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Noch vakant: die zentrale Fläche im Kemmelpark. Links im Bild ist der Gewerbehof zu sehen.

Wortgefecht im Marktgemeinderat Murnau

Probst im Clinch mit Beuting

Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler Murnau, und Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gelten nicht gerade als die besten Freunde. Dies hat sich einmal mehr im Marktgemeinderat gezeigt.

Murnau – Am Mittwochabend griff Probst den Rathauschef im Zusammenhang mit der künftigen Nutzung des freien Filetstücks im Kemmelpark an. Die Kritik entzündete sich an einem Vorschlag der Marktgemeinde. Diese hatte bereits im November eine dritte Variante für besagte Fläche präsentiert, nämlich eine Wohn- und Gewerbeimmobilie.

Hierfür habe der Gemeinderat nie einen Auftrag erteilt, moserte Probst. Die Verwaltung habe die Idee einfach „aus der Schublade gezogen. Es ist die Frage, ob das der richtige Stil ist“.

Beuting konnte Probsts Haltung nicht nachvollziehen. Alle drei Konzepte – neben der Wohn- und Gewerbeimmobilie stehen noch ein Business-Hotel sowie ein Forschungs- und Therapiezentrum zur Auswahl – seien „auf Initiative der Gemeinde entstanden“. Für ihn, Beuting, sei offensichtlich, „dass wir ein großes Problem in Murnau haben. Das Problem heißt Wohnen“. Es sei Aufgabe der Verwaltung, das anzugehen. Diese nehme bei den drei Konzepten eine neutrale Position ein.

Probsts Stimme war nicht die einzige kritische. Regina Samm (CSU) gab ihm Recht. Von dem Wohnen-und-Arbeiten-Konzept sei sie im November „etwas überrascht“ worden. Nicht nur sie habe sich „vor den Kopf gestoßen“ gefühlt, „sondern auch die zwei anderen Bewerber“. Beuting konterte: „Wer sich die Bedürfnisse des Marktes Murnau anschaut, kann nicht vor den Kopf gestoßen sein. Es ist offensichtlich, dass man so etwas anbietet.“ Von den Fraktionen, ergänzte der Bürgermeister, hätten ja auch Vorschläge kommen können.

Rückendeckung erhielt Beuting von Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum). Konzepte vorzulegen, sei „ureigenste Aufgabe der Verwaltung“. Die Idee, Wohnen und Arbeiten auf der Fläche im Kemmelpark zu vereinen, präsentierte in der Sitzung dann Martin Okrslar, einer der Vorstände der Maro Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen eG mit Sitz in Ohlstadt. Zwei Gebäude sind vorgesehen. Die Wohn-Immobilie soll offen für alle Alters- und Einkommensstufen sein. Ein Teil wären, so der Plan, geförderte Mietwohnungen, der Rest frei finanziert. Die Miete würde 8,50 Euro betragen (ohne Nebenkosten). An die 30 Einheiten könnten entstehen.

„Oberstes Kriterium ist die örtliche Verbundenheit“, betonte Okrslar. Nicht nur bei der Erstbelegung, sondern auch, wenn jemand auszieht. Murnauer hätten dann Vorrang vor Menschen aus zum Beispiel Weilheim oder Garmisch-Partenkirchen. In puncto Gewerbe zielt das Projekt auf kleine Unternehmen ab.

„Knackpunkt“ bei der ganzen Angelegenheit ist laut Okrslar der Schallschutz. Den müsse man sich „genau anschauen“. Auch der Bebauungsplan müsste geändert werden.

Astrid Werner, Initiatorin einer Online-Petition für genossenschaftliches Wohnen und Arbeiten im Kemmelpark, bat die Gemeinderäte für dieses Konzept zu stimmen. Eine Genossenschaft handle langfristig und sei „nicht an höchstmöglicher Rendite interessiert“. Auch Manlik warb eindringlich für diese Variante. „Wenn nicht da, wo dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?“ 

Welche der drei Lösungen zum Zug kommt, darüber will der Gemeinderat im März entscheiden.

Roland Lory

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