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Eine der Aktivitäten der Zugspitz Region: die Zukunftsmesse – hier eine Archivaufnahme des Berufsfindungstages – im Kongresszentrum Garmisch-Partenkirchen.

Abstimmung im Gemeinderat

Zugspitz Region: Kehrt Murnau zurück?

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Murnau - Die Hochburg der Zugspitz-Region-Kritiker befand sich bislang in Murnau. Damit könnte es am Donnerstag, 26. Januar, vorbei sein: Der Gemeinderat entscheidet, ob der Markt in das umstrittene Landkreis-Bündnis zurückkehrt, das er vor nicht ganz zwei Jahren mit viel Tamtam verlassen hat.

Es war ein politisches Erdbeben, das der Murnauer Gemeinderat im Sommer 2015 auslöste – und das bis heute nachwirkt. Die Volksvertreter beschlossen mit einer 14:10-Mehrheit, dem Zusammenschluss der Landkreis-Kommunen Adieu zu sagen. Dieser hieß damals Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) – und wurde mit Kritik überzogen. Zu wenig Transparenz, kaum Erfolge, zu viel Bürokratie, lauteten die Vorwürfe. Der „Muxit“, eine Wortschöpfung in Anspielung an das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone („Grexit“), war in aller Munde. Doch jetzt könnte der Rücktritt vom Austritt kommen. Unter Punkt elf der Tagesordnung wird das heikle Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung verhandelt. Vor allem CSU und Freie Wähler drängen darauf, in die Organisation zurückzukehren, die die Region zwischen Staffelsee und Zugspitze voranbringen soll und mittlerweile Zugspitz Region GmbH heißt. Das zentrale Argument: Murnau gerate zunehmend ins Hintertreffen, wenn es bei wichtigen Projekten nicht dabei sei. „Das hat erhebliche Nachteile“, warnt Josef Bierling, Vize-Fraktionssprecher der CSU, und verweist auf Initiativen in den Bereichen Tourismus und Gesundheitsregion. Auch schadet seiner Ansicht nach der Status quo Murnaus Position in der Solidargemeinschaft der Landkreis-Gemeinden.

Eine wasserdichte Prognose, wie die besagte Abstimmung ausgehen wird, wagt niemand. Der Gemeinderat ist unberechenbar – und die Fraktionsdisziplin sehr schwach ausgeprägt. Einstige „Muxit“-Anhänger legen sich auf Tagblatt-Nachfrage nicht eindeutig fest. „Ich habe mich noch nicht hundertprozentig entschieden. Aber ich stehe einem Wiedereintritt offen gegenüber“, sagt beispielsweise Martin Bergmeister (CSU). Denn: „Die Zugspitz Region hat sich in letzter Zeit zum Positiven verändert.“

Veronika Jones (Grüne) sieht’s etwas anders: Es habe sich zwar viel bewegt, räumt sie ein. Aber mit einigen Dingen sei sie nicht einverstanden. Zum Beispiel sollte man zumindest einen Teil der GmbH-Sitzungen öffentlich abhalten und die Gremien mit mehr Frauen besetzen. „Ich bin noch unentschlossen“, sagt die Politikerin.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der sich dafür ausspricht, dass Murnau der Zugspitz Region wieder angehört, ist optimistisch: „Das müsste hinhauen“, sagt er. Sein Kalkül: Es reichen wenige Mandatsträger, die ihre Meinung geändert haben, aus, um die Mehrheitsverhältnisse zu verschieben. Beutings Problem: Seine eigenen Fraktionskollegen vom ÖDP/Bürgerforum zählten 2015 zu den energischten KEG-Gegnern – und zeigten sich zuletzt nach wie vor skeptisch.

Der Rathaus-Chef versucht, mit einer pragmatischen Sichtweise zu überzeugen. Natürlich gebe es in der Wirtschaftsförderung noch „Potentiale, die offen sind“, meint er ganz diplomatisch. Aber Murnau gehöre unter das gemeinsame Dach zur Entwicklung der Region. Und es habe sich bereits einiges getan. Besonders begeistert ist Beuting von der touristischen Dachmarke: „Jeder Hamburger und Berliner weiß, wo die Zugspitze ist.“

Bei der Zugspitz Region würde man den „verlorenen Sohn“ mit offenen Armen empfangen. Der Grund liegt auf der Hand: Viele Vorhaben machen ohne die zweitgrößte Kreiskommune, die noch dazu Hauptort im Blauen Land und Wirtschaftsmotor ist, wenig Sinn. „Wir brauchen alle in einem Boot“, sagt Geschäftsführer Sebastian Kramer.

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