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Zugspitze: Der große Schwindel

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Zugspitze
PR-Gag statt Diebstahl: Die „Ösis“ stellten einen einminütigen Film ins Internet. Hier ein Ausschnitt. © Screenshot YouTube

Garmisch-Partenkirchen – Witzig, witzig: Der angebliche Diebstahl eines Gipfelsteins an der Zugspitze hat sich als Werbegag entpuppt. Der Brocken stammt tatsächlich von der Zugspitze, aber nicht vom Gipfel. Eine Anzeige gibt’s trotzdem.

Das Dementi kam am Freitagmittag. „Das ist ein Gag. Der Stein stammt von der Mittelstation, von einem Geröllhaufen“, sagt der Pressesprecher der Modellbau-Messe Wien, Oliver-John Perry. Er klingt etwas kleinlaut. Dass die Aktion am Zugspitz-Gipfel Wellen schlägt, damit habe er ja gerechnet. Aber gleich so hohe?

Hier geht's zum Bekenner-Video der "Ösis" auf YouTube

Wie berichtet, hatte eine anonyme Gruppe, die sich „die Ösis“ nannte, am Donnerstag bei Youtube ein Video veröffentlicht. Zu sehen war, dass sie am Zugspitz-Gipfel einen großen Brocken rausschlagen und mitnehmen. Dazu der hämische Kommentar: Die Zugspitze sei jetzt einen Meter kürzer.

Die ganze Aktion war Werbung für eine Messe in Wien

Der Aufwand, den alle möglichen Stellen betrieben, um den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung festzustellen, war

Zugspitze
Ausstellungsstück: Der Felsbrocken in Wien © fkn

beträchtlich. Die Bayerische Zugspitzbahn schickte ihren Betriebsleiter zum Gipfel. Die Polizei eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, die Bayerischen Staatsforsten entwarfen eine Anzeige. Das alles nur, weil die Modellbau-Messe in Wien, die an diesem Wochenende stattfindet, eine ungewöhnliche Werbekampagne wollte. „Wir hatten eine Werbeagentur beauftragt, die hat es professionell umgesetzt. Die Gruppe war tatsächlich auf dem Gipfel, hat aber nichts mitgenommen“, versichert Sprecher Perry. Auch gegenüber der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen versucht er, die Wogen zu glätten: „Wir hoffen, dass sich nun alles in Wohlgefallen auflöst und beteuern noch einmal die harmlose Motivation unserer Aktion.

Die Polizei in Garmisch-Partenkirchen will die Strafanzeige trotzdem der Staatsanwaltschaft zuleiten. „Früher wäre das unter grober Unfug gelaufen“, so Polizeisprecher Thomas Rappensberger.

von Dirk Walter

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