Eine FFP2-Maske hängt während der Corona-Pandemie an einem Baum in einem Park in Deutschland.
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Die Pandemie hat die Welt im Griff (Symbolbild)

CSU diskutiert mit Bürgern angeregt über Wirtschaftshilfen im Lockdown

Krise ohne Ende: Ärger über Missmanagement

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Die Wirtschaft in Bayern ist gebeutelt. Diese Botschaft vermittelten die Teilnehmer an der Videokonferenz, die der CSU-Stimmkreisabgeordnete Florian Hahn jetzt initiiert hat. Mit im Boot als Experte der finanz- und haushaltspolitischen Sprecher der CSU im Bundestag und Steuerberater, Sebastian Brehm.

Landkreis - Vor einem Jahr hat Florian Hahn noch ohne Maske oder offiziellen Hygienevorkehrungen den Sixthof in Aying im Kommunalwahlkampf betreten. Nach einem Überblick über die folgenden zwölf Krisenmonate kam er auf die aktuelle Situation zu sprechen. Die Geduld ist strapaziert, was Freiheit, Bildung der Kinder und die Wirtschaft angeht. Feuer frei für die Teilnehmer.

Auf den Missstand ihrer Branche machte Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer aus Aying aufmerksam. Ihr geht es um die Art des Krisenmanagements, die sie für eine Katastrophe hält. Der Staat sei ein Opfer seiner eigenen Bürokratie geworden. Wenn er mit seinem 100-prozentigem Sicherheitsbedürfnis versuche, komplexe Themen zu regeln, dann gehe das in die Hose: „Wir als Unternehmen haben zum Beispiel immer noch keine Dezemberhilfe erhalten. Auch bei uns wird es langsam eng.“

Ein Beispiel für Missmanagement: Das Verteilen der FFP-2-Masken. Die Ayingerin hat von der Krankenkasse Bezugsscheine mit Wasserzeichen zugeschickt bekommen. Damit ist sie zur Apotheke gegangen, musste zwei Euro zahlen. Dafür hat sie sechs Masken bekommen, die der Apotheker pro Stück mit zwei Euro abgerechnet hat. Zur gleichen Zeit bekam sie Angebote für zertifizierte Masken, das Stück 79 Cent. Was sie aufregt: Dass die Impfungen so schleppend vorangehen. Ihr tue es in der Seele weh. Sie beobachte, dass die CSU gerade sehr viele Leute verliere. Sie wisse als Unternehmerin, dass sie die Gäste bewirten kann, ohne sie dabei zu gefährden. Es gebe Systeme über Lüftung, Gästeregistrierung. Stattdessen bleibt alles zu. „Wir krepieren alle, so viel kann der Staat gar nicht zahlen.“ Die psychische Belastung führe auch dazu, dass die Mitarbeiter die Branche verlassen. „Wenn wir irgendwann in zwei Monaten aufsperren dürfen, haben wir keine mehr.“ Florian Hahn zeigte Verständnis für die Nöte: „Ich weiß, dass es die Branche in großer Brutalität trifft.“

Lohnbuchhalterin spricht über Verzweiflung der Mandanten

Mit dem Kurzarbeitergeld hat die Frauen-Unions-Vorsitzende Christine Bayer aus Unterföhring alle Hände voll zu tun. Sie ist Lohnbuchhalterin und weiß, dass die Stimmung bei den Mittelständlerin ungeheuer schlecht sei. Sie kennt Friseure, die in ihrer Verzweiflung ihre Altersvorsorge aufgelöst haben, weil die Novemberhilfe nicht beantragt werden konnte. Man musste auf die Überbrückungshilfe warten. Die Perspektive für ihre Mandanten, unter anderem für Cafés und Pensionen sei trostlos.

CSU kämpft für Unternehmerlohn

Sebastian Brehm versicherte, dass die CSU für den Unternehmerlohn kämpfe. Er plädiert dafür, diesen in die Überbrückungshilfe zu integrieren. Seine Partei setze sich dafür ein. Aber es müssten jetzt schon durch die Überbrückungshilfe 3 Ausfallkosten vom letzten Jahr eingebracht werden können. Der haushaltspolitische Sprecher bot auch an, bei Fragen gerne in Nachgang hilfreich zur Seite zu stehen.

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