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Wachablösung: Bald kümmert sich anstatt der Soldaten wieder ziviles Personal um die Kasernen-Kontrollen. An der Schranke zu sehen: Hauptmann Matthias Rehse (l.).

Sicherheit in Mittenwalder Kasernen

Wache-wechsel-Dich-Spiel

Mittenwald - Militär, Zivilisten, Militär, Zivilisten – beim Sicherheitspersonal in den Mittenwalder Kasernen herrscht ein Kommen und Gehen. Ab August gibt's wieder einen Wechsel.

Mal so, mal so: Ab August haben wieder Zivilkräfte ein waches Auge auf die Sicherheit der Mittenwalder Kasernen. Grund für das erneute Wechselspiel ist die seit 1. Januar in Kraft getretene neue Arbeitszeit-Verordnung. „Deshalb hat das zuständige Landeskommando Bayern angeordnet, dass ein Soldat im Jahresdurchschnitt nur 41 Stunden pro Woche Dienst machen soll“, teilt Hauptmann Matthias Rehse, Presse-Offizier der Gebirgs- und Winterkampfschule, mit.

Rückblende: Bis 2006 haben die Soldaten der Edelweiß- und Karwendelkaserne ihr Areal selbst bewacht. Ab 2007 stand ziviles Personal an den Toren und Schranken. Doch das wurde 2013 wieder von Männern und Frauen in Oliv-Grün abgelöst. Im Sommer heißt es ein weiteres Mal: Wache wechsel Dich!

Zuletzt hat das Stammpersonal der beiden Kasernen in gemischter Zusammensetzung jeweils 24 Stunden Wache geschoben. In der Edelweiß-Kaserne (Gebirgsjäger-Bataillon 233) leisten derzeit 1150 Soldaten und in der benachbarten Karwendel-Kaserne (Gebirgs- und Winterkampfschule) neben den Lehrgangsteilnehmern nur 100 feste Kräfte ihren Dienst. „Da die Wachsoldaten ihren 24-Stunden- Dienst direkt im Anschluss 1:1 abgelten müssen“, erklärt Rehse, „stehen uns diese Soldaten 2,5 Tage nicht zur Verfügung“. Ein Dilemma für alle Vorgesetzten und Ausbilder, denn dazu kommen die zunehmenden Belastungen durch die Reduzierung der Bundeswehr auf eine Personalstärke von 185 000 Mann und immer anspruchsvollere Auslandseinsätze.

Jetzt fordert eine EU-Verordnung, dass sich der Soldat wieder mehr aufs Kerngeschäft konzentriert. „Der Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Bundeswehr gewinnt zudem immer mehr an Bedeutung“, verdeutlicht Rehse. „Deshalb werden die Wachdienste wieder an zivile Firmen abgegeben.“

Warum die Soldaten in Mittenwald aber bis August noch selbst am Tor stehen und Streife laufen müssen, ist der Bürokratie geschuldet. „Der Dienst muss europaweit ausgeschrieben werden“, weiß Rehse. „Die Wachmänner müssen neben einer Sicherheitsüberprüfung auch Deutsch in Schrift und Sprache beherrschen.“ Außerdem würden diese vom zuständigen Dienstleistungszentrum Landsberg vergebenen Jobs „nicht unter der Rubrik eines gut bezahlten Postens“ laufen. Wolfgang Kunz

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