Angeleint bringen die Bergretter die beiden Bergsteiger durch hüfthohen Schnee auf die Zugspitz-Bergstation, der Olchinger mt dem blauen Helm)
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Die Bergrettung bringt die Bergwanderer zur Gipfelstation

Bergungsteam entsetzt

Mit Turnschuhen auf die Zugspitze: Bergwacht rettet Pärchen aus kniehohem Schnee - „Schon völlig apathisch“

  • Martin Weidner
    VonMartin Weidner
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  • Johannes Welte
    Johannes Welte
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Mit unzureichender Ausrüstung ist ein junges Pärchen aus der Nähe von München auf die Zugspitze gewandert. Am Ende musste die Bergwacht sie aus dem kniehohen Schnee retten.

Update vom 6. September: Das „Abenteuer“ könnte teuer werden: Denn eine sog. „Bergeversicherung“ hatte das Pärchen offenbar nicht. Deswegen müssen die beiden die Einsatzkosten der Tiroler Bergwacht tragen. Die Kosten belaufen sich auf 2121 Euro. Martin Weidner

Meldung vom 2. September: Grainau - Ganz schön leichtsinnig: Mit völlig unzureichender Ausrüstung machte sich ein Pärchen auf zu einer Bergtour auf die Zugspitze – der junge Mann mit Turnschuhen! 15 Bergretter mussten die beiden 20-Jährigen, sie aus Dachau, er aus Olching, in einer aufwändigen Auktion aus kniehohem Schnee retten!

Zugspitze: Junges Pärchen aus der Nähe von München mit völlig unzureichender Ausrüstung

Das Pärchen war nach einer Übernachtung auf der Wiener-Neustädter-Hütte (2209 m) am Montagmorgen um 10 Uhr aufgebrochen – obwohl das Wetter schon schlecht war. „Unten regnete es, oben schneite es, dazu heftiger Sturm“, berichtet Regina Poberschnigg, Ortsstellenleiterin der Bergrettung Ehrwald. Um 15 Uhr passierte das Unvermeidliche: Das Pärchen kam am Stopselzieher-Klettersteig auf rund 2500 Meter Höhe nicht mehr weiter. Sie verschanzten sich an den Ruinen der Mittelstation der alten Zugspitzbahn und riefen per Handy die Bergwacht.

Die Bergwanderer werden mit einem Wärmezelt vor dem Wind geschützt

500 Meter steil hinab: Pärchen auf Zugspitze „schon völlig unterkühlt und apathisch“

Poberschnigg: „Mit den Kollegen aus Lermoos und einem Arzt fuhren wir auf die Bergstation und stiegen zu den beiden ab.“ 500 Meter ging es im hüfthohen Schnee steil bergab. Dort fanden die Retter das Pärchen, das sich in Schlafsäcke gewickelt hatte. Poberschnigg weiter: „Die beiden waren schon unterkühlt und völlig apathisch.“ Das Pärchen wurde mit einem Rettungszelt vor dem Wind geschützt, die Retter bildeten eine Traube, um das Pärchen zu wärmen. Dann wickelte man die beiden in Wärmefolien, es gab etwas Schokolade zu Essen, bevor es an eigens verlegten Seilen nach oben ging.

Angeleint wird der Olchinger von der Bergwacht zur Gifpelstation gebracht

Am Gipfel wurden die unterkühlten Bergwanderer mit heißem Tee aufgepäppelt, bevor es am Abend für das wohl behaltene Pärchen um 18 Uhr mit der extra für die Rettungsaktion eingeschalteten Tiroler Zugspitzbahn wieder ins Tal ging.

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