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Das Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen: Wie soll seine Zukunft aussehen?

Konzept präsentiert

Die Zukunft des Olympia-Skistadions

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Garmisch-Partenkirchen - Das Olympia-Skistadion zählt zu den größten Touristen-Attraktionen in Garmisch-Partenkirchen. Mehr als eine halbe Million Einheimische und Gäste besuchen es jedes Jahr. Jetzt gibt es neue Ideen für die Zukunft.

Papiere gibt's im Markt Garmisch-Partenkirchen genug. Beispielsweise wurden in den letzten Jahren viele Seiten zur Zukunft des Kongresszentrums produziert, bedruckt und verteilt – und meist wieder archiviert. Beim Olympia-Skistadion war es über Jahre nicht anders. Es gibt das Konzept der „Olympia-Erlebniswelt“, von einem „Sportpark Gudiberg“ war schon die Rede, auch über ein Euregio-Projekt „Olympia-Region Garmisch-Partenkirchen-Seefeld“ machten sich viele Gedanken. Allein, „es ist nichts weitergegangen“, räumt Johann Eitzenberger, Leiter der Hauptverwaltung im Rathaus, ein. Das soll diesmal anders werden. Vor mehr als 50 Besuchern stellte er am Dienstagabend Ideen für die künftige Nutzung vor. In Teilen soll es sogar kommendes Jahr losgehen – aber es spielt schon wieder die mögliche Bewerbung um Olympia im Jahr 2022 eine gewichtige Rolle.

Für die Spiele 1936 erbaut, ist immer noch die historische Substanz erhalten. Zurzeit besuchen nach Schätzungen des Marktes Garmisch-Partenkirchen jedes Jahr über eine halbe Million Touristen und Einheimische das Olympia-Skistadion; damit dürfte es der größte touristische Anziehungspunkt im Landkreis sein. Aber künftig sollen es mehr Besucher werden.

Die ersten Schritte sind getan. Die Hauptverwaltung hat sich Gedanken gemacht über ein „ganzheitliches Konzept“: Es geht also nicht nur darum, dass Athleten die teure Schanze öfter nutzen oder sie stärker vermarktet wird. Sondern es dreht sich vor allem um die Bausubstanz des Stadions, das die Gemeinde erhalten, sanieren und erweitern will.

Im Zentrum der Überlegungen steht die Osttribüne. Eitzenberger plädiert dort für eine Sanierung, einen Teilabriss oder einen Neubau der Tribüne. Er träumt von einem „innovativen, multifunktionalen Zweckgebäude“. Vier Vollgeschosse unter den bestehenden Zuschauerreihen könnten 4000 Quadratmeter Nutzfläche schaffen – genug Platz für ein neues touristisches Angebot der Olympia-Region Garmisch-Partenkirchen-Seefeld, ein Gründer- und Technologiezentrum, Büroräume für die Sportverwaltung und eine Betreibergesellschaft, Flächen für Wechsel-Ausstellungen und Events, moderne Sanitäranlagen (einschließlich Duschen), einen Ausbau der Winterschool sowie dringend notwendige Räume zur Verlegung des Marktarchivs.

Bei den Bürgern im Olympiasaal stießen die Vorschläge auf Wohlwollen – und offenbar auch im Bauausschuss des Gemeinderates, der das Konzept hinter geschlossenen Türen am Montag erstmals sah. „Wir haben ein klares Mandat aus dem Bauausschuss mitnehmen dürfen“, sagte Eitzenberger. „Wir wollen jetzt einen Prozess starten“, betonte Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). Schon kommendes Jahr sollen Fördermittel von Bund und Freistaat für einen Ausbau des Olympia-Stützpunktes Ski alpin fließen. Vor allem die An- und Abfahrt sowie die Parkmöglichkeiten sind frühzeitig zu klären. Anlieger klagten bei der Veranstaltung über starken Verkehr.

Für das Konzept muss der Gemeinderat zunächst einen Grundsatzbeschluss fassen. Danach kann die Verwaltung mit den detaillierten Grundlagen-Untersuchungen und der Entwurfsplanung sowie den Gesprächen über Fördermittel beginnen. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht. Die Ankündigung von Schmid, das Stadion im Falle einer zweiten Olympia-Bewerbung in die Projektliste mitaufzunehmen, lässt erahnen, dass die Umsetzung Jahre dauern könnte: Die Spiele werden erst Ende Juli 2015 vergeben. Andererseits ist dann mit höhren Zuschüssen zu rechnen. Auch die Frage nach den Kosten lässt sich nicht beantworten – so lange nicht klar ist, was dort überhaupt passiert. Besucher sollen weiter keinen Eintritt zahlen müssen. Der Markt arbeitet bereits an einem modernen Zahlungssystem, das beispielsweise den Parkplatz und andere Angebote enthält.

Eine Anregung von mehreren Diskussionsteilnehmern lässt sich rasch umsetzen. So sollen Besucher künftig Hinweise am Stadion finden können, ob an diesem oder am folgenden Tag Teams springen. An die 80.000 Sprünge finden auf der Schanze jährlich statt. Eine Möglichkeit wäre, die geplanten Zeiten am Info-Point am Stadion zu nennen. Die Zuhörer waren sich einig, dass das ein wichtiger Service sei, der noch mehr Besucher anlocken könnte. Dafür bräuchte es auch keine neuen Berge von Papier.

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