Kommunalwahl

Der Freisinger Kreistag wird bunter - alle 70 Namen

Landkreis - Die CSU hat sich auch bei der Kreistagswahl nicht erholt und Verluste hinnehmen müssen. Die Grünen hingegen haben nochmals zugelegt. Sensationell ist das Landkreis-Resultat der Freisinger Mitte (FSM).

Seit Dienstagmittag steht fest: Der Freisinger Kreistag wird bunter. Blau kommt dazu. Denn die Freisinger Mitte, die sich bereits bei den Stadtratswahlen als stärkste Kraft in der Domstadt erwiesen hat, hat auch landkreisweit ein unerwartet gutes Ergebnis einfahren können. Aus dem Stand schaffte die FSM 9,8 Prozent und damit sieben Sitze im Kreistag. Damit ist man auf Augenhöhe mit der altehrwürdigen SPD, die ebenfalls sieben Sitze ergatterte. Damit haben die Genossen nach Verlusten bei der vorangegangenen Wahl 2008 (minus 3,3 Prozent) nochmals eine Schlappe hinnehmen müssen: Nur noch 10,5 Prozent konnte die SPD verbuchen - ein Minus von 2,9 Prozent und zwei Sitzen.

Überhaupt setzte sich bei der Kreistagswahl in abgeschwächter Form die Tendenz aus der Freisinger Stadtratswahl fort. Denn die CSU muss auch auf Kreisebene nach dem Desaster von 2008 (minus 10,5 Prozent und acht Sitze weniger) auch 2014 weitere Rückschläge hinnehmen: 31,5 Prozent und damit noch einmal 2,3 Prozent weniger als 2008 stehen zu Buche. Damit werden im neuen Kreistag nicht mehr 24, sondern nur noch 22 Christsoziale sitzen.

Nicht unerhebliche Verluste auch bei den Freien Wählern: Waren die 2008 noch um 3,6 Prozent gewachsen, so müssen sie jetzt ein Minus von 3,7 Prozent hinnehmen. Das kostet die FW drei Sitze im Kreistag. 14 Kreisräte kann man nun noch in den neuen Kreistag entsenden.

Die einzige Gruppierung, die außer der FSM zulegen konnte und sich als Wahlsieger fühlen darf, sind die Grünen: Schon 2008 mit 16,9 Prozent der Stimmen (plus 6,4 Prozent) und zwölf Sitzen die stärkste „grüne“ Fraktion in einem bayerischen Kreistag, hat man jetzt nochmals zugelegt: Ein Plus von 2,5 Prozent lässt die Grünen an der 20-Prozent-Marke kratzen (19,4), verschafft ihnen jetzt 14 Sitze im Kreistag und damit zusammen mit den FW den Status der zweitstärksten Fraktion.

Leichte Verluste gab es bei ÖDP und Linke, die aber ihre drei beziehungsweise zwei Sitze verteidigen können. Arg gebeutelt hingegen die FDP: Nach einem Absturz von 4,4 Prozent in 2008 auf 2,1 Prozent jetzt bleibt von drei Sitzen nur noch einer übrig.

Dabei hat die CSU 19 Gemeinden gewonnen. In drei Kommunen (Attenkirchen, Kranzberg und Paunzhausen) haben die FW die meisten Stimmen bekommen. In Marzling hatten die Grünen mit 27,2 Prozent die Nase vorn. In der Stadt Freising schließlich setzte sich die FSM mit 27,2 Prozent knapp vor den Grünen mit 26,7 Prozent durch. Abgeschlagen ist hier die CSU mit 16,9 Prozent - und damit 7,5 Prozent weniger als 2008. (zz)

Das sind die 70 Kreisräte:

CSU: Josef Hauner, Anita Meinelt, Florian Herrmann, Erich Irlstorfer, Mariele Klose, Rosa Westermair, Josef Riemensberger, Simon Senger, Ernestine Rottmair, Johann Stegmair, Paul Bauer, Josef Niedermair, Martin Reiter, Josef Deliano, Martin Hellerbrand, Rudolf Heinz, Konrad Weinzierl, Monika Hermann, Konrad Schickaneder, Georg Schmid, Andreas Adldinger, Manuel Mück.

Freie Wähler: Benno Zierer, Rainer Schneider, Karl Ecker, Brigitte Niedermeier, Rupert Popp, Marianne Heigl, Maria Scharlach, Robert Scholz, Hans Sailer, Josef Dollinger, Heino Pause, Anton Geier, Gerhard Betz, Ludwig Kieninger.

Grüne: Christian Magerl, Birgit Mooser-Niefanger, Michael Stanglmaier, Eva Bönig, Claudia Bosse, Anton Wollschläger, Erhard Schönegge, Johannes Becher, Barbara Prügl, Waltraud Heinlein-Zischgl, Angelika Werner-Ripperger, Alexandra Becher, Robert Wäger, Franz Spitzenberger.

SPD: Dieter Thalhammer, Martin Pschorr, Anton Neumaier, Peter Warlimont, Birgit Großkopf, Beate Frommhold-Buhl, Martin Bengler.

FSM: Tobias Eschenbacher, Anton Frankl, Maria Lintl, Christoph von Schilling, Samuel Fosso, Reinhard Fiedler, Johann Hölzl.

ÖDP: Jörg Kästl, Christian Fiedler, Helmut Priller.

Die Linke: Albert Schindlbeck, Guido Hoyer.

FDP: Josef Stimmelmeier.

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