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Auf österreichischer Seite in Seefeld die neu geschaffene Gedenkstätte: Schwere Betonblöcke mit dem Davidstern sollen an die Opfer des Todesmarsches von Dachau erinnern. 

Erinnerung an Todesmarsch von Dachau

Zwei Denkmäler – eine Geschichte

Mittenwald/Seefeld - In der Tiroler Nachbargemeinde Seefeld ist vor kurzem die Gedenkstätte am Waldfriedhof von Architekt Michael Prachensky neu gestaltet worden. Sie erinnert an den Todesmarsch aus dem KZ Dachau vom April 1945, der in Mittenwald geendet hat. Eine der dunkelsten Stunden in der Historie des Ortes.

Das Mahmal auf dem Mittenwalder Friedhof.

 Der Bahntransport mit Häftlingen aus dem KZ in Dachau, der am 23. April 1945 mit dem Ziel Tirol startete, erreichte nach einer Irrfahrt von fünf Tagen Seefeld. Dieser „Evakuierungstransport“ aus Dachau und den Außenlagern Kaufering und Mühldorf wurde von der SS veranlasst, um die Gefangenen in der sogenannten „Alpenfestung“ unterzubringen. Aufgrund ständiger Fliegerangriffe durch die Alliierten fuhren die Züge meist nachts und waren tagsüber auf Nebengleisen abgestellt. Immer wieder starben geschwächte Häftlinge. „Die rund 1700 Gefangenen, meist Juden, hätten eigentlich in das Ötztal gebracht werden sollen“, erklärt Christoph Kraxner vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Allerdings ließ der damalige Gauleiter von Tirol, Franz Hofer, den Zug nicht weiterfahren. Die Häftlinge, die den Transport überlebt hatten, wurden zu Fuß zurück „ins Reich“ getrieben. In Mittenwald endete mit dem Einmarsch der US-Armee der später als „Todesmarsch“ bezeichnete Transport.

Wie viele Häftlinge beim Zugtransport nach Tirol und den folgenden Todesmärschen im Raum Seefeld-Mittenwald ihr Leben lassen mussten, weiß auch Kraxner nicht. Sicher sei nur, dass zwischen Weilheim und Seefeld mindestens 174 Tote, die genau diesem Zugtransport zuzurechnen sind, begraben liegen. Viele davon wurden noch im Mai 1945 in Seefeld und Mittenwald in den Friedhöfen beigesetzt.

Bereits in den 1950er Jahren hatte Seefeld ein Mahnmal zum Gedenken an den Todesmarsch aufgestellt. 1978 wurde der Friedhof der jüdischen KZ-Opfer saniert und in den Seefelder Gemeindefriedhof eingegliedert. Heute, 71 Jahre nach dem Marsch, hat Seefeld am Waldfriedhof erneut eine Veränderung vorgenommen. Unter der Leitung des einheimischen Architekten Michael Prachensky wurde die Gedenkstätte neu gestaltet. Große, schwere Betonblöcke mit dem Davidstern sowie abgesägte Bäume sind nun auf einer großen, länglichen Fläche verteilt. Initiiert hat dieses Projekt Dr. Esther Fritsch, die ehemalige Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde. Das neue Mahnmal soll im Herbst eingeweiht werden.

Auch die Marktgemeinde Mittenwald verfügt seit dem 30. April 2007 über eine kleine Gedenkstätte auf ihrem Friedhof. Die Würmtaler Bürgerinitiative „Gedenkzug zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau“, der heuer bereits zum 19. Mal stattfand, soll damals „die nötige Inspiration für die Gemeinderäte“ gegeben haben. Das versichert zumindest Dr. Friedrich Schreiber, Vorsitzender des Vereins „Gedenken im Würmtal“. Er organisiert drei Monate vor der offiziellen Einweihung des Denkmals die Würmtaler Gedenkhilfe im Werdenfels-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen. Bei einer würdigen Gedenkfeier wurde vom damaligen Bürgermeister Hermann Salminger (Freie Wähler) die Plakette verliehen. Auch Otto-Ernst Holthaus, Mitglied des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und Ernst Grube, Überlebender des KZ Theresienstadt, waren anwesend.

Josef Hornsteiner

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