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Der Standort: An der Ecke Längenfeldweg/Längenfeldleite soll auf gemeindlichem Grund bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Auf fünf Büros wird gesetzt

Wohnungsbau am Längenfeldweg: Vorbereitungen für Architektenwettbewerb

Der kommunale Wohnungsbau am Murnauer Längenfeldweg beschäftigt die Gemeinderäte. In den nächsten Monaten soll einen Architektenwettbewerb stattfinden. Als Preisgeld winken 30000 Euro. Gestaltungs-Vorschläge sollen im Oktober ausgestellt werden. 

Murnau – Der kommunale Wohnungsbau am Murnauer Längenfeldweg nimmt Fahrt auf. In den nächsten Monaten soll ein Architektenwettbewerb stattfinden. Um die entsprechenden Modalitäten ging es jetzt in der Sitzung des Bauausschusses.

Die Gemeinde Murnau will in dem betreffenden Bereich für einen Millionenbetrag bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dabei ist von Kaltmieten zwischen 8,50 und 9 Euro pro Quadratmeter die Rede. Der Markt setzt dabei auf ein Förderprogramm des Freistaats, das solche Vorhaben mit 30 Prozent bezuschusst.

Auf fünf Büros wird gesetzt - vor den Sommerferien soll ein Kolloquium stattfinden

Bei dem Architektenwettbewerb werden fünf Büros gesetzt. Diese sind Böhmer Laubender (Bad Kohlgrub), Deppisch (Freising), Kottermair Rebholz (Murnau), Pfaffenberger, Schleich, Walther (Riedhausen), Rill und Lechner (Weilheim), Schindhelm Moser (München) sowie Zwischenräume (München). Acht weitere Büros sollen über eine EU-weite Ausschreibung hinzukommen. Geplant ist, den Teilnehmern im Juli die genaue Aufgabenbeschreibung zukommen zu lassen. Vor den Sommerferien soll dann ein Kolloquium stattfinden, bei dem sich die Büros und das Preisgericht treffen. In die engere Auswahl kommen am Ende rund fünf Architekten. „Erst dann weiß man, wer hinter welcher Arbeit steckt“, erklärte Stadplanerin Sandra Urbaniak vom Münchner Büro AKFU. Das Verfahren läuft nämlich anonym. Im Oktober sollen die Arbeiten ausgestellt werden. Als Preisgeld winken 30000 Euro. Eine Vorgabe, die die Architekten einhalten müssen, ist eine Mindestwohnfläche von 1800 Quadratmetern. Der größte Bedarf besteht laut Urbaniak an Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Doch auch ein paar wenige mit vier Räumen könnten am Längenfeldweg entstehen. Weder Geschosshöhe noch die Grund- und Geschossflächenzahl will man den Teilnehmern des Wettbewerbs vorschreiben.

Machen kleine Geschäfte in dem Komplex Sinn?

Eine Debatte entwickelte sich bei der Frage, ob es Sinn macht, eine kleine Bäckerei oder ein kleines Geschäft in dem Wohnkomplex anzusiedeln. Johann Scherrer (CSU) riet davon ab. „Es ist fußläufig alles zu erreichen.“ Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) konnte sich einen solchen Laden dagegen schon vorstellen. Gerade für „Leute, die nicht so gut zu Fuß sind“. Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) fand die Idee „hervorragend“. Denn Einkaufsmöglichkeiten gebe es in der Ecke nicht. „Da ist weitum nichts.“

Ähnlich sah es Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „In dem Quartier gibt es keine zentrale Anlaufstelle, an der man sich über den Weg läuft.“ Früher habe es den Tengelmann im Lindenthal gegeben. Edeka und Aldi im Eingangsbereich des Kemmelparks erfüllen seines Erachtens diese Rolle nicht. Denn die B 2 wirke hier als „Barriere“. Sepp Gramer (fraktionslos) meinte hingegen: „Wir brauchen Wohnungen und keinen Laden.

Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) befürwortete ein Geschäft, aber es müsse die Möglichkeit geben, die Fläche gegebenenfalls in eine Wohnung umzuwandeln. „Man kann ja mal schauen, wie so etwas aussehen kann“, resümierte Marktbaumeister Klaus Tworek. Man müsse den Laden dann ja nicht unbedingt realisieren. „Sie vertun sich nichts“, betonte auch Stadtplanerin Urbaniak. Letztlich stimmte die Mehrheit dafür, ein kleines Geschäft vorzusehen. Allerdings wurden auch Bedenken laut, ob man überhaupt einen Betreiber dafür findet. Urbaniak empfahl, frühzeitig die Fühler auszustrecken. Abgesehen von ein paar Änderungswünschen zeigte sich der Bauausschuss mit dem Auslobungstext zum Wettbewerb einverstanden. Er soll nun in den Fraktionen diskutiert werden. In der nächsten Sitzung des Marktgemeinderats will man den Text endgültig beschließen.

Roland Lory

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