die Murnauer Schäffler bei ihrem letzten Tanztag am Faschingsdienstag 2020 auf der Marktstraße.
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Da stand die Corona-Pandemie schon vor der Tür: Die Murnauer Schäffler bei ihrem letzten Tanztag am Faschingsdienstag 2020 auf der Marktstraße.

Kunstwerk soll vor dem Hotel Post oder dem Griesbräugarten entstehen

Große Zustimmung für Murnauer Schäfflerbrunnen

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Murnau – Bereits mehrfach wurde in Murnau darüber geredet, einen Schäfflerbrunnen zu errichten. Zuletzt 2013, als der Schützenplatz neu gestaltet wurde. Doch umgesetzt wurde die Idee nie. Jetzt startet der Verein zur Erhaltung des Murnauer Schäfflertanzes einen neuen Anlauf – beflügelt von der vergangenen Tanzsaison im Jahr 2020.

  • Der Verein zur Erhaltung des Murnauer Schäfflertanzes wünscht sich seit längerem einen Brunnen mit Schäfflertanz-Motiv. Nun startete er einen neuen Anlauf.
  • Der Gemeinderat zeigt sich der Idee gegenüber aufgeschlossen.
  • Die Kosten für den Brunnen würde der Verein tragen, die Gemeinde, so ein Vorschlag, könnte Ausgaben für den Wasseranschluss, den Sockel, den umrahmenden Straßenbelag und die frostsichere Einhausung im Winter übernehmen.
  • Der Standort ist noch nicht ganz klar. Zur Auswahl stehen der Bereich vor dem Hotel Post und das Areal vor dem Griesbräugarten.

Seitdem haben sich die Schäffler nochmals eingehend mit der Brunnenthematik auseinandergesetzt und Ideen entwickelt. „Es ist eine Herzensangelegenheit und ein großer Wunsch“, betonte der Vorsitzende Michael Huber in der Sitzung des Marktgemeinderats. Dieser muss zustimmen. Auch die Mitglieder müssen in einer Versammlung noch ihr Plazet geben. „Das ist das A und O und allererste Voraussetzung“, sagte Huber.

Schäfflerbrunnen wäre „nochmals eine Bereicherung fürs Marktbild“

Die Kosten für den Brunnen, der aus Sicht des Vorsitzenden „nochmals eine Bereicherung fürs Marktbild“ wäre, würde der Verein tragen. Er möchte ihn der Gemeinde als Geschenk überreichen. Der Markt Murnau, so der Gedanke, könnte die Kosten für den Wasseranschluss, den Sockel, den umrahmenden Straßenbelag und die frostsichere Einhausung im Winter übernehmen.

Standort des Brunnens: Zur Auswahl stehen der Bereich vor dem Hotel Post und das Areal vor dem Griesbräugarten

Erwartungsgemäß hatte der Marktgemeinderat keine Einwände. Im Gegenteil: Die Volksvertreter begrüßten das Vorhaben ausdrücklich. Sie stellten in Aussicht, dass die Kommune die notwendigen begleitenden Arbeiten übernimmt. Der Standort ist noch nicht ganz klar. Zur Auswahl stehen der Bereich vor dem Hotel Post und das Areal vor dem Griesbräugarten. Die Schäffler hatten vorgeschlagen, einen Standort zu wählen, der mit der alten Zunft in Verbindung steht. Der Brunnen soll Bierfass, Fass-Ganter, Zuber und einen Tänzer mit dem typischen Tanzschritt zeigen. Wenn der Standort klar ist und die Vereinsmitglieder zugestimmt haben, wird das Projekt auf Grundlage von konkreten Entwürfen im Kunstbeirat vorgestellt, der auch darüber abstimmt.

Ratsmitglied Dr. Michael Rapp (CSU) zeigte sich angetan. Ein solcher Brunnen „ist nicht nur eine Bereicherung, sondern die Fortsetzung einer Tradition, nicht nur, was die Schäffler, sondern auch, was die Brunnen angeht“.

Bürgermeister Beuting wünscht sich Schäffler-Tanz nach Ende der Pandemie

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) bekräftigte den Wunsch, dass die Schäffler nach Ende der Pandemie einen Extra-Tanz aufführen. Kurz bevor Corona sich in Deutschland verstärkt ausbreitete, hatten sie im Februar 2020 ihren letzten Tanz der Saison gezeigt.

Zur Historie: Es gibt Hinweise auf frühe Tanzjahre in Nürnberg 1349, Oppenheim am Rhein 1354, Bautzen 1411 und Bozen 1474. Doch die Geschichte, die auf die Frage nach dem Ursprung des Schäfflertanzes am häufigsten genannt wird, ist jene vom Pestgelübde des Jahres 1517 in München. Als zum wiederholten Male die Pest in München wütete, beschloss ein Schäffler, dem Leid der noch lebenden Bewohner ein Ende zu setzen und sie mit einem Tanz zu erheitern. Weitere Schäffler schlossen sich ihm an, und schon bald freuten sich die Münchner wieder ihres Lebens.

Im 19. Jahrhundert bringt ein Schäffler den Tanz nach Murnau

Nach und nach hielt der Tanz auch im restlichen Bayern Einzug. Im 19. Jahrhundert brachte ihn ein Schäffler nach Murnau, wo er 1859 vor der Mariensäule erstmals aufgeführt wurde. Es ist aber auch möglich, dass der Tanz bereits vorher in der Marktgemeinde existiert hatte: 1992 tauchte ein Tanzstab mit der Jahreszahl 1837 und den Initialen „J P“ auf.

Lesen Sie dazu auch: Tanzen die Schäffler wieder?

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