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Schmalere Straße, breitere Gehsteige – das sehen die Pläne für die Ortsdurchfahrt von Wallgau vor.

Weniger Tempo durch schmälere Straße

Zu viele Raser: Wallgau bremst den Verkehr aus

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Schon lange Zeit ist der Verkehr im Ort den Wallgauern ein Dorn im Auge. Vor allem, weil viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs sind. Jetzt versucht die Gemeinde, eine Lösung für das Problem herbeizuführen.

Wallgau – Der Verkehr in Wallgau nimmt zu. WieMessungen ergeben haben, donnerntäglich rund 6500 Fahrzeuge durch den beschaulichen Ort, in Spitzenzeiten 12 000. Und das meist nicht mit vorgeschriebenem Tempo. „Die B 11 lädt zum Rennfahren ein“, betonte Hansjörg Zahler (CSU) im Gemeinderat. Jetzt hat die Kommune einen Weg gefunden, die Raserei auszubremsen.

Bei der Sitzung der Teilnehmergemeinschaft (TG) für die Dorferneuerung Mitte Februar war die Bundesstraße 11 thematisiert worden. Denn es braucht „entschleunigende Maßnahmen“, findet der Bürgermeister. Beim Staatlichen Bauamt (Straßenbauamt) erkundigte man sich deshalb, ob eineVerengung der Fahrbahn möglich wäre.

Die Zeichen stehen gut. Denn es scheint einerseits machbar zu sein, andererseits können dafür sogar Zuschüsse abgegriffen werden. Eine Förderung von 60 bis 65 Prozent über die Dorferneuerung beziehungsweise das Amt für ländliche Entwicklung gibt’s, wenn die Gehweges dann eine Breite von mindestens 1,50 Meter – aktuell etwa 1,20 Meter – erreichen, samt barrierefreiem Ausbau. Heißt gleichzeitig: Die Ortsdurchfahrt würde in ihrer Breite von derzeit im Schnitt 7,50 Meter schrumpfen. Mindestens 6,50 Meter müssen es auch künftig sein.

Verschmälerung im Zuge der Straßensanierung

Wie Zahler berichtete, würde das Bauamt das Vorhaben realisieren. Und zwar parallel zur Sanierung der B11, die innerhalb der kommenden zwei Jahre auf dem Programm steht. Die Straße erhält eine neue Deckschicht. Die aktuellen Löcher werden aber bald schon geflickt, sagte der Rathauschef zur Beruhigung der Gemeinderäte.

Der Vorstand der TG hat in seiner Sitzung bereits beschlossen, einen Fachplaner zur Erstellung eines Vorentwurfs zum Ausbau der Gehsteige zu beauftragen. Fehlte nur noch der Segen des Gemeinderats, der einstimmig grünes Licht gab. Der Auftrag geht an das Fachbüro Heubeck aus Bad Tölz.

In vier Bauabschnitte teilte Zahler das Projekt ein. Wobei die Nummern nichts mit der Priorisierung gemein haben. Heißt: Bei Abschnitt eins müssen deshalb nicht die Arbeiten beginnen:
•     Abschnitt 1: Südlicher Ortseingang mit Zufahrt zum Gewerbegebiet (eventuell mit Kreisverkehr) bis Finzbrücke.
•     Abschnitt 2: Finzbrücke bis Dorfplatz (Einmündung Schulstraße).
•     Abschnitt 3: Dorfplatz.
•     Abschnitt 4: Kirchenböbl bis zur Einmündung Flößerstraße.

Verbesserungspotenzial: An der B11 sollen die Löcher geflickt und der Hochgehsteig saniert werden.

Während vor allem am Dorfplatz abzuwarten ist, wie dieser gestaltet wird, steht für den Rathauschef bei Abschnitt vier fest, den Hochgehsteig ebenfalls zu ertüchtigen. „Er ist in schlechtem Zustand“, sagte Zahler. Sein Vize Karl-Heinz Schwaiger (Wählerverein) vertrat die gleiche Meinung. „Der Hochgehsteig ist sehr wichtig“, meinte er und appellierte auch daran, diesen zu verbreitern. Vor allem angesichts der Förderung.

Mit diesen Maßnahmen sollen nicht nur die Fahrzeuge gezwungen werden, die Geschwindigkeiten zu drosseln. Sie bringen noch einen weiteren Vorteil mit sich, wie Zahler anmerkte. „Wir machen was für die Fußgänger und für das Erscheinungsbild des Ortes.“

Weiteres Vorhaben: Schutzstreifen für Radfahrer

Wallgau zieht alle Register: Neben den Plänen, die B 11 durch breitere Gehwege zu verschmälern, beschloss der Gemeinderat, probeweise einen Schutzstreifen für Radfahrer auf beiden Seiten der Ortsdurchfahrt zu installieren. Wie Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) berichtete, halte das Staatliche Bauamt dies als geeignete, entschleunigende Maßnahme. Der Radbereich misst dann auf beiden Fahrbahnseiten eine Breite von 1,25 Meter von der Bordsteinkante bis zu den gestrichelten Linien als Abgrenzung zur Straße. Heißt: Für den motorisierten Verkehr bleiben jeweils 2,50 Meter Platz. „Man kann nicht mehr mit 60 Stundenkilometern durchbrennen“, verdeutlichte der Rathauschef den Sinn und Zweck. Autos dürfen den Schutzstreifen – auf diesem gilt ein Halteverbot – nur im Ausnahmefall befahren, müssen dann aber erst recht vom Gas gehen. Unisono sprach sich das Gremium dafür aus, zumal das Straßenbauamt die Maßnahme finanziert.

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