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Bürgermeister Schmid schmeißt vor Stichwahl hin

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Von: Matthias Holzapfel

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Wie geht es mit Bürgermeister Thomas Schmid weiter? Überlässt der Amtsinhaber nun Dr. Sigrid Meierhofer das Feld? © Andreas Mayr

Garmisch-Partenkirchen - Paukenschlag im Markt Garmisch-Partenkirchen! Der amtierende Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) gibt eine persönliche Erklärung ab - die viel Raum für Interpretationen lässt. Jetzt steht fest: Er schmeißt zum 1. Mai hin.

Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) hat sich in den Urlaub zurückgezogen. Das sei schon länger geplant, sagt Rathaussprecher Florian Nöbauer. Sein Telefon ist ausgeschaltet, es meldet sich nur die Mobilbox. Am Montag werde er wieder im Rathaus erwartet, erklärt Nöbauer gegenüber dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Damit sind Nachfragen bei Schmid zu dessen persönlicher Erklärung zunächst nicht möglich. Aber aus seinem Umfeld verlautet: "Der Bürgermeister schmeißt zum 1. Mai hin!" Vor der Stichwahl am 30. März führe er keinen Wahlkampf mehr.

Um 11.47 Uhr hatte Schmid von seiner E-Mail-Adresse im Rathaus eine Erklärung verbreiten lassen. Darin heißt es wörtlich:

"Als Ergebnis der Kommunalwahlen 2014 halte ich fest, dass sich eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für einen anderen Politikansatz entschieden haben. Diese Aussage nehme ich sehr ernst, so dass es für mich nur logisch und ehrlich ist, dafür die volle persönliche und politische Verantwortung mit allen Konsequenzen zu übernehmen.

Ich erkläre bereits heute, dass ich die Wahl zum Gemeinderatsmitglied sowie zum Kreisrat nicht annehmen werde. Mir ist dabei sehr wohl bewusst, dass ich mit diesem eingeschlagenen Weg viele Menschen enttäusche, doch ich bitte um Verständnis für diese für mich unabdingbare Entscheidung. Ohne das originäre Vertrauen und ohne den gewohnten Rückhalt der Bevölkerung kann ich mich nicht mit dem gebotenen Einsatz, der nötigen Zuversicht sowie mit Herz, Verstand und Gesundheit für weitere sechs Jahre als 1. Bürgermeister einbringen.

Mein großer Dank gilt meinen engsten Vertrauten sowie meinen politischen Weggefährten, die in dieser schweren Stunde zu mir stehen und mich in meiner freien Entscheidung bestärkt haben. Ebenso danke ich meinen Wählerinnen und Wählern für ihre Unterstützung. Ich wünsche dem neugewählten Marktgemeinderat alles Gute und eine glückliche Hand bei den anstehenden, wichtigen Entscheidungen."

Von einem Rücktritt als Bürgermeister spricht Schmid nicht ausdrücklich, aber Aussagen wie "Ohne das originäre Vertrauen und ohne den gewohnten Rückhalt der Bevölkerung kann ich mich nicht mit dem gebotenen Einsatz, der nötigen Zuversicht sowie mit Herz, Verstand und Gesundheit für weitere sechs Jahre als 1. Bürgermeister einbringen" und "Ich wünsche dem neugewählten Marktgemeinderat alles Gute und eine glückliche Hand bei den anstehenden, wichtigen Entscheidungen." lassen die Interpretation zu, dass er auf einen weiteren Wahlkampf verzichtet - kämpferisch wirkt es jedenfalls nicht.

Schmid hatte eine dritte Amtsperiode angestrebt. Im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag aber erreichte er nur 33,28 Prozent - er muss in die Stichwahl gegen Dr. Sigrid Meierhofer, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Marktgemeinderat und des SPD-Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen.

Die Mitteilung hatten auch die Mitarbeiter im Rathaus bekommen. Nöbauer beschreibt die Reaktionen mit "überrascht bis geschockt. Gerechnet hat damit niemand".

Weitere Berichte folgen.

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