Verabschiedet sich Ende Januar als Rektorin der James-Loeb-Grundschule: Als Leiterin des Schulverbandes Uffing-Seehausen wartet auf Gundi Stocker eine neue Aufgabe. F.: herpen

Zurück zu den Wurzeln

Murnau - Wenn Gundi Stocker im Februar die Leitung des Schulverbandes Uffing-Seehausen übernimmt, kann die Rektorin der Loeb-Grundschule Murnau auf eine intensive Zeit zurückblicken.

Das Vertrauensverhältnis zu Kindern und Eltern ist ihr ebenso wichtig wie pädagogische Inhalte. Diesem Grundsatz ist Gundi Stocker in den fast neun Jahren als Rektorin der James-Loeb-Grundschule stets treu geblieben. Wenn sie am 1. Februar 2012 als Nachfolgerin von Ruth Wilhelm die Leitung des Schulverbandes Uffing-Seehausen übernimmt, kann sie auf eine arbeitsreiche Zeit zurückblicken, in der sie mit ihrem Kollegium die Weichen für viele Neuerungen und interessante Projekte gestellt hat.

„Ich werde das Vertraute vermissen“, sagt sie. „Ich kenne die meisten Kinder beim Namen, und auch viele Eltern persönlich. Aber ich freue mich auch auf die neue Aufgabe, die in Uffing auf mich wartet, und bin neugierig auf die neuen Kinder, die neuen Eltern und das neue Kollegium.“ Guten Gewissens könne sie ihrer Nachfolgerin Andrea Meder die Grundschule übergeben. „Ich glaube, dass wir ein sehr offenes Haus geworden sind“, sagt die 56-Jährige, „gegenseitige Achtung, Wertschätzung und Respekt waren mir immer sehr wichtig. Besonders unsere Lehrerin Heidi Stangl hat viele Brücken zwischen der Schule, Migrantenkindern und deren Eltern gebaut.“ Stets habe sie Lust auf spannende Projekte gehabt, betont Stocker, wozu etwa die aufwändige Gestaltung des „Natur-Erlebnis-Pausenhofs“, die Einrichtung einer Schulküche und eines Computerraums gehören.

Sehr am Herzen lagen der Schulleiterin gemeinsam gepflegte Rituale und die Einhaltung gemeinsam festgelegter Regeln: „Bei uns gibt es einen Jahreskreis“, erklärt sie dazu, „bei uns werden die Erstklässler am ersten Schultag herzlich willkommen geheißen, und gehen durch einen Torbogen, der sie am letzten Schultag wieder entlässt. „Wir haben alljährlich ein kleines Erntedankfest gefeiert, bei dem alle Kinder der Schule den Erntetisch decken, einen von den Eltern gebundenen Adventskranz, und unsere Weihnachtsstände, an denen Plätzchen für soziale Zwecke verkauft werden.“ Auch erinnert sie sich gern an das bunte Faschingstreiben, bei dem sie selbst in die verschiedensten Rollen geschlüpft war - wie etwa jene des „Lehrerlotsen“ oder des „Rattenfängers von Hameln“. Leider habe sie das Ziel, eine Mittagsbetreuung über 14.30 Uhr hinaus einzuführen, nicht erreichen können, bedauert die Rektorin, die aus Mittelfranken stammt. „Wir werden uns in ganz Bayern auf den Weg machen müssen, um auch an den Grundschulen ein Ganztagesschulkonzept zu erarbeiten.“

Genau genommen kehre sie jetzt zu ihren eigentlichen Wurzeln zurück: „Meine erste Stelle trat ich 1981 als mobile Reserve in der damaligen Max-Dingler-Hauptschule in Murnau an, 1982 habe ich von März bis Juli die vierte Klasse von Frau Wilhelm in Uffing geleitet, die zu jener Zeit im Mutterschutz war. So schließt sich der Kreis.“

Ihre Wünsche für die Zukunft? „Ich wünsche mir, dass die Eltern in Murnau nach wie vor hinter ihrer Schule stehen, und dass die Kinder genauso gerne in die Schule gehen wie bisher. Und ebenso, dass die Eltern und Lehrer in Uffing mit Ideen und konstruktiver Kritik auf mich zukommen, und mit mir gerne zusammenarbeiten.“ Am 26. Januar ist eine Abschiedsfeier geplant.

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