Sohn von Sepp Daxenberger geht in die Politik

Waging a. See - Felix Daxenberger tritt in die Fußstapfen seines Vaters Sepp. Bei der Kommunalwahl am Sonntag wurde der 23-Jährige mit dem zweitbesten Ergebnis in den Gemeinderat von Waging a. See gewählt.
Seinen Namen verbinden viele Menschen in Bayern noch immer mit bodenständiger Politik, obwohl das grüne Urgestein Sepp Daxenberger schon dreieinhalb Jahre tot ist. Der einstige Landesvorsitzende und Landtagsfraktionschef seiner Partei starb am 18. August 2010 im Alter von nur 48 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens. Nun steht sein ältester Sohn Felix am Anfang einer womöglich ebenfalls landespolitischen Karriere. Der 23-Jährige wurde bei der Kommunalwahl in den Gemeinderat seines Heimatortes Waging a. See (Landkreis Traunstein) gewählt - natürlich für die Grünen.
Der gelernte Landschaftspfleger hatte zum ersten Mal kandidiert und wurde gleich mit dem zweitbesten Stimmenergebnis der Bewerber aller Gruppierungen gewählt. Nur der im Amt bestätigte parteilose Bürgermeister Herbert Häusl bekam mehr Stimmen. Die unterlegenen Bürgermeisterkandidaten von CSU und seiner eigenen Partei übertraf Daxenberger jun. an Stimmenzahl.
Felix Daxenberger hat das politische Vorbild seines Vaters vor Augen
Obwohl das frisch gebackene Ratsmitglied seinen eigenen Stil finden will, verhehlt Daxenberger nicht, dass er das politische Vorbild seines Vaters vor Augen hat. Zu seinen Beweggründen sagte er der Nachrichtenagentur dpa, er sei darauf angesprochen worden, für den Gemeinderat zu kandidieren. „Ich überlege es mir“, sei die Antwort gewesen.
Nach seiner Bereitschaft zur Mitarbeit in dem Kommunalparlament hätten ihm viele im Ort ihre Stimme zugesagt. „Also konnte ich schon damit rechnen, gewählt zu werden“, erläuterte Daxenberger, „aber dass ich so viele Stimmen bekomme, hat mich wirklich überrascht.“
Bause: Felix Daxenberger ist "ein großes politisches Talent"
Jetzt will der Jung-Politiker erst einmal Erfahrungen als Gemeinderat sammeln und dann weiterschauen. Angesprochen auf eine mögliche Karriere in der Landespolitik meinte er nur: „Ausschließen kann man nichts“. Von der Fraktionschefin der Landtags-Grünen gab es schon einmal Lob. „Er ist eine große Bereicherung und ein großes politisches Talent“, sagte Margarete Bause der „Abendzeitung“.
Nach dem tragischen Tod seiner Eltern - die Mutter war nur drei Tage vor dem Tod von Sepp Daxenberger ebenfalls einem Krebsleiden erlegen - führte Sohn Felix zusammen mit den Großeltern den Bauernhof der Familie im Waginger Ortsteil Nirnharting weiter. Auch sein Vater hatte seine politische Karriere einst als Gemeinderat begonnen, ehe er Bayerns erster hauptamtlicher Bürgermeister in der rund 6500 Einwohner zählenden und stark vom Tourismus geprägten Kommune wurde.
dpa