Das Miteinander immer im Blick behalten

Benediktbeuern - Wer wird neuer Bürgermeister in Benediktbeuern? Hans Kiefersauer und Rudi Mühlhans wird ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen nachgesagt. In unserer Serie stellt Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander) seine Ideen vor.

Was ist positiv, was ist negativ in Benediktbeuern? Für Rudi Mühlhans gibt es nicht immer ein „entweder - oder“. Natürlich, sagt er, habe man im Gemeinderat gute Projekte angestoßen, etwa die Sanierung des Schwimmbads und der Neubau des Feuerwehrhaus (zusammen rund 5,3 Millionen Euro). „Aber der nächste Gemeinderat hat aufgrund dieser Mammutprojekte kaum Handlungsspielraum. Wir sind verpflichtet, darauf zu schauen, dass die Kosten für öffentliche Bauten tatsächlich so enden, wie sie geplant wurden.“

Mühlhans hat ein besonderes Augenmerk auf die soziale Entwicklung Benediktbeuerns. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch - angefangen von Vereinen über Infrastruktur und Serviceleistungen der Gemeinde bis zu den Themen Bauen, Verkehr und Nahversorgung. Bürgerbeteiligung ist ihm wichtig. „Durch die Dorferneuerung haben wir einen Schub gemacht. Man macht sich gemeinsam Gedanken über die Entwicklung des Dorfs und setzt das dann um. Das finde ich schön.“ Als herausragendes Beispiel nennt er den Verein „Zammlebn“.

Mühlhans (47) ist Vater von drei Kindern, studierter Sozialpädagoge und als Geschäftsführer des Trägervereins Jugendarbeit in Geretsried tätig. Er hat sich selbst von Anfang an stark in die Dorferneuerung eingebracht, etwa beim Mühlenweg und bei der Gründung des Arbeitskreises Energie. Im Gemeinderat sitzt er seit 2008 und ist Familienbeauftragter. In Sachen Kinderbetreuung sei die Kommune gut aufgestellt, sagt er. Gleichwohl gelte es, immer wieder in Kontakt zu bleiben, Themen zu kommunizieren und Hilfsangebote zu entwickeln. „Mir ist es wichtig, eine Kultur der Wertschätzung zu pflegen.“

Und ganz konkret? Bei der künftigen Bauleitplanung will Mühlhans alle Aspekte im Auge behalten, also auch Verkehrswege und Infrastruktur. Über dieses Thema hat er sich intensiv Gedanken gemacht. Mühlhans hat hochgerechnet, dass beim von der Gemeinde vor einigen Jahren festgelegten maximalen Wachstum von einem Prozent das Dorf im Jahr 2050 etwa 5200 Einwohner hätte. „Damit kommen wir wieder zum Thema Zammlebn“, sagt er schmunzelnd. „Die Gemeinde muss bei allem Handeln die demografische Entwicklung im Blick haben.“ So sei es zum Beispiel ein Fehler gewesen, beim Neubau der Häuser an der Meichelbeckstraße nicht auf einen Gehsteig zu achten. „Das möchte ich nochmal angehen.“ Überhaupt möchte er ein Verkehrskonzept fürs ganze Dorf erstellen, und zwar in der Diskussion mit Bürgern, Landratsamt und Polizei. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit will Mühlhans neue Wege gehen: Alle Satzungen der Gemeinde sollen ins Internet, und das Rathaus will er innen mit kleinen Veränderungen optisch besser gestalten. „Die Mitarbeiter sind motiviert und wissen, was man gut weiterentwickeln kann.“

Von Christiane Mühlbauer

Auch interessant

Kommentare