Zehn "Verletzte" nach "Notlandung"

Murnau/Waltersberg - Eine spektakuläre Übung gab es jetzt zwischen Waltersberg und Murnau zu bestaunen. Dabei wurde angenommen, dass ein Flugzeug notlanden muss und rund zehn Verletzte zu versorgen sind.

Ein Flugzeug mit Fallschirmspringern muss wegen eines technischen Defekts notlanden. Einige Soldaten haben zwar noch versucht die Maschine aus niedriger Höhe zu verlassen. Die Schirme haben sich allerdings nicht mehr richtig geöffnet. Mehrere verletzte Springer müssen in der Folge aus unwegsamen Gelände gerettet werden.

Dieses Szenario bot sich am Donnerstag vormittag bei einer Übung auf dem kleinen Truppenübungsplatz südlich von Waltersberg. Trainiert wurde dabei die Zusammenarbeit von militärischen und zivilen Kräften. Soldaten „retteten“ dabei ihre Kameraden unter anderem mithilfe von Seiltechnik aus unwegsamen Gelände. Es wurde angenommen, dass insgesamt rund zehn Menschen bei der Notlandung des Flugzeuges verletzt wurden.

Vor Ort waren Mitarbeiter der Unfallklinik Murnau, Vertreter der Bergwacht, der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen, der Bundespolizei sowie des Gebirgssanitätsregiments 42 aus Kempten. Zudem war der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes mit einem Dutzend Leuten und diversen Fahrzeugen zur Stelle. Eigentlich sollten auch mehrere Hubschrauber zum Einsatz kommen. Doch das neblige Wetter machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung.

Auch Dolmetscher hatten auf dem Militärgelände gut zu tun. Denn die Übung war Teil des vierten Deutsch-Russischen Notfall- und Katastrophenmedizin-Symposiums. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung fand diesmal in der Unfallklinik Murnau statt. Rund 50 Experten aus beiden Ländern tauschten sich in dem renommierten Hospital zwei Tage lang aus. Ziel des Symposiums war es, voneinander zu lernen und damit die jeweiligen Systeme zu verbessern.

Für Ortwin Schulte, Ministerialrat im Bundesgesundheitsministerium, steht fest: „Das Symposium ist ein erfolgreiches Instrument der Kooperation zwischen der Russischen Föderation und Deutschland." Auf der Gästeliste stand unter anderem der Beauftragte für die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi.

Dr. Christian Schaller, leitender Oberarzt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen und lokaler Organisator des Symposiums, zog ein positives Fazit. „Es war eine sehr schöne Veranstaltung mit einem regen Gedankenaustausch.“

Persönlich beeindruckt war Schaller von den Vorträgen, die Vertreter der russischen Delegation hielten. Auch die riesigen Entfernungen, die Rettungskräfte in dem Land zu überwinden haben, nötigen dem Mediziner Respekt ab. „Wir in Deutschland sind da in einer vergleichsweise sehr glücklichen Situation.“ (roy)

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