Kiefersauer siegt mit 132 Stimmen Vorsprung

Benediktbeuern - Das ging fix: Um 18.34 Uhr stand am Sonntag der neue Benediktbeurer Bürgermeister fest: Hans Kiefersauer schlägt Rudi Mühlhans mit 132 Stimmen Vorsprung.

Dafür ist Mühlhans überragender Sieger bei der Gemeinderatswahl: Seine neue Gruppierung gewann auf Anhieb fünf Sitze.

Es war spannend bis zum Schluss: Als nach der Auszählung in der Gäste-Info eine Patt-Situation (202:202) ins Rathaus gemeldet wurde, wartete man gespannt auf die Ergebnisse vom Wahllokal im Gasthof Post und von der Briefwahl. Und hier war Kiefersauer der stärkere - vor allem bei den Briefwählern. Um 18.34 griff Gemeindewahlleiter Franz Pölt zum Telefon und rief den Sieger an. Von Hans Kiefersauer (CSU/B’beurer Mitte) fiel in diesem Moment ein ganzer Berg der Anspannung ab. „Super“, sagte er. „Ich komm gleich zum Rathaus.“

Auf diesem Weg war Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander) schon, als ihn wenige Minuten später der Anruf von Pölt erreichte. „Ich hab den Internet-Ticker vom Tölzer Kurier verfolgt, in dem schon steht, wer gewonnen hat“, sagte Mühlhans schmunzelnd. Wenige Augenblicke später schüttelten sich die beiden freundschaftlich die Hände. „Ich muss zugeben, dass ein riesen Klotz von mir wegfällt“, sagte Kiefersauer. Ihm sei schon klar gewesen, dass der Wahlkampf „kein Wunschkonzert“ sei. Die Tatsache, dass Mühlhans von Haus zu Haus gegangen sei, habe diesem viele Stimmen eingebracht. „Ich habe es nicht gemacht, dazu bin ich nicht der Typ“, bekannte Kiefersauer. Dass für ihn die Zeichen auf Sieg stehen könnten, habe er nach der Podiumsdiskussion des Tölzer Kurier Anfang Februar gespürt: „Danach habe ich viel Zuspruch bekommen.“

Mühlhans wiederum trug seine Niederlage gefasst. „Ich mache mir keine Vorwürfe. Ich habe alles getan, was ich konnte. Wir haben auf der Liste ein Spitzenteam und hatten im Wahlkampf viel Spaß. Wir sind mit vielen Bürgern ins Gespräch gekommen und haben Dinge ins Laufen gebracht.“

Und damit sollte Mühlhans Recht behalten: Als gegen 21.30 Uhr die Auszählung des Gemeinderats feststand, war schwarz auf weiß zu lesen, dass die Freie Bürgerliste Miteinander aus dem Stand mit fünf Räten vertreten sein wird: Außer Mühlhans noch Claudia Wenzl (beide zogen 2008 als Parteifreie über die SPD-Liste ein) sowie noch Ingrid Hauptmann, Ralph Seifert und Cölestin Allgäuer. „Das ist sensationell“, freute sich Mühlhans abends auf der Wahlparty. „Es ist ein deutliches Zeichen, dass wir mit unserem eingeschlagenen Weg in die richtige Richtung gehen.“ Mühlhans holte hier übrigens mehr Stimmen als Kiefersauer.

Die FBM haben damit fast so viele wie die CSU/Benediktbeurer Mitte (sechs) im Gemeinderat - für diese ziehen Anton Lugauer jun., Margarete Steffens, Thomas Guggemos (neu), Hanns-Frank Seller, Clemens Hammerl und Marcus Schwabenland ein. „Die Bürgerlichen haben weiterhin die Mehrheit“, kommentierte Kiefersauer, der mit Familie und Freunden den Wahlsieg feierte. „Aber ich gehe davon aus, dass wir alle weiterhin sachbezogen zusammenarbeiten werden.“

Die Freien Wähler sind weiterhin mit drei Räten vertreten: Stefan Geiger, Marcus Klingler und Leonhard Hundegger jun. (neu). Die Benediktbeurer Bürgervereinigung schaffte dagegen nur noch zwei Sitze, nämlich Bruno Bacher und Anton Ortlieb (neu). Veronika Bauer verpasste überraschend den Wiedereinzug.

Von Christiane Mühlbauer

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