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51 Jahre an vorderster Front

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- Heinz Knösch nimmt seinen Abschied als VdK-Ortsvorsitzender

VON JÖRG DOMKE Markt Schwaben - Er ist kein Mann der lauten Töne. Keiner, der sich aufdrängt, wenn es darum geht, ehrenamtliche Leistungen zu würdigen. Im Stillen hat Heinz Knösch das gemacht, was man auch Nächstenliebe nennen kann. "Weil kein anderer da war", wie er bescheiden sagt. Und weil er am eigenen Schicksal erfahren hat, was es bedeutet, durch eine schwere Kriegsverletzung das Leben lang gehandicapt zu sein. Was es bedeutet, als junger Mann in einem sinnlosen Krieg die körperliche Unversehrtheit verloren zu haben.

Mit Heinz Knösch, der im sudetendeutschen Karlsbad zur Welt kam und 1946 in Markt Schwaben eine neue Heimat gefunden hat, ist nur einer von vielen Männern und Frauen genannt, die dieses Schicksal durchgemacht haben. Zwei Jahre an der Front in Russland, dabei dreimal verwundet. Das hat Heinz Knösch in die Situation versetzt, in den Jahren nach dem Krieg besonders verbunden zu sein mit denen, die als Verlierer aus der Zeit zwischen 1939 und 1945 heraus gekommen sind. Mit seinem Beitritt in den Ortsverband des VdK wurde Knösch gleich der zweite Vorstand. Kurz darauf wählte ihn die Versammlung zum Ortschef. Und das ist er noch bis heute. 51 Jahre an der Spitze des Markt Schwabener VdK. In diesen Tagen wird Knösch, seit 1954 mit einer Schwabenerin glücklich verheiratet, den Ortsvorsitz endgültig abgeben. Und damit das weitere Schicksal des Verbandes in Hände jüngerer Leute geben, die den zweiten Weltkrieg so wie er nicht mehr miterlebt haben.

Ändern wird sich an der generellen Aufgabenstellung des künftigen VdK-Mannschaft aber nichts. "In erster Linie geht es um die Betreuung der Mitglieder. Schließlich haben wir es jetzt mit Männern und Frauen zu tun, die vorwiegend zwischen 75 und sogar 100 Jahre alt sind", so Knösch, inzwischen zweifacher Opa.

Auf die Leistungsbilanz des vergangenen Jahres wird Knösch im Verlauf der kommenden Jahreshauptversammlung am Freitag, 20. September, ab 15 Uhr, in der Parkgaststätte im Schwabener Sportpark, turnusmäßig hinweisen. Sowie auf die Krankenbesuche verweisen, auf die finanziellen Zuwendungen. Auf die vielen kleinen Hilfen, die den schweren Alltag der kriegsgeschädigten Menschen hierzulande vielleicht ein klein wenig erleichtert haben.

Knösch tat das alles als erster Mann im Ortsverband ehrenamtlich neben seinem Hauptberuf. Trotz seiner Kriegsverletzung war er 38 Jahre lang in leitender Stellung bei einem großen Energieversorgungsunternehmen der Region tätig. "Doch", so betont er, "hat mir diese Arbeit immer auch Spaß bereitet."

In Markt Schwaben hat er seine neue Heimat gefunden. Und sich hier maßgeblich eingebracht ins gesellschaftliche Leben, wie man so schön sagt. Heinz Knösch gehört auch zu den Gründungsmitgliedern der Anglergilde Sempt. Und war dort 40 Jahre im Vorstand tätig. Sein soziales Engagement hat ihm immerhin auch vor einem Jahr das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten eingebracht.

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