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Rettungsaktion auf der Zugspitze: Eines der Lawinen-Opfer wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. 

Skifahrer lösen Schneebrett aus

Lawine auf der Zugspitze: Freerider verschüttet

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Garmisch-Partenkirchen - Drei Verschüttete auf der Zugspitze: Der Notruf um 13 Uhr hat einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Glücklicherweise folgte bald die Entwarnung.

Eine vom Regen durchnässte Schneedecke, Sturm, der in höheren Lagen für massive Schneeverwehungen sorgte, und Plusgrade – die Bedingungen für einen Abstecher ins freie Gelände waren am Sonntag schlecht. Der Hinweis der Lawinenwarnzentrale auf Gefahrenstufe drei, was erheblich bedeutet, verdeutlichte eindringlich, wie schlecht. Davon ließen sich allerdings drei Skifahrer nicht abschrecken. Sie verließen die gesicherten Pisten auf der Zugspitze, um zwischen Weißem Tal und Wetterwandeck eine Freeride-Abfahrt zu wagen. Dabei lösten sie jedoch gegen 13 Uhr ein gewaltiges, etwa 80 Meter breites Schneebrett aus, das einen von ihnen komplett, die beiden anderen teilweise verschüttete.

Ärzte vom Klinikum Schwabing übernehmen Erstversorgung

Zwischen Wetterwandeck und Weißem Tal ist am Sonntag eine gewaltige Lawine abgegangen.

Ihr Glück war, dass ein Mann der Bergwachtbereitschaft Grainau an diesem Sonntag auf Deutschlands höchstem Berg seinen Skiwacht-Dienst verrichtete, der zudem Lawinenhundeführer ist. Somit erreichten er und weitere Retter die Verunglückten relativ schnell. Neben den Kräften aus dem Zugspitzdorf waren auch Garmisch-Partenkirchner, die den Einsatz leiteten, vor Ort. Und sie konnten das Trio dementsprechend schnell aus seinem eisigen Gefängnis befreien. Dabei unterstützten auch Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) die Retter. „Die Kollegen haben außerdem Material der Bergwacht mit der Pistenraupe transportiert“, sagt BZB-Sprecherin Verena Lothes.

 Der Einsatz an sich verlief ansonsten offenbar problemlos. Drei Kinder- und Intensivärzte des Klinikums Schwabing in München, die zufällig zum Skifahren auf der Zugspitze waren, übernahmen die Erstversorgung der Lawinenopfer. Die drei Verunglückten wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Zwei wurden nach Auskunft der Mediziner bereits wieder entlassen, einer wird noch über Nacht im Krankenhaus beobachtet. Lebensgefahr besteht keine.

Verzögerte Ablauf: Eibsee-Seilbahn wegen des Sturms außer Betrieb

Ob es sich um Männer oder Frauen handelt, woher sie kommen und wie alt sie sind, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Auch nicht, wie viele Kräfte der beiden
Bergwacht-Bereitschaften und der Polizei vor Ort waren. Was den Ablauf etwas verzögerte, war, dass alle Einsatzkräfte per Zahnradbahn zurück ins Tal fahren mussten. Wegen des starken Sturms war die Eibsee-Seilbahn den ganzen Sonntag, wie auch schon am Samstagnachmittag, außer Betrieb.

Das freie Gelände zwischen Weißem Tal und Wetterwandeck zieht Freerider immer wieder magisch an. Spuren, die sich durch den tiefen Schnee ziehen, zeugen davon. Und immer wieder kommt es in diesem Bereich zu Lawinen-Abgängen. Im März 2013 etwa, löste sich ein 50 Meter breites Schneebrett – fast 300 Meter lang. Bis auf die Piste ragte es glücklicherweise nicht. Auch damals sorgte dieser Abgang für einen Großeinsatz der Rettungskräfte. Der Erstmelder hatte in dem betreffenden Bereich noch kurz zuvor Freerider gesehen. Eine großangelegte, akribische Suchaktion mit Sonden und Verschüttetensuchgeräten brachte aber bald Gewissheit: Die gewaltigen Schneemassen hatten niemanden erfasst.

Am Sonntag waren zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs etwa 1110 Menschen auf der Zugspitze. Die meisten von ihnen blieben vernünftigerweise auf der Piste und konnten einen unbeschwerten Skitag erleben.

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