandeln, sondern hielten es für am besten, das ganze Gebiet zu überplanen. So beschlossen sie, dass der Flächennutzungsplan abgeändert und ein Bebauungs- und Grünordnungsplan („In der Mühle“) aufgestellt werden soll. Zudem verhängten sie eine Veränderungssperre. Den Vorbescheidsantrag lehnten sie ab.

Die Gemeinde, betont Kölbl, habe ein Interesse daran, dass das Gelände optisch in Ordnung komme. „Das schaut nicht schön aus.“ Er meint damit das alte Sägewerk sowie das ehemalige Gästehaus, in dem 2001 Katharina H. („Oma Trinchen“) ermordet wurde.

Eigentümer des Areals sind Elfriede und Anton Mangold. Was mit der alten Bausubstanz geschieht, kann Elfriede Mangold auf Nachfrage heute noch nicht sagen. „Wir warten ab, wie die Sachen weitergeht.“ Jetzt sei die Gemeinde am Zug. „Dann planen wir weiter.“ Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens werden nun diverse Punkte abgearbeitet. Kölbl spricht von einer „verzwickten Geschichte“ und einer „schwierigen Gemengelage“.

Ein Aspekt: Der Hochwasserschutz ist in dieser Gegend noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Ob das Plangebiet dem Innen- oder Außenbereich zugeordnet werden kann, ist ebenfalls unklar. Weiterer Punkt: „Es gibt auch erlaubte Gewerbenutzungen“, erklärt Kölbl. Die ganze Thematik ist nicht neu. Es hat in der Vergangenheit schon jede Menge Planentwürfe für das Areal gegeben. „Wir tun da schon seit über 30 Jahren rum“, teilt Elfriede Mangold mit. Vor ein paar Jahren gab es mal einen Anlauf, das Teilstück zu überplanen, wo das ehemalige Gästehaus steht. Doch dieses Vorhaben zerschlug sich. (roy)

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