Endstation: Von und nach Oberammergau fahren über die Feiertage keine Züge. Foto: fkn

Zuwenig Züge: Bahn stellt Betrieb auf der Strecke Murnau-Oberammergau bis 11. Januar ein

Oberammergau/Murnau - Weil es Engpässe bei den Elektrotriebwagen gibt, verkehren über die Feiertage laut Deutscher Bahn AG auf der Lokalbahnstrecke zwischen Murnau und Oberammergau keine Regionalzüge.

Stattdessen werden für die rund 20 Verbindungen, die täglich in jede Richtung anstehen, Busse eingesetzt. Franz Lindemair, Pressesprecher der Deutschen Bahn AG in Bayern, bedauert den Ausfall, begründet diesen mit technischen Problemen. Es stünden nicht genügend Züge zur Verfügung. „Wir haben einen Engpass“, räumt Lindemair ein. Viele der Fahrzeuge müssten derzeit repariert werden, unter anderem, weil bestimmte Bauteile wie Federn bei den Minustemperaturen schnell vereisten. Auch müssten aufgrund behördlicher Auflagen die Gummi-Dichtungen von Fensterscheiben ausgetauscht werden.

Nicht zum ersten Mal vertröstet die Bahn Fahrgäste auf dieser Strecke mit dem Schienenersatzverkehr. „Aus der Sicht des Gastes ist das nicht akzeptabel und stellt langfristig eine Gefahr für die Idee des Bayern-Taktes dar“, meint dazu Norbert Moy, Vorsitzender vom Fahrgastverband Pro Bahn Oberbayern. Hinzu komme, dass diese Linie eine touristische Bahn sei, die davon lebe, eine bequeme Reise über das Murnauer Moos und in die Ammergauer Alpen zu bieten.“ Bei der Bahn geht man davon aus, dass es beim Ersatzverkehr mit Bussen zumindest zu keinen längeren Verspätungen kommen werde.

Nicht gerade begeistert über diese Zug-Pause sind die Anliegergemeinden der Strecke. Laut Gerald Tretter, Bürgermeister von Bad Kohlgrub, sei etwa ein Drittel der Kur- und Urlaubsgäste Bahnfahrer: „Natürlich ist das schlecht für uns, wenn die Gäste mit ihren Koffern im Bus fahren müssen und damit unzufrieden sind.“

Keine gravierenden Auswirkungen befürchtet sein Kollege Arno Nunn aus Oberammergau: „Zwar wird die Fahrt beschwerlicher, eine Reise bricht deswegen jedoch keiner ab.“ Womöglich sei die geringe Auslastung Grund für die fehlende Bereitstellung von Zügen.

Norbert Moy von „Pro Bahn“ versteht die Argumentation des Unternehmens nicht: „In Weilheim stehen nagelneue Dieseltriebwagen der Bayerischen Regiobahn, die am Wochenende und in den Ferien nicht eingesetzt werden.“ Dazu muss man wissen: Die Regiobahn gehört zum Veolia-Konzern, einem der schärfsten Konkurrenten der Deutschen Bahn. Moy fordert in einem Brief an die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft eine Kooperation der beiden konkurrierenden Verkehrsunternehmen.

(mas/as)

Auch interessant

Kommentare