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Die zwei Studenten Christoph Angerer (l.) und Michi Kappelmeier werden in der Bastelwerkstatt von ihren kleinen „Fans“ besucht.

Jetzt erzählen die zwei Studenten über ihre besondere Reise

Für die Diplomarbeit nach Kenia

Burgrain/Farchant - Sie haben viele Erfahrungen gesammelt - und Wissen: Christoph Angerer aus Burgrain und Michi Kappelmeier aus Farchant haben für ihre Diplomarbeit ein Projekt in Kenia gestartet. Es geht um Sonnenkollektoren.

Weite Savannen und dichter Urwald, exotische Tiere und ein deutlich wärmeres Klima – all das verbinden die meisten Menschen mit Afrika. Doch die wenigsten denken dabei an eine Diplomarbeit. Die beiden Maschinenbaustudenten der Hochschule München, Christoph Angerer aus Burgrain und Michi Kappelmeier aus Farchant schon. „Wir wollten was Besonderes machen“, sagt Angerer. „Und ich hatte ohnehin vor ins Ausland zu fahren.“ Speziell das Ziel Kenia hatte ihnen ein Freund empfohlen. So bewarben sich die beiden bei der Stiftung „SOFIs WORLD –Social Finance“ die in Afrika tätig ist, genauer gesagt in Kenia.

Diese Organisation setzt sich dort, im Raum Taita Hills, für die Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit alternativ gewonnener Energie ein. Denn es gibt ein Problem: „Die machen dort alles mit Holz“, sagt Angerer, „und stehen teilweise in völlig verrauchten Küchen ohne Kamin.“ Um diesen Zustand zu verbessern und gleichzeitig die weitere Rodung des Urwaldes zu verhindern, unterhält die Stiftung mehrere Projekte. Darunter auch die Diplomarbeit der zwei Werdenfelser. Ihr Ziel war es, einen serienreifen Solarthermie-Kollektor zu konstruieren, der warmes Wasser erzeugt.

Erster Kulturschock am Flughafen

Also flogen die beiden 25- Jährigen nach Kenia, in die Nähe der Stadt Mombasa. Am Flughafen erwartete sie der erste Kulturschock. „Da ist nichts klimatisiert wie bei uns“, sagt Angerer „und wenn man aus dem Flughafen rausfährt, gibt es plötzlich nur noch eine Schotterpiste.“ Von hier aus ging es nach Wundanyi, dem Ort an dem sie nun für die nächsten Monate lebten. Für die circa 200 Kilometer lange Strecke brauchten sie rund sechs Stunden. Dort angekommen wurden die Freunde von Gastfamilien aufgenommen. Die Menschen waren einerseits sehr freundlich, andererseits sei man als Weißer dort der „Geldbeutel auf zwei Füßen“, sagt Angerer. „Man wird ständig um Geld angebettelt und das nicht immer nur freundlich.“

Alles läuft langsamer als in Deutschland

Was nun die Diplomarbeit betrifft, so ist so etwas immer eine arbeitsintensive Sache, in Kenia gibt es aber noch besondere Herausforderungen. „Wir hatten einen Haufen Nebenjobs“, erzählt Angerer schmunzelnd. Sie mussten die Werkstatt, in der sie arbeiten sollten, erst noch bauen. Außerdem haben sie für die dortigen Biogasanlagen noch einen Hexler gefertigt. „Alles tolle Erfahrungen, aber die können wir leider nicht für unsere Arbeit verwenden“, erklärt der Burgrainer. Zusätzlich mussten sie sich daran gewöhnen, dass in Afrika alles deutlich langsamer läuft als in Deutschland. Wenn man etwas von einem Schreiner bestellt, müsse man selbst das Holz mitbringen. „Dann braucht dieser dauernd deine Hilfe, und oft stimmen die Maße nicht exakt“, führt Angerer aus. Doch die beiden trotzten allen Widrigkeiten und fertigten mehrere Prototypen, die sie dann testeten. Ergebnis des Ganzen ist ein produktionsreifes Konzept eines Solarthermie-Kollektors, der ohne Pumpe funktioniert. Sogar für ein bisschen Urlaub blieb noch Zeit, in dem sie ausgiebig die Schönheit des Landes bewundern konnten.

Rückblickend meint Angerer, er würde sofort wieder Urlaub in Kenia machen. Jedoch dort zu arbeiten, sei eher schwierig. „Nur wenn ich mein eigener Herr wäre“, sagt er. Allerdings reizen auch die Herausforderungen an solch einem Arbeitsplatz. Die fünf Monate haben ihn auch persönlich weitergebracht. Er schätze nun viel mehr den Lebensstandard daheim. Letztendlich kann er es aber nur empfehlen, seine Diplomarbeit in Kenia zu machen.

Magnus Nähbauer

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