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Gemeinderat ohne Mehrheiten

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Grainau - Der künftige Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) setzt nach seinem knappen Wahlsieg auf ein faires Miteinander mit den anderen Fraktionen. Mehrheiten muss sich die Union künftig suchen.

So richtig zum Arbeiten ist Stephan Märkl in den beiden Tagen nach der Stichwahl noch nicht gekommen. „Es wissen ja alle, wo sie mich finden“, sagt der 43-Jährige schmunzelnd. Und das nutzten auch zahlreiche Grainauer, die ihrem künftigen Bürgermeister persönlich in seinem Büro im Rathaus gratulieren wollten. „Sehr nett“ findet der CSU-Politiker solche Sympathiebekundungen. Genau dieser persönliche Kontakt macht für ihn das Leben im Dorf aus. Auf seine neuen Aufgaben bereitet sich der Vater dreier Kinder – die Tochter ist 17, die Söhne sind 15 und 13 Jahre alt – derzeit nur nebenbei vor. „Mein Schreibtisch ist noch sehr voll“, sagt der Verwaltungsangestellte in der Gemeinde, der für Schule, Kindergarten, Wasserwerk und Standesamt zuständig ist. An Urlaub ist daher nicht zu denken, trotz des anstrengenden Wahlkampfs. „Gerade in den zwei Wochen bis zu seinem äußerst knappen Sieg in der Stichwahl war die Anspannung gewaltig“, gibt Märkl zu. Auch wenn das Miteinander mit seinen politischen Gegnern – im ersten Durchgang trat er gegen Christian Andrä (Bürger für Grainau, BfG) und Richard Hufnagl (Parteilose Wählergemeinschaft, PWG) an, im zweiten dann nur gegen Andrä – außerordentlich fair abgelaufen sei. Diese positiven Erfahrungen bestärken ihn, der Zusammenarbeit im Gemeinderat zuversichtlich entgegenzublicken. Ohne absolute Mehrheiten – CSU und BfG haben sieben, PWG drei Vertreter – müssen die Fraktionen nun um die Entscheidungen ringen und miteinander reden. „Ich gehe davon aus, dass auch das fair abläuft“, betont der neue Bürgermeister, der die Nachfolge von Andreas Hildebrandt (CSU) antritt. „Ich lasse jedenfalls alle Meinungen gelten.“ Das haben sich auch die Mandatsträger der BfG auf die Fahne geschrieben, unterstreicht Wolfgang Utz, Erster Vorsitzender der Wählervereinigung. „Menschlich kommen wir mit Stephan Märkl auf alle Fälle zurecht. Über strittige Themen muss man eben reden. Um das Beste für Grainau rauszuholen, geht’s nur gemeinsam.“ Ziel seiner Gruppierung, die erst wenige Monate vor der Kommunalwahl gegründet wurde, ist es, alle ins Boot zu holen: „Schließlich sollen sich Einheimische und Gäste bei uns wohlfühlen.“ Auf das Miteinander haben Utz und seine Kollegen noch am Wahlabend angestoßen. „Dieses knappe Ergebnis, das war ja aus dem Nichts fast eine Patt-Situation, war für uns ein Riesenerfolg. Für uns ist das die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Nicht nur untereinander, sondern auch mit Märkl haben Utz, Andrä und Co. nach der Auszählung der Stichwahl das Glas gehoben. Was sie im Rathaus erwartet, war allerdings noch kein Thema. Genau wie die Frage, wer künftig als Zweiter Bürgermeister fungiert, beschäftigt sie noch nicht. „Wir haben in allen Fraktionen genügend geeignete Kandidaten“, findet Utz. All das werde in der konstituierenden Sitzung geklärt, kündigt Märkl an. „Ich lass’ das auf mich zukommen.“ Seinen ersten Auftritt als neues Gemeindeoberhaupt hat Märkl gestern Vormittag bei der Gesellschafterversammlung der Ammer-Loisach-Energie bereits gemeistert. Ansonsten richtet sich sein Fokus darauf darauf, seine Aufgaben im Rathaus zu erledigen. Besonders weite Wege muss er nicht zurücklegen, wenn er am 1. Mai sein neues Amtszimmer im ersten Stock bezieht. „Mein jetziges Büro liegt genau unter dem des Bürgermeisters.“

Von Tanja Brinkmann

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