Kuss vor malerischer Kulisse: Die beiden Verliebten Britta und Christian Maucher aus Baden sagten im Juni 2010 auf dem Karwendel Ja. Foto: kornatz

In zehn Minuten auf Wolke sieben

Mittenwald - Hochzeiten auf dem Karwendel boomen: 2011 sagten 36 Brautpaare auf 2244 Metern Seehöhe Ja. Der positive Trend der vergangenen fünf Jahre setzt sich also fort.

Hochalpine Hochzeiten liegen im Trend - das zumindest glauben die Verantwortlichen der Mittenwalder Karwendelbahn. Auf ihrer Internetseite wirbt die Aktiengesellschaft unter dem Motto „In zehn Minuten auf Wolke sieben“ mit einer „geschmückten Hochzeitsgondel“, „himmlischem Blick“ und „rustikalem Hüttenzauber“. Doch damit nicht genug: „Durch die neuen Gondeln versprechen wir uns eine weitere Steigerung, weil wir diese noch festlicher gestalten können“, teilt Geschäftsführer Erhard Bender mit.

Die jüngste Steigerung von 19 (2010) auf 36 Trauungen (2011) auf dem Karwendel wurde allerdings noch mit den alten Kabinen erzielt. Los ging’s mit dem Honeymoon auf 2244 Metern Höhe vor über zehn Jahren. „Wir wollten die Hochzeiten bei uns etwas attraktiver machen“, erinnert sich einer der Ideengeber, der mittlerweile pensionierte Standesbeamte Walter Gast. Zu den wenigen Einheimischen, die bei ihm im Trauungsraum der Bergstation die Ringe tauschten, gehörte beispielsweise Bergwachtchef Heinz Pfeffer. Seine Kundschaft, so Gast, sei zu 60 Prozent zwecks „Halligalli“ gekommen. „Der Rest waren Bergfexe.“

Höhepunkt der Hochzeits-Zeremonien dort oben ist zweifellos die Trauung von Martina Glagow und Günther Beck im Juli 2008 gewesen. Als Cousin verfolgte damals auch der heutige Ordnungsamtschef Hermann Baier den feierlichen Akt. Für ihn als Karwendel-Standesbeamten wurde es im Frühjahr 2009 ernst. Sein erster Einsatz bleibt ihm dabei unvergessen: „Da habe ich Mutter und Tochter gemeinsam unter die Haube gebracht.“ Sportiv und spektakulär war auch die Biker-Hochzeit im vergangenen Jahr. „Nach dem Ja-Wort sind die zwei mit ihren Downhill-Bikes die Dammkar-Skiabfahrt hinunter gefahren“, erzählt Baier. „Die Trauung haben sie in voller Montur, die Braut mit weißem Schleier am Helm, durchgezogen.“ Die Hochzeiter können also ebenso schrill wie normal sein - Hauptsache sie meinen es ernst. „Die Rückfahrt kann nach Wunsch auch erst gegen Mitternacht stattfinden“, teilt Karwendelbahn-Eventmanagerin Melanie Gilhaus mit.

Wie sehr inzwischen das Karwendel-Standesamt gefragt ist, zeigt ein Blick in die Statistik. Trauten sich 2007 noch gerade Mal sieben Brautpaare dort oben, so konnte dieser Wert dank verbesserter Werbung nun sogar verfünffacht werden. Und immerhin: Von den 2011 vollzogenen Trauungen (87) fanden rund 40 Prozent in luftiger Höh’ statt.

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