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Nudeln für die Seele

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Koch Kwabena Ofori aus Walpertskirchen kreiert jetzt Saucen und Pasta

VON GERDA UND PETER GEBEL

Walpertskirchen – Viele Erdinger erinnern sich noch mit Begeisterung an das Restaurant Aubergine mit seinem Meisterkoch Kwabena Ofori. Der hat nun eine Linie von handgemachten Gourmet-Saucen und Nudeln unter dem Logo „Oforis-Style“ herausgebracht, das auf Wochenmärkten in Erding, Ebersberg und Freising reißenden Absatz findet. Wir haben den kreativen Koch daheim in Walpertskirchen besucht.

„Eigentlich wollte ich mit der ersten Saucen-Kreation meine Frau Eva beim Kochen für die Familie unterstützen“, erzählt Kwabena Ofori, der im Alter von 13 Jahren aus Ghana nach Deutschland kam. Der gelernte Koch hat neben diversen Stationen in Deutschland und der Schweiz auch in München im Lenbach und bei Starkoch Alfons Schuhbeck gearbeitet. Zuhause schwingt seine Gattin den Kochlöffel für die fünfköpfige Familie, die sofort begeistert war von der fruchtigen Tomatensauce von Papa Ofori. Schnell war die Idee geboren, die hochwertigen Saucen auch in den Verkauf zu bringen. Die ersten Hofläden nahmen die neue Sauce in ihr Programm auf, und der kreative Koch tüftelte an neuen Geschmacksmischungen.

War er zuvor noch im Neuwirt in Oberneuching angestellt, so wagte Ofori zum Jahreswechsel den Schritt in die Selbstständigkeit. Privatleute konnten den Meisterkoch für ein „Private Dinner“ bei sich zu Hause buchen, daneben lief die Saucenproduktion. „Durch die Coronakrise sind die Termine als Mietkoch weitgehend weggebrochen, da wollte ich mein Saucen-Geschäft ankurbeln und habe es mit einem Stand auf dem Erdinger Grünen Markt versucht“, berichtet der 41-jährige. Parallel dazu eröffnete er im Internet einen Online-Shop, in dem seine Kreationen bestellt werden können. „Auf dem Grünen Markt in Erding wurde ich sofort gut aufgenommen“, freut sich der Saucen-Koch, doch habe man ihm wenig Mut gemacht für den Absatz. „Du musst schon froh sein, wenn eine Brotzeit übrig bleibt“, erklärte ihm ein Marktkollege. Doch Ofori ließ sich nicht entmutigen und bastelte in jeder freien Minute an neuen Geschmacksmischungen. Zur Tomatensauce kam eine schärfere „Arrabiata-Variante“, dazu und die „Gemüsefreunde“, die mit ihrem bunten Gemüseinhalt zu Pasta oder Aufläufen perfekt passen. Mittlerweile präsentiert der dreifache Vater auch Sorten wie „Linsen Dal“ oder „Thai Curry“ auf den Märkten und freut sich über zahlreiche Vorbestellungen.

Auf der Suche nach der perfekten Nudel zu seinen Saucen machte sich der leidenschaftliche Koch bald selbst ans Werk und kann inzwischen auf 14 verschiedene Nudelsorten verweisen. „Meine Nudeln sind für die Seele“, erklärt er und zeigt stolz die bunte Nudel-Vielfalt, die in seinem Produktionsraum trocknet. Neben den normalen Bandnudeln findet man hier Nudeln mit Kichererbsen, aber auch Trüffelnudeln, Grüne-Linsen-Nudeln oder Sepianudeln in schwarz. „Auch glutenfreie oder vegane Nudeln habe ich im Angebot“, sagt der Nudelproduzent, der pro Woche 60 kg Mehl verarbeitet. Erste Vorkoster sind seine Gattin Eva und die Kinder Samuel (13), Emily (8) und Alicia (2), dann der Rest des Walpertskirchener Lex-Clans.

Neueste Kreation ist die Kartoffel-Nudel, die die Kunden begeistert hat. So fertigt Ofori in jeder freien Minute Nudeln, die dann noch 3drei bis vier Tage zum Trocknen brauchen. Erst dann können sie abgepackt werden.

Auch das Saucen-Kochen nimmt immer größere Ausmaße an. „In einem Durchgang mache ich 800 Gläser, das reicht dann für zwei Wochen“, erläutert der fleißige Chef, der alles noch von Hand abfüllt. Gelagert werden die Gläser in Regalen im Keller, wo sie geschlossen ein Jahr haltbar sind.

Wer sich Ideen holen möchte zum Einsatz der köstlichen Saucen, kann dies auch auf Oforis eigenem Youtube-Kanal tun. „Spinatnockerl mit Tomatensoße“ oder „Kichererbsenpasta mit Scampi“ können mit Oforis Kochvideos nachgekocht werden und zeigen zugleich „Kochen macht Spaß“. Der Spitzenkoch beherzigt dabei einen Rat seines früheren Chefs Alfons Schuhbeck, der ihm versicherte „Ohne Leidenschaft schaffst du es nicht“. Dankbar ist Ofori allen Unterstützern wie den Inhabern der kleinen Hofläden, die seine Produkte ins Sortiment genommen haben. „Da weißt du, dass du dazugehörst“, sagt der gebürtige Ghanaer, der sich rundherum als Bayer fühlt. Dass die Selbstständigkeit mit seinen Kreationen ohne den Rückhalt seiner Familie nicht möglich wäre, betont der Familienvater ausdrücklich. Übernimmt doch Gattin Eva das Management des Onlineshops mit Versand, sie entwirft die Logos und Schilder für die Produkte und steuert eigene Entwürfe wie liebevoll verzierte Kochlöffel bei. Ihre kreative Seite kann Eva Ofori auch bei der Gestaltung der Geschenkkörbe ausleben, die sich bereits großer Beliebtheit erfreuen.

Der Koch genieße es sehr, seine Produkte auf den Märkten zu verkaufen. „Der Kontakt mit den Kunden macht total Spaß und die vielen positiven Rückmeldungen motivieren mich“, erklärt er und hat bereits die nächsten Ideen auf Lager. Freuen dürfen sich seine Fans auf jahreszeitlich passende Suppen aus Schwarzwurzeln oder Maronen, auch an der optimalen Süßkartoffel-Nudel tüftelt er noch. „Da arbeite ich solange an dem Rezept, bis die Nudel passt“, sagt er und möchte allen Mut machen, an sich und ihre Vision zu glauben. „Wenn man eine zündende Idee hat, sollte man das mit aller Leidenschaft ausprobieren und sich nicht vorschnell entmutigen lassen“, meint der kreative Koch.

Infos

zu den Produkten und Bezugsquellen unter www.oforis-style.de

Koch Kwabena Ofori  und seine Nudeln
Koch Kwabena Ofori und seine Nudeln © Peter Gebel
Koch Kwabena Ofori  auf dem Grünen Markt in Erding
Koch Kwabena Ofori auf dem Grünen Markt in Erding © Peter Gebel

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