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Stützen des Kulturvereins: (v.l.) Konstantin Zeitler, Florian Oppenrieder und Thomas Köthe.

Zwist um Kulturförderung

Zuschuss-Debatte flammt neu auf

Murnau -  Kurz vor Weihnachten hatte sich eine Diskussion um die Kulturförderung in Murnau entzündet. Es fand ein Krisengespräch statt. Nun meldet sich der Kulturverein erneut zu Wort - und eckt damit an.

Die Debatte um die Förderung von Kunst und Kultur in Murnau geht in die nächste Runde: Bei einem Pressegespräch hat Thomas Köthe, stellvertretender Vorsitzender des Kulturvereins, am Dienstagabend im Restaurant Auszeit Position bezogen. Er will bei der Gemeinde einen „Lernprozess“ festgestellt haben. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Kulturreferentin Dr. Elisabeth Tworek (SPD) äußern Kritik. 

Zum Hintergrund: Die Marktgemeinde Murnau geht bei der Förderung von Kunst und Kultur neue Wege. Finansspritzen werden breiter verteilt. Es kommen mehr Organisationen zum Zug. Der Kulturverein muss daher den Gürtel enger schnallen. Statt über 60 000 Euro wie 2014 fließen heuer 51 000 Euro an den Verein. Das sind mehr als ein Drittel der gesamten Fördermittel. Die Kürzung sorgte bei Köthe für Unmut. Der künstlerische Leiter wertete den Schritt als „Nichtwürdigung der jahrelangen Arbeit des Vereins“ und sah sich gezwungen, beim Programm den Rotstift anzusetzen (wir berichteten). 

Inzwischen hat im Rathaus ein Krisengespräch stattgefunden, an dem Köthe, Beuting und Tworek teilnahmen. Der Kulturverein möchte laut einer Pressemitteilung „mit dem Hereinholen der Welt nach Murnau zur kulturellen Vielfalt des Ortes beitragen und sieht sich da bestens in der Tradition des Ortes“. Köthe verweist dabei auf das Goethe-Institut und auf die internationale Künstlergemeinschaft, die es einst in Murnau gab. 

Den Kulturverein bewege die Hoffnung, „dass die entscheidenden Personen der Marktgemeinde dies aber nun erkannt haben und Murnau als einen internationalen Ort der Kultur sehen“. Köthe begründet dies mit dem Umstand, dass die Kommune in diesem Jahr eine internationale Begegnung organisiere und finanziere, „die Künstler zum Malen und Schaffen nach Murnau einlädt“. Er glaubt: „Da hat glücklicherweise ein Umdenkungsprozess stattgefunden, der sich sicher in einer wohlwollenden Begleitung der künftigen Arbeit des Kulturvereins ausdrücken wird.“ 

Kulturarbeit könne nur mit Subventionen funktionieren, sagte Köthe dem Tagblatt. Und Sponsoren? „Dafür ist die Wirtschaftskraft hier nicht vorhanden.“ Kleine Geschäfte unterstützten den Verein allerdings. Die Gemeinde müsse sagen, „wollen wir subventionierte Kultur oder nicht“, betonte Schriftführer Florian Oppenrieder. 

Tworek will Köthes Ausführungen so nicht stehen lassen: „Die Gemeinde hat seit vielen Jahren erkannt, dass Murnau ein internationaler Künstlerort ist.“ Das sehe man am Schloßmuseum, an den Kunst- und Horváth-Aktivitäten und auch an der Arbeit des Kulturvereins. „Da ist Murnau breit aufgestellt.“ Tworek betont aber: „Wir brauchen auch eine Kultur, die von unten im Ort selber gewachsen ist.“ 

Beuting missfällt Köthes Vorgehen. „Ich halte es nicht für wahnsinnig hilfreich, über die Medien miteinander in einen Dialog zu treten.“ Der Rathauschef bevorzugt persönliche Gespräche – „so wie es sich unter normalen Menschen gehört“. Köthes Verhalten sei „seltsam, auch gegenüber dem Gemeinderat. Ich weiß nicht, ob das zum Ziel führt.“ In den nächsten Monaten wollen die Volksvertreter neue Förderrichtlinien ausarbeiten. „Einheitlich und transparent“ sollen diese laut Beuting ausfallen.

Roland Lory

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