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Der "Muxit" war 2015 ein politischer Paukenschlag. Unser Karikaturist ließ dazu den Murnauer Drachen, das Wappentier des Marktes, den Schriftzug der damaligen Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) abfackeln.

CSU und Freie Wähler drängen auf Abstimmung im Gemeinderat

Zugspitz Region GmbH: Kehrt der „verlorene Sohn“ Murnau zurück?

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Murnau - Murnaus Ortspolitik steht ein heißer Herbst bevor: CSU und Freie Wähler drängen auf eine Rückkehr in die Zugspitz Region GmbH. Möglicherweise kommt es zur Kampfabstimmung. Sicher ist: Die Landkreis-Organisation würde den Abtrünnigen mit offenen Armen empfangen. 

Es war ein politischer Paukenschlag, als vor über einem Jahr die Marktgemeinde Murnau aus der damaligen Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG), die später in Zugspitz Region GmbH umbenannt wurde, austrat. Der „Muxit“, eine Wortschöpfung in Anspielung an das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone („Grexit“) – war damals in aller Munde. Eine knappe Mehrheit des Gemeinderats – die Abstimmung ging 14 zu 10 aus – war mit der Bilanz der Gesellschaft, die den Landkreis voranbringen soll, überhaupt nicht einverstanden und zog die Reißleine. Zu wenig Transparenz, kaum Erfolge, zu viel Bürokratie, lauteten die Kritikpunkte.

Doch der „Muxit“ könnte bald Geschichte sein. CSU und Freie Wähler wollen das brisante Thema erneut aufs Tapet bringen – mit dem klaren Ziel, dass sich Murnau der GmbH, deren Gesellschafter der Landkreis, die Kreisgemeinden sowie Partner sind, wieder anschließt. „Es kann nicht sein, dass Murnau außen vor bleibt“, sagt Josef Bierling, Vize-Chef der CSU-Fraktion. Immerhin sei es mit seinen rund 12 000 Einwohnern die zweitgrößte Kommune im Landkreis. Der Volksvertreter aus dem Lager der Schwarzen ist davon überzeugt: Das Mittelzentrum im Norden schade sich in erster Linie selbst, wenn es bei wichtigen Vorhaben nicht dabei ist. Bierling sieht außerdem politische Nachteile: Murnau und damit Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) haben seiner Ansicht nach auf Kreisebene spürbar an Einfluss und Gewicht eingebüßt. „Alle sind stocksauer“, weil Murnau die Solidargemeinschaft verlassen habe, ärgert er sich. 

Die CSU will eine erneute Abstimmung erwirken, aber zuerst Günter Hopfensperger, Geschäftsführer der Zugspitz Region, in den Gemeinderat einladen. Die Freien Wähler haben schon sehr konkrete Vorstellungen: Fraktionschef Welf Probst kündigt einen Antrag an, der ein Datum für den Wiedereintritt nennt: Am 1. Januar 2017 soll Murnau in die „Familie“ der Zugspitz Region zurückkehren.

Doch dafür müsste zuerst der Gemeinderat eine 180-Grad-Drehung vollziehen. Eine Prognose, wie ein Votum ausgehen würde, ist schwierig. Murnaus Kommunalparlament gilt als unberechenbar. Den Ausschlag könnte eine neue Stimmungslage bei den CSUlern geben: Diese stehen jetzt angeblich geschlossen hinter der Rücknahme des „Muxits“, den einige von ihnen 2015 noch mitbeschlossen haben.

 Besonders für Rathaus-Chef Beuting wäre eine erneute Abstimmung heikel. Denn in seiner Gruppierung, dem ÖDP/Bürgerforum, sitzen die größten Skeptiker, was eine Mitgliedschaft in dem Bündnis zur Regionalentwicklung angeht. Beuting gibt den Kritikern zwar in vielen Punkten recht, plädiert aber für eine andere Vorgehensweise: Er spricht sich für die Teilnahme aus, um die umstrittene GmbH von innen heraus zu reformieren. Dem Bürgermeister schwebt eine Dachorganisation vor, die sich vorwiegend für den Tourismus und die Gesundheitsregion stark macht. Von der jetzigen Ausrichtung ist er nicht überzeugt: „Es fehlen ein Fahrplan und ein festvereinbartes Ziel.“ Auch könne er kein Konzept zur Wirtschaftsförderung erkennen.

Der Zugspitz Region dürfte es nicht schwer fallen, den „verlorenen Sohn“ Murnau wieder aufzunehmen. Der Grund liegt auf der Hand: Ohne die Gemeinde am Staffelsee machen viele Kreisprojekte keinen wirklichen Sinn, ob nun der Erhalt der Murnau-Werdenfelser Rinderrasse oder die Vermarktung des Blauen Landes, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die derzeitige Konstruktion erschwere in der Tat die Arbeit, räumt Sebastian Kramer ein, neben Hopfensperger Geschäftsführer der Zugspitz Region. „Wir sprechen nicht mit einer Stimme.“ Es wäre sein „schönstes Weihnachtsgeschenk“, wenn Murnau zurückkehren würde.

Und auch aus dem Landratsamt sind in der Sache versöhnliche Töne zu hören: „Der Wiedereintritt des Marktes Murnau in die Zugspitz Region wäre sehr zu begrüßen und er ist auch eines meiner Ziele“, sagt Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Gerade die Kompetenz Murnaus in den Bereichen Wirtschaft und Nachhaltigkeit wäre eine große Bereicherung.

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