Der Fall wird am Landgericht München I verhandelt.
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Der Fall wird am Landgericht München I verhandelt.

Vor Gericht

Brandstifter leidet an Schizophrenie – Vorwürfe bestritten

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein 48-Jähriger aus dem südlichen Landkreis München sitzt vor Gericht. Er ist für eine Brandserie verantwortlich beziehungsweise nicht verantwortlich. Denn er leidet unter einer psychischen Krankheit.

Wolfratshausen/Oberhaching – Eine kurze, aber heftige Brandserie in Wolfratshausen, Dietramszell, Egling und Oberhaching findet aktuell ein gerichtliches Nachspiel. Auf der Anklagebank sitzt ein 48-Jähriger aus dem südlichen Landkreis München. Er leidet an Schizophrenie. Vermutlich war der Kfz-Mechaniker schon zur Tatzeit krank. Deshalb kann er strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden. Es geht um seine Unterbringung in der Psychiatrie. Der Mann bestreitet die Vorwürfe, die ihm zur Last gelegt werden.

Im Mai 2020 soll er binnen 48 Stunden viermal gezündelt haben. Gottlob wurde niemand verletzt. Doch der Sachschaden ist mit über 200 000 Euro immens hoch. Begonnen hatte die Brandserie in Dietramszell. Dort soll der Mann etliche Baumstämme auf dem Anwesen eine Hackschnitzelanlage angezündet haben. Zwei Tage später folgten brennende Mülltonnen in Gelting, brennende Auto-Batterien in Egling und schließlich kurz vor Mitternacht eine Scheune in Oberbiberg. Dort griff das Feuer auf das angrenzende Burschenvereins-Heim über. Bei diesem Brand wurde der Mann gefasst und verhaftet. Seine mutmaßlichen Opfer waren keine Unbekannten. Einer war ein früherer Chef, die anderen sind Nachbarn und Bekannte. Aus Sicht des Angeklagten sollen sie ein „Mordkomplott“ gegen ihn geschmiedet haben. Beweise für diese steile Theorie konnte der 48-Jährige allerdings nicht liefern.

Auf Nachfrage des Richters lieferte er zusammenhanglose Angaben. Demnach hatten ihm Münchner Rocker mit dem Tod gedroht. Er sei zum Abschuss freigegeben, kündigten sie ihm an. Außerdem will der Angeklagte mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) in Kontakt gestanden sein. Die Richter nahmen sein wirres Zeug kommentarlos zur Kenntnis.

Am zweiten Prozesstag berichteten Zeugen, wie sie den Ausbruch des Feuers in Neubiberg beobachtet hatten, wie sich aus einem kleinen Lichterl aus der Ferne mächtige Flammen entwickelten hatten und wie ihnen sofort ein Auto aufgefallen war, das tief in einem Feldweg stand. Der Prozess dauert an.

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