+
Der große Traum von Markus Reiser (l.) und Lukas Gerum wird wahr - ein eigener Bikepark

Im Juni soll's losgehen

Am Kolben entsteht ein neuer Bikepark

  • schließen

Oberammergau - Markus Reiser und Lukas Gerum, zwei junge Radl-Freaks, wollen am Kolben in Oberammergau ihren Traum verwirklichen - einen Bikepark mit insgesamt acht Strecken.

Sie sind beide in über 15 Jahren viel in der Weltgeschichte herumgekommen, haben dieses und jenes gesehen, und es war schon immer ihr Plan, „gemeinsam etwas Cooles zu machen“ – daheim in Oberammergau! Jetzt verwirklichen sie ihren Traum: Markus Reiser und Lukas Gerum werden in Kürze – angedacht ist Mitte Juni – am Kolben ihren Bikepark eröffnen. Die Jung-Unternehmer: „Wir können es gar nicht erwarten, dass es losgeht.“

Am Kolbenhang gab es schon mal einen reinen Downhill-Park, doch nach einigen Jahren und Differenzen mit den Liftbetreibern beendete Tobi Baab 2009 das Experiment wieder. Jetzt, sieben Jahre später, feiert das Projekt Wiederauferstehung. Dran an dem neuen Konzept sind Reiser und Gerum, beide 31 Jahre alt, bereits seit eineinhalb Jahren. Inzwischen haben sie alle rechtlichen, planerischen und technischen Hürden gemeistert. Die Baugenehmigung ist vor kurzem eingetroffen, die Verträge sind unterzeichnet und mit Focus, ein renommierter deutscher Radhersteller, konnte ein zugkräftiger Partner, Sponsor und Namensgeber für den Park gewonnen werden.

Die beiden Ammergauer kennen sich in der Materie aus und sind in der Biker-Szene seit Jahren bestens vernetzt. Das ist nun ihr Faustpfand. Markus Reiser, der Bank- und Versicherungskaufmann gelernt hat, gewann 2015 die Gesamtwertung der European Enduro Series und fährt für das Focus Trail Team, seit einem Jahr als Profi. Sein Partner Lukas Gerum erkundete in den letzten Jahren die besten Trails in Europa und erstellte neue Karten für die Supertrail-Map. Im Winter baut er Iglus auf der Zugspitze.

Mit Shop, Verleih, Werkstatt und Bike-Schule

Etwas in der Heimat auf die Beine stellen, „was Spaß macht“, war der Antrieb der beiden Vollblutsportler, die zusammen auch eine Wohnung teilen. Mit ihrer Idee eines neuen Bikepark-Konzepts am Kolben stießen sie auf breiten Zuspruch. Auch bei der Kolben Besitz GmbH bewertet man das Vorhaben rundum positiv: Schließlich ist ein Bikepark eine ideale Ergänzung zu den Einrichtungen Alpine Coaster, Abenteuer-Spielplatz, Hüttenbetrieb und Kletterwald, der heuer öffnen soll. Über 15 Jahre läuft der Vertrag zwischen den beiden Parteien. Lukas Gerum: „Geschäftsführer Klement Fend und die Gesellschafter sind uns sehr entgegengekommen. So zahlen wir im ersten Jahr in der Startphase nur die halbe Pacht.“ Auch Gemeinde, Grundbesitzer, Privatwald, Landratsamt und Naturschutz hätten sich, so Reiser, sehr kooperativ gezeigt.

Acht Strecken aller Schwierigkeitsgrade soll der neue Focus Bikepark umfassen. Zwei Schlepplifte bringen die Biker hinauf zu den Startpunkten der verschiedenen Trails, wobei die Fahrer auf ihren Rädern sitzen und die Bügel des Lifts am Gesäß positioniert werden. Die Tageskarte wird nach Aussage der beiden Jungunternehmer im ersten Jahr 24 Euro kosten. Das Gesamtkonzept ihres Parks sieht noch weitere Angebote für die Bike-Fans vor: Shop, Verleih, Werkstatt, Bike-Schule, Übungsparcours und Schirmbar. Markus Reiser: „Wir wollen schon in die Breite gehen, denn das Biken gewinnt immer mehr Anhänger. Neben den routinierten Fahrern wollen wir auch Jugendliche, Familien, Urlaubsgäste und E-Biker ansprechen.“ Das Einzugsgebiet sehen die beiden von Innsbruck über München bis Augsburg: „Auch im Schongauer und Peitinger Raum gibt es viele Fahrer“, weiß Gerum. Wenn sich das Ganze einmal eingespielt hat, erhoffen sich die Betreiber um die 6000 Biker pro Jahr.

Das finanzielle Gerüst für den neuen Bikepark basiert auf einer Kostenschätzung von 170 000 bis 180 000 Euro. Beim Streckenbau, veranschlagt auf 150 000 Euro, haben Gerum und Reiser eine 40-prozentige Förderung aus dem EU-Leadertopf beantragt: „Aber ohne viel Eigenleistung ginge das Ganze nicht. Da können wir auch auf ein paar gute Freunde zählen.“ Sobald die Zusage von Leader kommt, wollen die beiden Ammergauer mit dem Bau loslegen. Die zwei Hauptstrecken werden von einer großen Schweizer Trailbau-Firma angelegt. „Wenn das Wetter passt, soll bis Mitte Juni soweit alles fertig sein, dass wir eröffnen können“, blickt Markus Reiser voraus. Die Erfüllung eines großen Traums, er rückt für die jungen Männer immer näher: „Und so was vor der Haustür’, einfach Wahnsinn . . .“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ski-Weltcup: OK-Team kämpft mit „brutal schwerem Schnee“
Die Vorbereitungen für die Kandahar-Rennen in Garmisch-Partenkirchen befinden sich im Endspurt. Schnee ist zwar genügend vorhanden, dennoch hält das Wetter die Helfer …
Ski-Weltcup: OK-Team kämpft mit „brutal schwerem Schnee“
Frohe Botschaft aus dem Finanzministerium
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gilt als Region mit besonderem Handlungsbedarf. Deshalb fallen die Schlüsselzuweisungen für 2018 besonders üppig aus. Größter …
Frohe Botschaft aus dem Finanzministerium
Ein Sommer-Café für Kloster Ettal
Die Zeit drängt: Doch bis zum Start der Landesausstellung im Mai soll im Nordflügel von Kloster Ettal ein Café entstehen. Der Gemeinderat hat bereits seine Zustimmung …
Ein Sommer-Café für Kloster Ettal
Lawinengefahr weiter hoch: Jetzt ist auch noch die Straße nach Leutasch zu
Keine Entwarnung: Nach wie vor besteht im Landkreis die Gefahr, dass sich Schneebretter ablösen. Die Vorsichtsmaßnahmen blieben am Dienstag bestehen.
Lawinengefahr weiter hoch: Jetzt ist auch noch die Straße nach Leutasch zu

Kommentare