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Hauseigener Tarifvertrag soll Streik beenden

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- VON DIETER DORBY Fürstenfeldbruck - Der Streik der Ärzte zeigt Wirkung. Weil weitere Wochen Notdienst für die Kreisklinik einen derzeit nicht zu überblickenden Schaden bedeuten würden, laufen nun Überlegungen, einen hauseigenen Tarifvertrag mit den Klinikärzten abzuschließen - zumindest für die Zeit der Verhandlungen. Auf Klinikseite wird diese Variante bereits durchgerechnet.

Der finanzielle Schaden, den der Streik vergangene Woche verursacht hat, ist zwar mit rund 70 000 Euro geringer ausgefallen als erwartet, dennoch warnt Klinikvorstand Stefan Bauer vor weiteren Streiks. Noch mehr Wochen auf Notdienst-Niveau würden den Schaden durch fehlende Neuaufnahmen von Patienten und den komplizierten Abrechnungsmodus der Krankenkassen stark nach oben treiben; die Höhe sei nicht zu beziffern.

Deshalb wird nun berechnet, was teurer kommt: ein eigener Tarif oder ein paar Wochen Streik? Feststeht laut Bauer, dass die Mehrkosten durch einen hauseigenen Tarifvertrag angesichts der 40 Millionen Euro Jahresumsatz den Wirtschaftsplan der Klinik nicht über den Haufen werfen würden. Dabei betont Bauer, dass nicht geplant sei, die Mehrkosten beim Pflegepersonal reinzusparen.

Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund ist laut deren Kreisvorsitzenden Dr. Holger Geißler offen für Gespräche - sowohl auf Bundes- als auch auf kommunaler Ebene. Die Bereitschaft sei groß, mit der Klinik eine Lösung zu finden. Denn auch den Streikenden ist klar, dass die Klinik unter einem Dauerausstand leidet, weil die umliegenden Krankenhäuser mit ihren privaten, kirchlichen oder staatlichen Trägern vom aktuellen Arbeitskampf nicht betroffen sind.

Sollte Bruck eine hausinterne Lösung gelingen, wäre Zoff mit dem Arbeitgeberverband vorprogrammiert. "Der wird dadurch natürlich geschwächt", weiß auch Landrat Thomas Karmasin. "Aber wir haben hier eine besondere Situation wegen der starken Konkurrenz." Langfristig müsse man über die Ausgliederung in eine Tochtergesellschaft nachdenken. Von den Gedankenspielen des Landrats hält Geißler jedoch wenig: "Das kommt bei Ärzten und Pflegekräften nicht gut an."

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