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Seit Jahren am Richard-Strauss-Platz: der Spielwarenladen von Max Zitzmann. 

Finanzausschuss empfiehlt Ablehnung eines neuen Vertrags

Läuft die Zeit von Zitzmanns Spielzeugland ab?

Garmisch-Partenkirchen - Das Ende von Zitzmann Spielzeugland im Gebäude am Richard-Strauss-Platz rückt näher. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Finanzausschuss dem Gemeinderat empfohlen, Inhaber Max Zitzmann einen neuen Fünf-Jahres-Mietvertrag zu verweigern.

Max Zitzmann

Die Zeit von Spielzeugland Zitzmann läuft ab. Darauf deutet alles hin. Der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat behandelt in seiner Sitzung am 22. Juni den Antrag von Max Zitzmann, der die Marktgemeinde bittet, den Mietvertrag für die Räume am Richard-Strauss-Platz 2 – dort ist seit vielen Jahrzehnten das Spielzeugland Zitzmann zu Hause – zu verlängern. In dem Gebäude, das der Gemeinde gehört, kann Zitzmann mit seinen rund 15 Angestellten wahrscheinlich nur noch bis zum 31. Dezember 2016 Kinderträume erfüllen. Dann endet der Mietvertrag. Am Dienstag beriet der Finanzausschuss in nichtöffentlicher Sitzung in der Causa Zitzmann – mit einem erneut vernichtenden Ergebnis für den Geschäftsmann. Nach Tagblatt-Informationen empfiehlt das Gremium dem Gemeinderat, den Wunsch von Max Zitzmann abzulehnen. Diese Entscheidung soll einstimmig gefallen sein – wie jene, als man ihm am 23. März das Angebot unterbreitet hatte, den Mietvertrag bis zum 31. Dezember 2017 zu verlängern. Das geschah damals allerdings nur unter vielen Bedingungen. Darunter eine um 1000 Euro höhere Monatsmiete. Diese Offerte hatte Zitzmann, ein streitbarer Geist, mit dem Hinweis abgelehnt, er empfinde sie „als sittenwidrige Erpressung“.

Zitzmanns große Hoffnungen – und auch seine wahrscheinlich letzte – stellt der Gemeinderat dar. Vor einer Woche hatte der 57-jährige Unternehmer wieder ein bisschen Zuversicht erhalten. Das Landratsamt hatte in einem Antwortschreiben auf seine Rechtsaufsichtsbeschwerde erklärt, dass der Markt über seinen Antrag noch nicht entschieden habe. „Ich glaube, dass ich im Gemeinderat vielleicht eine Mehrheit habe“, sagt er. Dabei könnte allerdings der Wunsch der Vater des Gedanken gewesen sein. Da im Finanzausschuss die wichtigsten und mächtigsten Kommunalpolitiker sitzten – unter anderem die Fraktionssprecher der drei großen Parteien CSU, CSB und SPD – deutet viel, wenn nicht alles daraufhin, dass die Entscheidung im Gemeinderat ähnlich ausfallen dürfte.

Einer der vermutlich wenigen Zitzmann-Fürsprecher ist mit Sicherheit FDP-Parlamentarier Martin Schröter. „Nur weil er den Antrag gestellt hat, befassen wir uns überhaupt am 22. Juni mit dem Thema Zitzmann“, erklärt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Da seit Monaten von verschiedenen Seiten – darunter die Fraktionschefs Elisabeth Koch (CSU) und Florian Hilleprandt (CSB) – der Vorwurf im Raum steht, Zitzmann bezahle für sein Geschäft eine „subventionierte Miete“, lautet Schröters Vorschlag: Die Industrie- und Handelskammer München möge „ein unabhängiges Gutachten über den Mietwert der Räume erstellen“. Sobald das vorliege, könne der Gemeinderat entscheiden, sagt Schröter. Er sorgt sich vor allem um die Zitzmann-Beschäftigten. Die ersten könnten am 30. Juni ihr Kündigungsschreiben erhalten.

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