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Ein Bild, das nachträglich Symbolcharakter bekommt? Bürgermeister Thomas Schmid applaudiert seiner Herausforderin Dr. Sigrid Meierhofer nach deren Vorstellung bei der Tagblatt-Podiumsdiskussion im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus.

Nach seiner Erklärung

Bürgermeister Schmid zieht sich in Urlaub zurück

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Garmisch-Partenkichen - Hat er? Oder hat er nicht? Das ist die Frage, die sich viele nach der unklaren Erklärung von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid stellen. Hat er seinen Rücktritt erklärt? Nein, aber er wirft vor der Stichwahl das Handtuch. Erste Reaktionen.

Wer es gut mit Thomas Schmid (Christlich Soziales Bündnis) meint, sagt: nein. Die anderen antworten: ja. Und die, die nicht hinter Schmid stehen, sind zuletzt offenbar immer mehr geworden, wie das Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag nahelegen könnte. Nur ein Drittel der abgegebenen Stimmen erhielt der Amtsinhaber. Er muss in die Stichwahl.

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Hat Schmid also am Mittwochmittag seinen Rücktritt als Bürgermeister oder von der Kandidatur erklärt? „Nein, zurücktreten kann er nicht“, betont Rathaussprecher Florian Nöbauer gegenüber dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Der 53-Jährige ist weiter Bürgermeister des Marktes. Aber der Amtsinhaber wirft zum 1. Mai das Handtuch. Das steht so direkt zwar nicht in der Erklärung, aber das deutet Nöbauer an. Und auch die Zweite Bürgermeisterin Daniela Bittner, ebenfalls vom CSB, erklärt auf die Frage, ob sich Schmid nach dem regulären Ende seiner Amtszeit am 30. April zurückziehe: „Ja!“

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„Was will er uns mit der Erklärung sagen?“, fragt die CSU-Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführerin im Gemeinderat, Elisabeth Koch. „Er soll sich hinstellen und sagen: Selbst im Falle einer Wahl nehme ich die Wahl nicht an. Dann erst glaube ich es.“ Statt dessen schreibt der Bürgermeister, dass er die Wahl in den Gemeinderat und in den Kreistag nicht annehmen werde. Dass sich bei der Wahl eine große Mehrheit der Bürger „für einen anderen Politikansatz entschieden habe“. Dass er dafür jetzt „die volle persönliche und politische Verantwortung mit allen Konsequenzen übernehme“. Und dass er dem neuen Marktgemeinderat „alles Gute“ wünsche. Persönlich äußert sich Schmid an diesem Tag aber nicht.

Es bleiben Fragen offen nach der Erklärung, die er um 11.47 Uhr von seiner E-Mail-Adresse im Rathaus abgeschickt hat. Danach kehrte er dem Rathaus vorerst den Rücken. Der Bürgermeister „ist leider nicht zu erreichen, weil er bis Montag in Urlaub ist“, sagt Nöbauer. Schmid sei mittags aufgebrochen. Die Erholung habe er schon länger geplant. Bittner führt die Geschäfte.

Dr. Sigrid Meierhofer steht mit Schmid in der Stichwahl. Sie unterrichtete noch, als die Erklärung verbreitet wurde. Daher sah sie erst später die vielen SMS-Nachrichten auf ihrem Handy. „Ich bin dann nach Hause gegangen.“ Da klingelte das Telefon ständig weiter. Zum Stil der Erklärung möchte sie sich nicht äußern. Und auch feiern will die SPD-Kreisvorsitzende und Fraktionssprecherin im Gemeinderat nicht. „Es braucht erst die Stichwahl“, betont sie. „Es ist mir wichtig, dass viele Menschen zur Wahl gehen.“ Die Abstimmung „hat etwas mit Vertrauen zu tun“. Daher werde sie weiter an Informationsständen werben.

Kalt erwischt hat die Nachricht auch die Mitarbeiter im Rathaus. Sie erreichte die Mail ebenfalls. „Gerechnet hat damit niemand“, schildert Nöbauer. Die Reaktionen reichten von „überrascht bis geschockt“. Die Beschäftigten jedoch verstanden ihren Dienstherrn: Dort war allen klar, was Schmid ihnen sagen wollte.

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