Heinz Mohr leitet seit vielen Jahren den Olympiastützpunkt. Foto: Sehr/A.

Gute Bilanz für Trainings-Zentrum Kandahar

Garmisch-Partenkirchen - Vergangenen Winter stand das Classic-Skigebiet in Garmisch-Partenkirchen erstmals für Leistungssport-Training zur Verfügung. Das Fazit fällt trotz Startprpoblemen positiv aus.

Heinz Mohr ist bekannt für klare Worte. Wenn dem Leiter des Olympiastützpunktes (OSP) in Garmisch-Partenkirchen etwas nicht passt, spricht er es deutlich an. Umgekehrt legt er aber auch Wert darauf, zu betonen, wenn etwas gut läuft. So wie im vergangenen Winter, in dem das Classic-Skigebiet in Garmisch-Partenkirchen erstmals komplett für den Trainingsbetrieb zur Verfügung stand. Mohrs Bilanz fällt „absolut positiv“ aus. „Alle Bedürfnisse sind befriedigt.“

Viel Geld haben die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) seit 2008 in Zusammenhang mit der Alpinen Ski-WM 2011 in die Hand genommen. Rund 30 Millionen Euro sind in die Modernisierung des Skigebiets geflossen - für Aus- und Umbau der Kandahar, Erweiterung und Neubau von Beschneiungsanlagen inklusive Speicherteich für die Rennstrecke sowie Dreh- und Hornabfahrt, Tröglhang-Tunnel und den neuen Sessellift Kandahar-Express. All das wäre ohne die Unterstützung des Leistungssports undenkbar gewesen.

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob Ort und Bergbahn ohne die anstehende Ski-WM aus ihrer Lethargie erwacht wären. Fakt ist, dass sich Marktgemeinde und BZB dadurch eine Menge Geld gespart haben. Rund 60 Prozent der Baumaßnahmen wurden aus der öffentlichen Hand, sprich von Bund und Land, finanziert - als Förderung für den Spitzensport. Auch der Deutsche Skiverband (DSV) und das WM-Organisationskomitee steuerten zwei Millionen Euro bei.

Im Gegenzug haben Kommune und BZB, die touristisch enorm von den Maßnahmen profitieren, eine Nutzungsvereinbarung unterzeichnet. Diese garantiert dem OSP und den Kadern des DSV jederzeit die Sperrung von Teilabschnitten oder einer ganzen Abfahrt für Trainingszwecke. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Fast täglich fanden von Dezember bis Ende März Übungseinheiten statt - von der Werdenfelser Schüler-Gaumannschaft bis zu den Stars Maria Riesch und Felix Neureuther sowie den Weltcup-Teams aus Österreich und der Schweiz.

Selbst in der Hochsaison zwischen Weihnachten und Neujahr habe die Absprache wunderbar geklappt, lobt Mohr die Zusammenarbeit mit BZB und der für die Pistenpräparierung zuständigen Marktgemeinde. Das bestätigt auch Bergbahn-Vorstand Peter Theimer: „Aus unserer Sicht hat die Kooperation gut funktioniert.“ Via Internet hat die BZB Zugriff auf den Reservierungsplan der Strecken. „Durch den Ausbau der Abfahrten wird der normale Skibetrieb fast nicht beeinträchtigt, wenn mal eine gesperrt ist“, betont Theimer.

Doch nicht alles war positiv. Vor allem zu Saisonbeginn gab es Anlaufschwierigkeiten. Bis Mitte Dezember konnte trotz Kälteperiode nur rund ein Drittel der Pisten beschneit werden, erst kurz vor Weihnachten waren sie vollständig präpariert. „In einer Zeit, in der wir eigentlich schon trainieren wollten, konnten wir es nicht“, erinnert Mohr. „Das war unglücklich, weil es in allen anderen Gebieten eigentlich schon ging.“ Vorwürfe macht er deshalb aber niemandem: Ein Leck in der Wasserleitung und eine kaputte Pumpe hatten die Arbeiten behindert. „Ab Anfang Januar war dann alles perfekt“, sagt Mohr.

Inzwischen sind die Probleme behoben. Vor kurzem gab es außerdem eine große Gesprächsrunde, in der noch einmal der vergangene Winter bilanziert wurde. „Wir haben Lösungen besprochen, um die Abläufe zu optimieren. Es muss machbar sein, dass alles in acht bis zehn Tagen fertig beschneit ist“, nennt Mohr das Ziel. Er ist überzeugt, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Und das ist auch wichtig, denn im WM-Winter wollen die deutschen Medaillenhoffnungen ihren Heimvorteil ausspielen.

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