Wohnen bereits Tür an Tür: Pfarrer Andreas Lackermeier (l.) und Pfarrvikar Philipp Kielbassa. Foto: Tassilo Pritzl

Zwei Wegbereiter für’s Miteinander

Garmisch-Partenkirchen - Pfarrer Andreas Lackermeier und Vikar Philipp Kielbassa treten am Sonntag feierlich die Nachfolge von Pfarrer Karl Hofherr an. Sie wollen Partenkirchen, Oberau und Farchant zusammenführen.

Einfach ist das Erbe nicht, das „die beiden Neuen“ antreten. Pfarrer Karl Hofherr war in Partenkirchen verwurzelt und bei den Gläubigen sehr beliebt. Doch wie berichtet, tauschte das Erzbischöfliche Ordinariat das Personal im Pfarrverbund Partenkirchen-Oberau-Farchant komplett aus. Grund hierfür war der massive Protest der Katholiken in Farchant und Oberau gegen die Versetzung von Pfarrvikar Klaus Vogl. Auch Hofherr musste gehen.

Leer steht seine Wohnung im Pfarrhaus aber nicht mehr, sein Nachfolger hat sich bereits häuslich eingerichtet: Pfarrer Andreas Lackermeier. Dem 39-Jährigen gefällt’s in seinem neuen Zuhause: „Vom Wohnzimmer aus hab’ ich einen wunderbaren Blick auf das Zugspitzmassiv“, sagt er und lacht dabei. Auch wenn ständig das Telefon klingelt, Gottesdienste besprochen und Dienstpläne geschrieben werden müssen, der gebürtige Tegernseer wirkt entspannt.

Direkt neben Lackermeier ist Pfarrvikar Philipp Kielbassa eingezogen. Der 31-Jährige empfindet das Leben Tür an Tür mit seinem Vorgesetzten als vorteilhaft für die Zusammenarbeit. „Es ist wichtig, dass wir beinander sind und bei Problemen, die es zu besprechen gilt, nur schnell nebenan klopfen müssen.“

Offiziell haben die beiden Geistlichen ihre Aufgaben am 1. September übernommen. Den „großen Berg an Verwaltung“, den ein Pfarrer als Leiter eines Verbunds mit drei Pfarreien zu bewältigen hat, nimmt sich Lackermeier jetzt vor.

Neu sind die Besonderheiten, die ein so ein Gebilde mit sich bringt, für den gelernten Maler und Lackierer nicht. In Warngau hat Lackermeier zuvor drei wie er betont „sehr glückliche Jahre“ in einem Pfarrverband gearbeitet. Erfahrungen, die er nun sehr gut brauchen kann. Schließlich sollen auch Partenkirchen, Farchant und Oberau zu einer Einheit zusammenwachsen, Lackermeier und Kielbassa sind die Wegbereiter.

Das sehen die Seelsorger auch als eine ihrer Hauptaufgaben an. „Ich hoffe, dass wir es hinkriegen, dass die drei Gemeinden noch enger zusammenarbeiten, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren“, betont Lackermeier. Seine Erfahrungen mit Pfarrverbänden sind durchweg positiv - ebenso wie Kielbassas. Der Münchner hat während seines Priesterseminars in Ampfing für sich erkannt, dass „die Chancen in einem Verband größer sind als die Risiken“.

Jetzt gilt es, dafür in Partenkirchen, Farchant und Oberau Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Begrüßung im Werdenfelser Land beschreibt Lackermeier schonmal als „ein herzliches Willkommen“. Dabei ist der Pfarrer in Garmisch-Partenkirchen kein Unbekannter. Als Kaplan war er bis 2005 in St. Martin tätig. Beste Voraussetzungen also für eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Pfarreien im Ort. Doch zunächst einmal geht es für „die beiden Neuen“ darum, selbst den richtigen Platz in den Gemeinden zu finden.

Janine Tokarski

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