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Neue Variante für die Südumfahrung? Prüfung von weiterer Trasse erstaunt Grüne

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Von: Felicitas Bogner

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Südspange Holzkirchen: Von den Trassen zwei und drei hat das Staatliche Bauamt Rosenheim abgeraten. Jetzt wird eine angepasste Variante 3 geprüft.
Südspange Holzkirchen: Von den Trassen zwei und drei hat das Staatliche Bauamt Rosenheim abgeraten. Jetzt wird eine angepasste Variante 3 geprüft. © Staatliches Bauamt Rosenheim/A

Es könnte eines der größten Straßenbauprojekte in und um Holzkirchen werden: die Südumfahrung zur Entlastung der Verkehrssituation in der Marktgemeinde. Nach etlichen Debatten über mögliche Trassenführungen steht aktuell die Prüfung einer zusätzlichen Trasse durch das Staatliche Bauamt Rosenheim aus.

Holzkirchen - Die Prüfung einer neuen Trassen-Variante erstaunt die Grünen-Fraktion im Gemeinderat, für die Fraktionssprecher Robert Wiechmann deswegen eine Anfrage an Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) formulierte. Dem Schreiben ist zu entnehmen, dass sich die Grünen wünschen, den Stand der Prüfung öffentlich dem Gemeinderat vorzulegen.

Vom Staatlichen Bauamt waren 2020 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie fünf Varianten vorgestellt worden. Variante eins beispielsweise wurde nicht weiter analysiert, da diese fast komplett durch das Tannholz geführt hätte, was naturschutzrechtliche Probleme aufgeworfen hätte. Die von der CSU bevorzugten Routen zwei und drei fielen in einer faunistischen Risikoanalyse aus artenschutzrechtlichen Gründen durch. Beide Routen umfahren Kurzenberg und Großhartpenning im Süden, verlaufen aber nördlich des Tannholzes. Das Ergebnis der faunistischen Analyse bestätigte die Vermutung der Grünen, dass das Konfliktpotenzial hinsichtlich der Erfüllung artenschutzrechtlicher Verbotsbestände im Bereich zwischen Kurzenberg, Großhartpenning, Sufferloh und dem gegenüberliegenden Tannholz zu groß ist. Lediglich Variante fünf verspricht Umsetzbarkeit, hat aber das Manko, nur eine Umgehung für Holzkirchen zu sein und Großhartpenning und Kurzenberg außen vor zu lassen (wir berichteten).

Grüne formulieren Schreiben an Bürgermeister: Thema Südumfahrung im Gemeinderat gefordert

Aktueller Gegenstand der Prüfung sei eine modifizierte Trasse, basierend auf der Variante drei, erklärt Bürgermeister Schmid auf Nachfrage. Diese solle südlich von Großhartpenning verlaufen, vor Kurzenberg jedoch steil nach Norden abschwenken, um dann über den Moränenbuckel zwischen Kurzenberg und Kleinhartpenning geführt zu werden, bevor die Trasse in die B 13 mündet. Wiechmann gibt sich in dem Schreiben erstaunt: „Uns Grüne als Gegner einer Südumfahrung hat zunächst überrascht, dass gewissermaßen auf Zuruf nun noch eine weitere Variante untersucht wird. Denn das war im bisher sehr transparenten Verfahren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorgesehen.“ Zuletzt hatte der Gemeinderat einen Grünen-Antrag für einen Runden Tisch zum Thema Südumfahrung abgelehnt (wir berichteten).

Südumfahrung: Angepasste Variante 3 in Gespräch - Prüfungsergebnisse stehen noch aus

Schmid hingegen versteht die Überraschung der Grünen nicht. „Die Online-Präsentation wurde per Video aufgenommen und stand sechs Wochen auf der Gemeindehomepage“, sagt Schmid, „das Video zeigt, dass ein Vertreter des Staatlichen Bauamts den Vorschlag bringt, die Variante drei anzupassen und erneut zu prüfen.“ Schmid betont, dass auch ihn dieser Vorschlag überraschte, aber auch erfreute. Wiechmann hingegen behauptet, der Vorschlag sei aus CSU-Reihen gekommen. Trotzdem schreibt er: „Wir sind mit dem Vorgehen sehr einverstanden.“ Aber: „Wir sind ziemlich sicher, dass auch diese Variante große Gefahr liefe, an Verbotstatbeständen zu scheitern“. Der Grünen-Fraktionssprecher wünscht sich vom Bürgermeister, den Stand der Prüfung offenzulegen und zu erklären, welche Konsequenzen und Empfehlungen sich daraus ergeben. Schmid gibt diesbezüglich zu Protokoll: „Ich werde die Anfrage natürlich beantworten. Ebenso öffentlich, wie mich das Schreiben erreicht hat.“ Er will das Thema in der kommenden Ratssitzung auf die Tagesordnung setzen, die Anfang Dezember stattfindet. Sobald die Prüfung durch sei, will Schmid den Fraktionssprechern die Ergebnisse vorstellen. „Soweit ich weiß, ist die technische Prüfung abgeschlossen, die naturschutzrechtliche läuft noch.“ Generell votiere er für die besagte Variante, „sollte sie durchsetzbar sein“. Denn der Gemeinderat müsse verbindlich werden. Darauf drängt auch Wiechmann. Sobald sich der Rat für eine Variante entschieden hat, ist geplant, sie in einem Ratsbegehren den Bürgern vorzulegen.

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